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Rund 150 Demonstranten in Friedland wollen Zeichen gegen Rechts setzen

Trotz Verbots einer Versammlung des Arminius-Bundes Rund 150 Demonstranten in Friedland wollen Zeichen gegen Rechts setzen

Rund 150 Menschen haben am Sonnabend gegen „Hetze und Übergriffe“ gegen Flüchtlingsunterkünfte demonstriert. Anlass war die geplante Versammlung des Arminius-Bundes, die der Landkreis Göttingen  tags zuvor verboten hatte. Den NPD-nahen Anmeldern erteilte die Polizei am Nachmittag einen Platzverweis für den Landkreis Göttingen.

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Rund 150 Demonstranten in Friedland wollen Zeichen gegen Rechts setzen.

Quelle: KK

Friedland. Mit der Kundgebung sollte den Flüchtlingen im Grenzdurchgangslager Friedland deutlich gemacht werden, „dass sie willkommen sind“, sagte Meinhart Ramaswamy, Ratsherr der Göttinger Piraten, die gemeinsam mit weiteren Politikern, Parteien, Gewerkschaften, Initiativen und Gruppen des linken Spektrums und anderen zum Gegenprotest aufgerufen hatten.

 
Zudem sei zu befürchten, dass die Rechten im Zuge der mittags beginnenden  zentralen Gedenkfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland trotz Verbotes anreisten. „Wir wollen deutlich machen, Nazis haben hier keinen Platz“, erklärte Ramaswamy am Versammlungsort nahe des Friedländer Bahnhofs.

 
Für ihren Einsatz ernteten die friedlich Demonstrierenden später während einer kleinen Kundgebung an der Heimkehrerstraße Applaus von Flüchtlingen, die sich hinzugesellt hatten. Über „Sprachmittler“ hatte die Einsatzleitung der Göttinger Polizei am Morgen den Flüchtlingen mitteilen lassen, dass sich die uniformierten Kräfte ausschließlich wegen der Demonstration des Bündnisses und der russlanddeutschen Gedenkfeier in Friedland aufhielten – und nicht wegen der Lagerbewohner selbst. Die Polizei hielt sich weitgehend im Hintergrund, bis auf einen Info-Point-Bus an der St.-Norbert-Kirche.

 
Aus Sicht der Polizei verlief die Demonstration ohne Zwischenfälle. Kurzzeitig habe die Heimkehrerstraße wegen eines spontanen Willkommensfestes gesperrt werden müssen. Allerdings sei der Anmelder der geplanten Versammlung des Arminius-Bundes mitsamt zwei Begleitern und einem Transparent im Umfeld des Lagers Friedland angetroffen worden.  „Er wurde des Ortes verwiesen“, teilte der Einsatzleiter der Polizei mit.
Das Fahrzeug mit Anmelder Johann Thießen wurde von der Polizei bis zur hessischen Landesgrenze eskortiert.

 

Der Beitrag wurde am 13. September 2015 um 23.50 Uhr aktualisiert.

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