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Nach Streit unter Flüchtlingen: Großeinsatz der Polizei in Friedland

Auseinandersetzung zwischen Irakern und Afghanen Nach Streit unter Flüchtlingen: Großeinsatz der Polizei in Friedland

Zu einer massiven Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen von insgesamt 100 Flüchtlingen ist es am Montagabend im Grenzdurchgangslager Friedland gekommen.

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Zu einer massiven Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen von Flüchtlingen ist es am späten Montagabend im Grenzdurchgangslager Friedland gekommen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Friedland. Nach Angaben der Göttinger Polizei soll mutmaßlich ein ungewollter Kuss eines Irakers auf die Wange einer verheirateten Frau aus Afghanistan Auslöser für den Streit gewesen sein, bei dem die Iraker und Afghanen aneinander gerieten.

Die als Präsenzstreifen auf dem Gelände der Unterkunft eingesetzten Beamten hätten "die sich offensichtlich anbahnende körperliche  Auseinandersetzung" bemerkt. Durch sofortiges Handeln hätten sie aber ein Aufeinandertreffen der beiden sich gegenüberstehenden Gruppen, noch bevor es zu einer Schlägerei kam, verhindern können, berichtete Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Die Menschenmenge sei von anfangs 60 Flüchtlingen auf schließlich 100 Personen angewachsen.

Mit Hilfe weiterer Polizisten sei es dann gelungen, die Gruppen weiter voneinander zu trennen. Die Polizei setzte Dolmetscher ein, um die aufgebrachten Menschen zu beruhigen, aber auch um über Lautsprecher Warnungen auszusprechen und polizeiliche Folgemaßnahmen anzudrohen.

Gegen 22 Uhr habe sich die Situation nach rund zwei Stunden wieder beruhigt. Einige Beamte blieben noch bis zum Morgen vor Ort.

Die junge Afghanin sei wegen eines plötzlich auftretenden, nicht näher von der Polizei benannten Krankheitsfalles mit dem Rettungswagen in die Krankenstation der Friedländer Einrichtung gebracht worden. Weitere Informationen über die Verletzte liegen der Polizei aktuell nicht vor.

Der mutmaßliche Verursacher des Streit wurde von der Polizei nach Göttingen transportiert und vernommen. Der Iraker sei anschließend in eine andere Unterkunft verlegt worden, um eine erneute Eskalation im Grenzdurchgangslager zu verhindern, sagte Kaatz.

Zusätzlich nahm die Polizei einen unter Alkohol stehenden Flüchtling in Gewahrsam. Dieser hatte durch sein Verhalten die aggressive Stimmung noch zusätzlich angeheizt. Auch er wurde noch in der Nacht in eine andere Unterkunft gebracht.

Rund 90 Beamte der Polizeiinspektion Northeim/Osterode, der Bereitschaftspolizeien Göttingen und Braunschweig, des Polizeipräsidiums Nordhessen aus Kassel und der Polizei Göttingen waren am Montagabend in Friedland im Einsatz.

Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Körperverletzung ein.

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