Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Sudanesische Flüchtlinge ernten in Göttingen 1500 Kilo Äpfel

Aktion Sudanesische Flüchtlinge ernten in Göttingen 1500 Kilo Äpfel

Aus dem Sudan kennen sie vor allem Bananen, Orangen und Mangos. Jetzt haben Bewohner der Flüchtlingsunterkunft Breslauer Straße 1 die beliebtesten Früchte ihrer neuen Heimat geerntet: Auf der Streuobstwiese der Realgemeinde Geismar haben sie 1,5 Tonnen Äpfel gepflückt.

Voriger Artikel
Göttinger Verein hilft Flüchtlingen
Nächster Artikel
300 Demo-Teilnehmer protestieren in Göttingen gegen schärfere Flüchtlingspolitik
Quelle: Heller

Göttingen. „Lecker“, sagt Abdelwahed Thabit und beißt herzhaft in eine der gelb-roten Köstlichkeiten: „Schmeckt unglaublich natürlich.“ Der 27-Jährige war einer von elf Sudanesen, die an der Pflückaktion teilnahmen. Organisiert hatten diese die private Initiative „Freundeskreis Breslauer Straße 1“, die Martinsgemeinde sowie die Mosterei Malus aus Silkerode, die die Äpfel angenommen hat.

 

 

„Wir werden sie zu Saft verarbeiten“, sagt Malus-Angestellte Anna Goldhagen. 1500 Tonnen Äpfel ergäben rund 1000 bis 1200 Liter. Anschließend solle der Saft in Flaschen abgefüllt werden, die das Etikett „Refugees“ (Flüchtlinge) tragen, und bei Malus, in der Kreuzkirche sowie im Weltladen in der Roten Straße verkauft werden. Der Erlös solle zum größten Teil der Flüchtlingsarbeit zugutekommen. Die Mosterei werde nur für die ihr entstandenen Kosten entschädigt, so Goldhagen.

 

Foto: Heller

Zur Bildergalerie

 

Den Flüchtlingen machte das Ernten einen Riesenspaß. Einige trugen Helme, um vor herabfallenden Äpfeln, die sie mit Schüttelstangen herunter holten, geschützt zu sein. Andere hatten Gummistiefel an, manche auch Turnschuhe, die Eva Heinke, Diakonin der Kreuzkirchengemeinde, vorher mit Spray gegen Nässe imprägniert hatte: „Da haben sie sich gewundert, das hatten sie noch nie gesehen.“ Für die Männer im Alter zwischen 19 und 28 Jahren stellte die Aktion auch gleichzeitig ein Deutschkurs dar. „Wie heißt das, was wir hier machen?“, wollte einer wissen. „Ernten“, antwortete Gideon (19) von der Evangelischen Jugend. „Und wie heißt das Ding, in das wir die Äpfel tun?“ „Sack“, lautete Gideons Antwort.

 

Der Beitrag wurde aktualisiert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana