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Streit um Essen und Bekleidung im Lager Friedland

Spannungen Streit um Essen und Bekleidung im Lager Friedland

Immer mehr Mühe hat die Polizei, bei Streitereien und Tumulten unter Flüchtlingen im Lager Friedland einzugreifen. Die meisten Auseinandersetzungen gibt es mittlerweile bei der Verteilung von Essen, Bekleidung oder anderen lebenswichtigen Gegenständen.

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Quelle: Hinzmann/Archiv

Friedland. Mittlerweile ist das auf eine Kapazität von 700 Menschen ausgelegte Lager mit etwa 2500 Menschen belegt. Dadurch dauert die Verteilung von Essen und Bekleidung länger. Nachdem Nachbarn eine Prügelei zwischen 50 Flüchtlingen um Essen am vergangenen Sonntagmittag samt Großeinsatz der Polizei beobachtet hatten, wurden jetzt weitere Vorfälle bekannt.

 
So kam es in der Nacht zum Dienstag vorvergangener Woche zwischen Mitarbeitern des Lagers und einem Flüchtling an der Feuerwache bei der Bettdeckenausgabe zu einer Auseinandersetzung. Anlass seien „Unstimmigkeiten hinsichtlich der Anzahl der zu empfangenden Decken“ gewesen, erklärt die Göttinger Polizei dazu. Einen „massiven Polizeieinsatz“ mit „flächendeckendem Blaulicht“, wie von Anwohnern geschildert, bestätigte die Polizei aber nicht. Allerdings sei eine Funkstreife der Polizei Friedland im Einsatz gewesen. Am Montagabend der gleichen Woche sei die Polizei zu einer Schlägerei in der damals noch mit Flüchtlingen belegten Sporthalle der Schule Groß Schneen gerufen worden, sagt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Dort wurde gerade Bekleidung verteilt.

 
Die Polizei erklärt zur Lage in Friedland weiter, „Spannungen und Streitigkeiten bis hin zu polizeilich relevanten körperlichen Auseinandersetzungen unter einzelnen Flüchtlingen, aber auch ganzen Flüchtlingsgruppierungen, die aus den unterschiedlichsten Religions- beziehungsweise Kulturkreisen stammen, bleiben in Anbetracht der räumlichen Enge zwangsläufig nicht aus“. Für die Zeit ab der mittäglichen Essensausgabe im Lager bis zum Abend hält die Polizei mittlerweile täglich einen Einsatzzug mit etwa 25 Beamten vor.

 
Beobachtungen von Nachbarn, mittlerweile seien Flüchtlinge gezwungen, auch bei Regen auf Matratzen im Freien zu übernachten, relativiert der Lagerleiter. Kein Flüchtling müsse im Freien schlafen, erklärt Heinrich Hörnschemeyer. Es sei „aber bekannt, dass einige Personen lieber draußen als in Fluren oder Zelten übernachten“. Das Niedersächsische Innenministerium äußerte sich trotz Tageblatt-Anfrage bisher nicht zu den Vorfällen im Lager und zu möglichen Konsequenzen.

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