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Marktumfrage: Viele Südniedersachsen würden Flüchtlinge gerne unterstützen

Manchen fehlt die Zeit Marktumfrage: Viele Südniedersachsen würden Flüchtlinge gerne unterstützen

In der Region Göttingen werden mehrere hundert Flüchtlinge untergebracht. Diese können auf unterschiedliche Weise integriert werden. Dazu organisieren unter anderem einige Sportvereine Aktionen. Das Tageblatt hat die Besucher des Göttinger und des Duderstädter Wochenmarktes befragt, wie sie helfen würden.

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Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Friedland

Quelle: dpa

Göttingen/Duderstadt. „Deutschunterricht wäre für mich der erste Schritt“, sagt Frederic Thole. Weiter würde der Göttinger dabei helfen, die Flüchtlinge mit Lebensmitteln zu versorgen oder die Logistik zu unterstützen.

 

Tim Ruhkopf findet es gar nicht so leicht, wie man als Laie effizient helfen kann. Er würde gerne eine Sprachpartnerschaft anregen, in der beide Teilnehmer die Sprache des anderen lernen.

 

Marie Viehmann würde Schulkinder bei den Hausaufgaben unterstützen: „Deutsch, Mathe, was eben so anfällt“, sagt die Lehrerin aus Göttingen. Allerdings sehe sie in dem zeitlichen Aufwand ein Problem.

 

Zeit zu investieren, darin sehen auch andere Göttinger eine Hürde: Ein Göttinger, der seinen Namen nicht nennen mochte, würde gerne die Flüchtlinge unterstützen, doch weiß er nicht, wie er dies zeitlich bewerkstelligen soll. Außerdem habe er bisher von nur wenigen Projekten gehört.

 

Ein anderer Göttinger, der ebenfalls lieber anonym bleibt, hatte sich bereits den Deutschunterricht in Friedland angesehen. Für seinen Besuch sammelte er in seiner Wohngemeinschaft Kleidungsstücke, die er den Flüchtlingen mitbrachte.

 

Wie mit wenig Aufwand viel bewirkt werden kann, zeigt unter anderem der Besuch des Göttingers in Friedland. Ein weiteres Beispiel ist der MTV Rosdorf: Der Verein organisiert ein Leichtathletik-Training für Flüchtlinge. Dies klappt trotz Verständigungsprobleme, und die Flüchtlinge haben das Sportprogramm positiv aufgenommen. Wer helfen möchte, aber nicht weiß, wie, kann sich auf der interaktiven Karte des Tageblatts informieren: gturl.de/karte. Dort sind schon viele Initiativen und Gruppen aufgelistet, die Flüchtlinge unterstützen.

 

„Ich habe schon von der Schule aus etwas getan“, sagt Svenja Vorwald aus Gerblingerode. „Wir haben Sport mit den Flüchtlingen im Rosenthaler Hof gemacht und mit ihnen gemalt“, so die 16-Jährige. Die Flüchtlinge hätten sich über die Abwechslung gefreut, berichtet die Schülerin des Eichsfeld-Gymnasiums. Sie regt an, dass sich Vereine aus der Region zusammentun, um mit den Flüchtlingen Fußball zu spielen.

 
„Ich habe das selber mitgemacht“, sagt Hans-Karl Janotta, Pfarrer im Ruhestand, der 1957 als Spätaussiedler aus Kattowitz nach Friedland kam und dann zunächst in einer Notwohnung in Nordrhein-Westfalen lebte. Der 74-Jährige wäre bereit, bei einem Projekt mitzumachen. Denkbar sei für ihn, Flüchtlingen die Region zu zeigen und zu erklären. „Ich war damals auch froh, wenn ich Ausflüge machen konnte“,  erzählt Janotta, der Anfang der 1970er-Jahre  erstmals ins Eichsfeld gekommen ist.

 
„Man kann für die Menschen, die im Rosenthaler Hof ankommen, beratend tätig sein und ihnen auch in ihren Glaubens- und Gewissensfragen etwas helfen“, so Hans-Peter Menge. Die Sportvereine seien als erste gefragt, gerade junge Menschen an ihren Veranstaltungen teilhaben zu lassen, meint der 64-jährige Rechtsanwalt und Notar aus Duderstadt. Jan Heller aus der Nähe von Stade, der Urlaub im Eichsfeld macht, berichtet von positiven Erfahrungen in seinem Verein. In einer Fußball- Mannschaft seien Flüchtlinge integriert worden. Der 18-Jährige wünscht sich bessere Informationsmöglichkeiten für Menschen, die sich engagieren wollen.

 
Carola Ahlborn, die auf dem Wochenmarkt Lose für die Bürgerfest-Tombola verkauft, kann sich ebenfalls vorstellen, bei Aktivitäten für Flüchtlinge dabei zu sein. Die 53-Jährige denkt an gemeinsame Spielnachmittage. art/bl

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