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Ministerin Heinen-Kljajić besucht Universität Göttingen

Projekte zur Sprachförderung von Flüchtlingen Ministerin Heinen-Kljajić besucht Universität Göttingen

Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, hat am Mittwoch die Universität Göttingen besucht. Sie informierte sich über Projekte, die sich mit der Sprachförderung für Flüchtlinge beschäftigen.

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Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic (3.v.l.) spricht mit Flüchtlingen über ihre Wünsche für die Zukunft.

Quelle: pug

Göttingen. „Es geht darum Bildungschancen  zu eröffnen“, so Heinen-Kljajić. Ausreichende Sprachkenntnisse seien der Schlüssel dazu. Das Ministerium unterstütze deswegen fünf Pilotprojekte an verschiedenen Universitäten zur Sprachvermittlung mit 350000 Euro. Die Abteilung Interkulturelle Germanistik der Universität Göttingen wird als eines dieser Projekte ab dem Wintersemester Studierenden aller Fächer die Möglichkeit bieten, sich für die Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache zu qualifizieren.

 
Die Studierenden sollen dann im Rahmen von begleitenden Pratika möglichst schnell Flüchtlingen Sprachkenntnisse vermitteln. Dabei werden sie auch auf die besondere Situation dieser Menschen vorbereitet. „Zunächst werden wir Studierende bevorzugen, die bereits gute didaktische Fähigkeiten haben“, erklärt Jacqueline Gutjahr, Doktorandin der Interkulturellen Germianistik. Denn oft gebe es beispielsweise keine verbindende Sprache. Viele Flüchtlinge können nur wenige Worte Deutsch oder Englisch. Und die Studierenden können meist deren Muttersprache nicht.

 
Das wird auch deutlich als Heinen-Kljajić einen Kurs besucht, in dem Studierende unterrichten.  W-Fragen werden in dieser Einheit gestellt. In Tischgruppen füllen die Frauen und Männer Bögen aus. Wie heißt du, wie alt bist du, welche Farbe magst du. Die Ministerin soll auch eine W-Frage stellen. Sie fragt nach dem Berufswunsch. Beruf? Großes Fragezeichen in den Augen der jungen Männer an diesem Tisch. Eine Studierende versucht mit Handbewegungen zu zeigen, was gemeint ist. Einer kommt auf die Idee nach „Job“ zu fragen. Aufleuchten in den Augen. Studieren, möglichst Medizin.

 
Gestische Unterstützung ist wichtig. Aber auch die Kenntnis verschiedener Moderationstechniken. Manchmal auch Schlichtungsmethoden.  „Wir wollen das Projekt praxisnah ausbauen und mit Workshops begleiten“, ergänzt Gutjahr. „Wir haben hier in wenigen Wochen das Programm auf die Beine gestellt“, erklärt Prof. Susanne Schneider.  „Wir werden mit 30 Studenten starten, die dann vier bis fünf Stunden in der Woche Zeit für die direkte Arbeit mit den Flüchtlingen haben werden.“

 
Viele Flüchtlinge haben keine Zeugnisse dabei oder nur Kopien. Das Ministerium will ihnen den Zugang zum Studium erleichtern. Auch an der Universität Göttingen gibt es daher eine Sonderberatung für Flüchtlinge. Maria Wöste hilft weiter. Daneben entwickelt sie das Gasthörerprojekt. Solange die Studenten noch keine Zulassung haben, können sie als Gasthörer schon einmal die Universität kennenlernen, begleitet von einem Studierenden. Zudem soll es bald Sprachcoaches geben. Heinen-Kljajić ist angetan, wie weit schon alles gediehen ist in Göttingen. „Wir wollen ja auch wissen, ob das, was wir uns im Ministerium ausdenken, funktioniert.“ Konzeptionell sei man wohl auf dem richtigen Weg. Quantitativ müsse nachgelegt werden, Finanzmittel sollen im Haushalt 2016 bereit gestellt werden.

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