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Landkreis wehrt sich gegen Vorwürfe

Flüchtlinge Landkreis wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Betreuung und Unterstützung von Gemeinden, denen der Landkreis Flüchtlinge zuweist, hat Grenzen. Darauf weist die Kreisverwaltung nach Beschwerden aus Spiekershausen hin.

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Die Betreuung und Unterstützung von Gemeinden, denen der Landkreis Flüchtlinge zuweist, hat Grenzen. Darauf weist die Kreisverwaltung nach Beschwerden aus Spiekershausen hin.

Göttingen. Vor knapp zwei Wochen wurde dem Ort der Gemeinde Staufenberg an der Fulda zwei Familien aus Syrien zugewiesen. Ortsbürgermeister Hilmar Sengler (CDU) kritisierte daraufhin, dass die Flüchtlinge ohne Lebensmittel im Dorf abgeliefert worden seien und der Landkreis ihnen nicht erklärt habe, wie sie zu notwendigen Behördenterminen nach Göttingen gelangen könnten und dass sie das Kreisgebiet erst einmal nicht verlassen dürften.

„Eine hauptamtliche Individualbetreuung“, erwidert Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann, „ist dabei nicht vorgesehen. Sie ist angesichts der knapp 500 dem Landkreis bereits zugewiesenen Flüchtlinge schlicht nicht leistbar.“ Dies gelte erst recht für das kommende Jahr, für das der Landkreis 1500 weitere Zuweisungen erwarte. Lottmann: „Deswegen verfolgt der Landkreis das Ziel, ehrenamtliche Betreuung zu organisieren. Dafür haben wir unter anderem 61 Integrationslotsen ausgebildet, die sich gezielt und niedrigschwellig um die Flüchtlinge kümmern - auch im Raum Staufenberg.

Lottmann verweist zudem auf eine kommunalpolitische Konferenz „mit allen politisch Verantwortlichen im Landkreis, inklusive Ortsbürgermeistern. Auf dieser Konferenz hat die Kreisverwaltung das Vorgehen bei der Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen vorgestellt und mit den Städten und Gemeinden abgestimmt.“ Dem Landkreis sei bewusst, dass die Orte und Gemeinden sich einbringen müssen, damit das gemeinsam besprochene Vorgehen funktioniert. „Im Gegenzug geht die Kreisverwaltung davon aus, dass sich die Akteure vor Ort auf kurzem Wege an den Landkreis wenden, wenn Probleme auftreten.“

Im Fall Spiekershausen sei das nicht geschehen. Außerdem seien die neun Flüchtlinge „mit den notwendigen finanziellen Mitteln und Einrichtungsgegenständen“ versorgt worden. Behördentermine seien nur selten wahrzunehmen, die Reisen dorthin mit öffentlichen Verkehrsmitteln „absolut zumutbar“.

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