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Thomas Gerdau macht Mut zur Flüchtlingshilfe

Hilkeröder Pfarrheim Thomas Gerdau macht Mut zur Flüchtlingshilfe

"Wir schaffen das!" Der Schlüssel zu diesem hehren Ziel der Kanzlerin angesichts der Flüchtlingsströme scheint in Information und Aufklärung der Bevölkerung zu liegen. Das stellten zumindest die Gäste im Hilkeröder Pfarrheim fest, die dem Vortrag des Sozialarbeiters Thomas Gerdau folgten.

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Sozialarbeiter Thomas Gerdau von der Flüchtlingsberatung Duderstadt (hier im September mit Hannah Mai von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises Göttingen) machte den Zuhörern im Hilkeröder Pfarrheim Mut, den Flüchtlingsströmen zu begegnen.

Quelle: Archivbild

Hilkerode. Mehr als 50 Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Sebastian und der zugehörigen Ortschaften waren zu dem Themenabend gekommen. Gerdau, der als Caritas-Flüchtlingsberater für das Untereichsfeld zuständig ist, nannte nach einer kurzen Einführung des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und Kripo-Beamten Wolfgang Maur ein paar Zahlen: Von den weltweit 60 Millionen Flüchtlingen hätten die Industrienationen, darunter Deutschland mit 800000 Flüchtlingen im Jahr 2015, insgesamt nur 14 Prozent aufgenommen. Die meisten Flüchtlinge seien in Schwellenländern und Entwicklungsländern zu finden.

 

Gerdau schilderte Fluchtschicksale von Menschen, die er bei seiner Arbeit selbst kennengelernt hatte. Er erklärte das bürokratische Asylverfahren in Deutschland und den Transfer der Flüchtlinge, der landesweit nach Quote verteilt werde. Es werde natürlich keine Zwangszuweisungen von Flüchtlingen geben, bestätigte auch Maur. Als Polizist betonte er, dass seit Beginn der Flüchtlingskrise kein Anstieg der Kriminalität zu verzeichnen sei.

 

Zur aktuellen Lage im Untereichsfeld sagte Gerdau: „Es gibt eine überwältigende Hilfsbereitschaft, eine überwiegend positive Haltung auch in der Lokalpolitik und den Medien.“ Die Stärke des Eichsfelds zu Toleranz und Offenheit scheine in eben diesen traditionsreichen Strukturen, Netzwerken und gelebter Menschlichkeit zu liegen.

 

Das Publikum zeigte nach der umfassenden Information eine durchweg große Bereitschaft zu helfen. Wo sich man sich melden solle, wenn man Wohnraum zur Verfügung stellen könne oder wie der einzelne helfen könne, wurde gefragt. Pfarrer Markus Grabowski bot sofort weitere Hilfe auch von Seiten der Kirchengemeinde an. Ortsbürgermeisterin Hiltrud Rust dankte für die wertvollen Erklärungen zum Thema, die dazu beitragen würden, dass so etwas wie in Dresden im Eichsfeld nicht passiere. Eine Stimme aus dem Publikum fasste das Fazit des Vortrags so zusammen: „Wir haben Strukturen und Netzwerke im Untereichsfeld, um zu helfen. Und wir haben die Pflicht, solche Informationen positiv weiterzugeben.“

 

Infos, auch für ehrenamtliche Helfer, gibt es bei der Info-Hotline des Landkreises Göttingen unter 0551/5259155.

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