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Pflegeeltern für minderjährige Flüchtlinge in Göttingen gesucht

Großer Andrang bei Infoveranstaltung Pflegeeltern für minderjährige Flüchtlinge in Göttingen gesucht

Die Jugendhilfe Südniedersachsen sucht Familien und Einzelpersonen, die bereit sich, minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. Zu einer entsprechenden Informationsveranstaltung sind am Dienstag mehr als 100 Menschen ins CollegiumAlbertinum gekommen.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Zima Massoumi und Brigitte Ritz waren überrascht: „Mit so viel Interessierten hatten wir nicht gerechnet.“ Im weiteren Verlauf erläuterten die beiden Mitarbeiterinnen der Jugendhilfe die Rahmenbedingungen, das Prozedere sowie die Bedingungen, die Aufnahmewillige erfüllen müssen. Die Zuhörer waren sehr interessiert – viele äußerten konkrete Bereitschaft, als Pflegeeltern zu fungieren.

Der Großteil der Flüchtlinge ist zwischen 14 und 17 Jahre alt, männlichen Geschlechts und stammt aus Eritrea, Syrien, Afghanistan oder dem Irak. Die meisten haben traumatische Erfahrungen gemacht, so Massoumi, aber die bisherigen Erfahrungen – im Landkreis Göttingen leben derzeit 20 minderjährige Flüchtlinge bei Pflegefamilien – zeigten, dass diese einer Integration in die Familie nicht im Wege stünden.

Gewisse Probleme könnten zu Anfang die hohen Erwartungshaltungen mancher Jugendlichen darstellen. In ihren Heimatländern herrsche häufig die Vorstellung, Deutschland sei ein Schlaraffenland, in dem das Geld auf den Bäumen wachse. Wenn sich dann das Handy, das jedem minderjährigen Flüchtling gestellt wird, als einfaches Modell entpuppt, sei die Enttäuschung häufig groß. Ansonsten seien aber die bisherigen Erfahrungen – das Pflegeeltern-Programm besteht seit Ende 2011 – sehr positiv. Besonders hervorzuheben sei, dass die meisten Flüchtlinge sehr schnell Deutsch lernten. Mehrere Jugendliche hätten bereits einen Schulabschluss gemacht und absolvierten derzeit eine Berufsausbildung.

Bürger, die sich als Pflegeeltern zur Verfügung stellen möchten, sollten über „Offenheit und Kultursensibilität“ verfügen. Sie müssen ihren Lebensunterhalt durch eine Erwerbstätigkeit oder Rente bestreiten und in der Lage sein, dem Jugendlichen ein eigenes Zimmer zur Verfügung zu stellen. Die Vormundschaft übernehmen sie nicht, der Vormund wird vom Amtsgericht bestellt.

Die Aufnahme eines Flüchtlings wird mit einem Pflegegeld vergütet. Den Pflegeeltern zur Seite stehen bei der Jugendhilfe angestellte Sprach- und Kulturdolmetscher. Darüber hinaus würden die Jugendhilfe-Mitarbeiterinnen den Familien und ihren Schützlingen regelmäßig Besuche abstatten, sagt Ritz.

Wer einen Flüchtling aufnehmen oder sich weitergehend informieren möchte, kann dies unter Telefon 0551/999 589-51 (Zima Massoumi) oder -32 (Brigitte Ritz) tun.

Von Hauke Rudolph

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