Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Spendenzentrum an der Robert-Bosch-Breite hat die Arbeit aufgenommen

Sehr gefragt: Kleidung für zierliche Männer Spendenzentrum an der Robert-Bosch-Breite hat die Arbeit aufgenommen

Vanessa End freut sich. „Es ist Klasse, was schon alles da ist. Sogar einen Kinderwagen haben wir bekommen“, sagt die 28-jährige ehrenamtliche Mitarbeiterin des städtischen Spendenzentrums an der Robert-Bosch-Breite. Knapp eine Stunde nach Eröffnung waren die ersten Kleiderständer und Regalfächer gefüllt.

Voriger Artikel
Göttinger Spendenzentrum öffnet am Montag erstmals
Nächster Artikel
Sporthalle auf den Göttinger Zietenterrassen wird Flüchtlingsunterkunft

Auf rund 900 Quadratmetern Fläche wollen Harald Biermann, bei der Stadt Göttingen Koordinator der Flüchtlingshilfe, und bislang mehr als 110 Ehrenamtliche künftig die Sammlung und Ausgabe von gespendeten Textilien und Hausrat organisieren.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Auf rund 900 Quadratmetern Fläche wollen Harald Biermann, bei der Stadt Göttingen Koordinator der Flüchtlingshilfe, und bislang mehr als 110 Ehrenamtliche künftig die Sammlung und Ausgabe von gespendeten Textilien und Hausrat organisieren.

In der Eingangshalle, dem sogenannten Shop, müssen sich die Kunden gegen Vorlage einer behördlichen Bescheinigung ihrer Duldung oder sogenannten Aufenthaltsgestattung registrieren lassen, „damit wir ein gerechtes Verfahren hinbekommen“, sagt Biermann.

Spenden werden in der nächsten Abteilung angenommen und schließlich im angrenzenden Lager verstaut. Einen Teil des notwendigen Mobiliars und die Möglichkeit, zunächst für drei Monate die Halle nutzen zu können, sind der Hilfsbereitschaft regionaler Unternehmen zu verdanken:

Die Zufall Logistic Group mietete die Räumlichkeiten an, die Regalsysteme stammen von Edeka aus Hann. Münden. „Wir hoffen, dass wir ein Vorbild für andere sind, wenn wir uns für die Sache stark machen“, erklärt Valentin Welzel, Bereichsleiter Logistik von Zufall. „Und wir haben auch noch Bedarf, beispielsweise an weiteren Lagerregalen“, betont Biermann.

An drei Tagen in der Woche sollen jeweils 15 Ehrenamtliche in einem Schichtsystem mitarbeiten. Die ersten Besucher des Zentrums waren am Montag überwiegend Spender, die gebrauchte Kleidung, Decken, Bettwäsche und vieles andere anlieferten, „wir nehmen alles außer Lebensmitteln, Elektroartikeln und Kuscheltieren, sofern es sauber und in gutem Zustand ist“, sagt End.

Auch Schultaschen, Schreib- und Bürowaren würden benötigt. Besonders gefragt sei Kleidung für „junge, zierliche Männer“, weiß Helferin Nicole B., die bereits in der Friedländer Flüchtlingshilfe Erfahrungen gesammelt hat. „Größe XXL muss in der Regel aussortiert werden.“

Für Flüchtlinge ist das Spendenzentrum mit dem Bus gut zu erreichen: Die Bushaltestelle Adolf-Hoyer-Straße, angefahren von den Stadtbuslinien 71 und 72, liegt gegenüber dem Eingangstor des Firmengeländes an der Robert-Bosch-Breite 1. Geöffnet ist die Einrichtung montags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 10 und 16.30 bis 18 Uhr sowie an Sonnabenden von 10.30 bis 12 Uhr.

Helferin Vanessa End, Doktorandin, 28 Jahre: "Ich arbeite organisatorisch auch außerhalb der Öffnungszeiten mit. Das ist eine sehr sinnvolle Einrichtung, da viele Kleiderkammern derzeit sehr überlastet sind."
Helfer Johannes Vollmer, Rentner, 66 Jahre: "Ich wollte gemeinsam mit meiner Frau anderen helfen, weil es uns Spaß macht."
Helfer Moritz Becker, Master-Studiengang gerade abgeschlossen, 29 Jahre: "Ich bin gerade in der Übergangsphase zum Berufseinstieg und wollte das nutzen, um mich sozial zu engagieren."
Spenderin Elce Fahnkow-Plha, Familientherapeutin, 46 Jahre: "Ich habe ein paar warme Mädchenjacken mitgebracht. Wir habe doch alle viel zu viel, da ist es selbstverständlich, etwas abzugeben."
Spenderin Christel Henn, 60 Jahre: "Ich bringe Sachen, die meine Mutter eingepackt hat. Sie spendet, weil sie selbst als Flüchtling aus Pommern gekommen ist. Ich selbst habe auch schon Kleidung an Flüchtlinge in Friedland gegeben."

 

 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis