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Situation in Flüchtlingsunterkünften sehr unterschiedlich

Hilfsbereitschaft groß Situation in Flüchtlingsunterkünften sehr unterschiedlich

Freiwillige Helfer und Ehrenamtliche haben auf der Sitzung des Integrationsrats von ihrer Arbeit mit Flüchtlingen und den Zuständen in den einzelnen Unterkünften berichtet. Joachim Sterr, Flüchtlingskoordinator der Stadt Göttingen, zeigte sich sehr zufrieden: „Das war äußerst informativ.“

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Quelle: Pförtner (Symbolfoto)

Göttingen. So unterschiedlich die einzelnen Berichte auch ausfielen, eins wurde klar: Ohne den Einsatz der Bürger wäre die Stadt aufgeschmissen. Auf ein Nachlassen des Engagements deutet derzeit nichts hin, im Gegenteil: Die Bereitschaft, zu helfen, ist nach wie vor groß, die Zahl der Menschen, die Unterstützung leisten und spenden möchten, wird eher größer als kleiner.

Große Unterschiede gibt es in der Organisation der einzelnen Unterkünfte und der Art und Weise, wie die Bewohner ihr Leben gestalten. So berichtete ein Unterstützer der Flüchtlinge im ehemaligen Gebäude der Voigtschule, dass die Stadt für zwei Stunden pro Woche eine Sozialarbeiterin vorbeischicke und sich um die Reinigung der Toiletten kümmere, die Bewohner – teilweise mit Hilfe ihrer Unterstützer – ansonsten das meiste eigenständig regelten. Anders sehe die Situation in Weende aus.

Dort herrsche ein recht hoher Organisationsgrad, wie eine Angehörige des „Freundeskreis Große Breite“ berichtete. So hätten drei Bewohner, die sich dem Putzdienst mit dem Hinweis auf ihren Status als Mann strikt verweigert hätten, erst überzeugt werden müssen, mitzuhelfen. Schade sei es, dass Familien ins ehemalige IWF-Gebäude verlegt würden, obwohl in Weende Schulen, Kindergärten und Jugendräume zur Verfügung stünden. Viele Kinder vermissten ihre alte Unterkunft geradezu, was sich darin zeige, dass sie weiterhin den Großteil ihrer Freizeit in Weende verbrächten.

Die Unterstützer berichteten auch von den Dingen, die in ihren Augen nach wie vor fehlen. Dabei reichte die Palette von Putzutensilien in der IWF-Unterkunft bis zu Begegnungsräumen auf den Zietenterrassen, weil Integration nur gelingen könne, wenn sich Menschen begegneten und die Flüchtlinge nicht die meiste Zeit in ihren Wohnungen verbrächten. Auch die Einrichtung einer Frauengruppe wurde angeregt.

Sterr, der sein Amt seit dem 1. Dezember innehat, betonte, dass er wichtige Einblicke in die praktische Arbeit und die unterschiedlichen Herangehensweisen der Unterstützer erhalten habe. Ihr Engagement bezeichnete er als „fantastisch“.

hr

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