Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Weihnachten in den Flüchtlingsunterkünften der Region

Grillparty und Schokoweihnachtsmänner Weihnachten in den Flüchtlingsunterkünften der Region

Grillparty, Schokoweihnachtsmänner und Geschenke: In den Flüchtlingsunterkünften in der Region gibt es zu Weihnachten unterschiedliche Aktionen. Der christliche Hintergrund des Festes spielt dabei so gut wie keine Rolle.

Voriger Artikel
Stadt Göttingen betreut 1242 Flüchtlinge
Nächster Artikel
Landkreis wehrt sich gegen Vorwürfe

Gespanntes Warten auf die Bescherung in der Flüchtlingsunterkunft Adelebsen.

Quelle: Hinzmann

Adelebsen/Göttingen/Wollershausen. In der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen hatte es am Sonntag bereits eine Weihnachtsfeier gegeben. Am Mittwoch wurden noch einmal Geschenke an die rund 50 Kinder in der Einrichtung verteilt. Die Geschenke hatte der Göttinger Kids-go-Verlag aus einem Spendenaufruf zur Verfügung gestellt. Mitarbeiterinnen des Kindergartens in der Unterkunft verteilten die Geschenke.

Der religiöse Hintergrund des Weihnachtsfestes spiele dabei keine Rolle, sagt die Leiterin der vom Arbeiter-Samariter-Bund betriebenen Einrichtung, Antje Meier-Kleemann. Unter den rund 300 Bewohnern der Unterkunft seien jedoch einige christliche Familien aus Afghanistan.

Grillparty am Heiligabend

Eine Grillparty gibt es am Heiligabend in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Gebäudes des Instituts für den wissenschaftlichen Film (IWF) in Göttingen. Die Party richte sich an die dort untergebrachten 200 Flüchtlinge und die Mitarbeiter der Einrichtung, so die kommissarische Leiterin Conny Hiller. Es werde Musik von Flüchtlingen und vom Boat-People-Projekt geben. Außerdem würden Schokoweihnachtsmänner verteilt. Die Party werde von Borzou Rafie Elizei, Geschäftsführer der EBR Projektentwicklungs-GmbH, organisiert. Der Firma gehört die von der Stadtverwaltung Göttingen gemietete Immobilie.

In Wollershausen sind die in der Erstaufnahme am Schloss untergebrachten Flüchtlinge eingeladen, den Gottesdienst am Nachmittag zu besuchen. Außerdem soll an Heiligabend ein Weihnachtsmann-Darsteller in die Turnhalle kommen, um die Flüchtlinge mit Geschenken zu überraschen. In den vergangenen Wochen hatten der Rat der Samtgemeinde Gieboldehausen und der Betreiber des Gieboldehäuser Edeka-Marktes gesammelt.

Weihnachtsstimmung in der Turnhalle

Koordiniert hatte die Aktion die Nachbarschaftshilfe der Samtgemeinde. Außerdem können sich die Kinder auf neue Spielzeuge freuen. Nach Angaben der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung sind diese für diesen Zweck gekauft und bei der GAB abgegeben worden. Ein Weihnachtsbaum sei bereits vor einigen Tagen besorgt und gemeinsam mit den Bewohnern aufgestellt worden, teilt die GAB mit. Auch ein Lebkuchenhaus und anderer Schmuck sorgten bereits für ein wenig Weihnachtsstimmung in der Turnhalle.

In Weende organisieren die evangelische Kirchengemeinde St. Petri mit der Gruppe „Wir sprechen Deutsch“, die katholische Kirchengemeinde St. Vinzenz und die Flüchtlingshilfe Weende am ersten Weihnachtstag ein Fest für die Bewohner der Flüchtlingsheime an der Hennebergstraße und der Großen Breite. Das Kochen mit gespendeten Lebensmitteln übernähmen die Flüchtlinge selbst, so Petri-Pastorin Esther Gosebruch-Seelig. Es werde aus christlicher Gastfreundschaft heraus gemeinsam mit den Muslimen gefeiert, ohne die Botschaft des Weihnachtsfestes besonders in den Mittelpunkt zu rücken.

Von Jörn Barke und Nadine Eckermann

Ade-FlüchtlingsunterkunftGeschenke für Kinder

Zur Bildergalerie

Kekse, Geschenke und ein bisschen Deutsch

Westerode. Seit Mai organisieren die Malteser jeden Mittwoch das Projekt „Radeln statt am Rad zu drehen“ im Rosenthaler Hof. Dabei erklären sie Flüchtlingen Verkehrsregeln, vor allem für Radfahrer, und geben Erste-Hilfe-Kurse. Am Mittwoch feierten sie gemeinsam mit den Flüchtlingen ein vorweihnachtliches Fest.

Mit Ordnern und Arbeitsblättern machen sich die Malteser gemeinsam mit den Flüchtlingen zunächst an die Arbeit: An einem Tisch tasten sich Kinder mit einem Bilderbuch an die deutschen Bezeichnungen für unterschiedliche Tiere heran. „Mittlerweile gibt es die Arbeitsblätter in allen möglichen Sprachen“, sagt Eva Maria Hilgers-Canisius, Ortsbeauftragte der Malteser in Duderstadt. Das Vermitteln der Sprache sei ein wichtiger Bestandteil des wöchentlichen Angebots, ebenso wie die Erste Hilfe. Dafür ist Nicolas Vogel maßgeblich verantwortlich, der seinen Bundesfreiwilligendienst bei den Maltesern ableistet. „Die Leute sind schon sehr interessiert“, sagt der 20-Jährige.

„Es sollte nicht zu christlich sein“

Als es an die Überraschung geht, sind die Kinder kaum noch im Zaum zu halten: Jeder soll ein kleines Geschenk bekommen, die Freude ist groß. „Die Jungs bekommen kleine Autos und die Mädchen Haarschmuck“, so Hilgers-Canisius zu den kleinen Gaben zum Weihnachtsfest. Auch an Keksen und Schokolade erfreuen sich die Kinder. Nicht ganz zu Weihnachten passt die Rockmusik im Hintergrund. „Es sollte nicht zu christlich sein“, erklärt Hilgers-Canisius die Auswahl mit einem Lachen. Später hören die Kinder und ihre Eltern aber auch noch klassische Weihnachtslieder, um ein bisschen mehr auf Weihnachten einzustimmen. Außerdem erfahren sie, was es mit den Bräuchen an Weihnachten auf sich hat.

Von Finn Lieske

Voriger Artikel
Nächster Artikel