Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Viele Flüchtlinge weiter ohne Konto

Bearbeitungsstau Viele Flüchtlinge weiter ohne Konto

Als diskriminierend bezeichnet das Göttinger „antirassistische Plenum“ den „nach wie vor eingeschränkten Zugang“ für Flüchtlinge zu eigenen Geldkonten. In der Praxis könnten nur sehr wenige die Voraussetzungen erfüllen, beklagte am Montag Annette Ramaswamy als Sprecherin des Plenums.  

Voriger Artikel
Flüchtlingssozialarbeit unterstützt dauerhaft Flüchtlinge im Landkreis Göttingen
Nächster Artikel
Sondersitzung des niedersächsischen Landtags zu Flüchtlingen
Quelle: Büttner/dpa (Symbolfoto)

Göttingen.  Seit gut einer Woche können Asylsuchende unter bestimmten Bedingungen ein Girokonto bei der Sparkasse Göttingen eröffnen. Über die Modalitäten  hatten die Spitzenverbände der Kommunen und der Sparkassen lange verhandelt.

Göttingen ist ein der ersten Städte, die den Weg frei gemacht haben. Voraussetzung für eine Kontoführung dabei eine Aufenthaltsgestattung, die Flüchtlinge nach ihrem eingereichten Asylantrag bekommen. Aber genau das sei der Haken, sagt Ramaswami. Sehr viele der zurzeit in Göttingen lebenden Flüchtlinge seien nur „geduldet“ würden keine Aufenthaltsgestattung bekommen. Damit gingen sie auch am Sparkassenschalter leer aus. Das habe am Montag erneut ein versuch mit mehreren Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern ergeben.

Sie seien in Neuen Rathaus ebenso abgeblitzt wie in der Sparkasse. Damit bliebe ihnen die soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verwehrt: Ohne Girokonto könnten sie zum Beispiel keinem Sportverein beitreten, keine Wohnung mieten und kaum einer Arbeit nachgehen.  Tatsächlich würden Asylbewerber erst eine Aufenthaltsgestattung erhalten, wenn sie während ihres Aufnahmerverfahrens in Deutschland einen Antrag gestellt haben, erklärt die stellvertretende Sprecherin der Stadtverwaltung, Stefanie Ahlborn.

Weil zurzeit aber so viele Flüchtlinge nach Deutschland kämen, würden sie oft schon nach kurzer Zeit von der Erstaufnahme in die Kommunen weitergeleitet - ohne Aufenthaltsgestattung. Diese aber dürfe nur vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erteilt werden. Die Aufnahmeverfahren aber dauern nach Tageblatt-Informationen durch den akuten Bearbeitungsstau zurzeit Monate. 

Aufenthaltsgestattung

Während ihres Prüfverfahrens bekommen Asylbewerber in Deutschland vom Bundesamt für Migration (BAMF) und Flüchtlinge eine Aufenthaltsgestattung.

Sie bestätigt an erster Stelle, dass Asyl beantragt und das Verfahren eingeleitet wurde. Zugleich bestätigt sie, dass sich die Person während des Verfahrens in Deutschland aufhalten darf. Ausgestellt wird die Aufenthaltsgestattung vom BAMF.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Weihnachtsdeko in Göttingen und Umgebung