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Weihnachtsfeier für minderjährige Flüchtlinge

Hann. Münden Weihnachtsfeier für minderjährige Flüchtlinge

Eine Weihnachtsfeier für die rund 170 unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Hann. Münden haben die Bürgerinitiative Ein.Münden und die Evangelische Kirchengemeinde organisiert. In der Kirche St. Blasius trafen sich am Sonnabend die jungen Geflüchteten und Mündener Bürger.

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Quelle: Heller

Hann. Münden. Sie wünsche sich, dass die Jugendlichen nicht als Flüchtlinge wahrgenommen werden, sondern als Menschen "mit besonderen Lebensgeschichten", sagte Karen Joisten von der Initiative Ein.Münden. "Sie fordern uns dazu auf, miteinander gute und gelingende Lebensgeschichten möglich werden zulassen." Ziel der Feier sei es, alle Religionen zusammenzubringen. "Wo Menschlichkeit spricht, sind alle Religionen willkommen", sagte Joisten.
Mündens Oberbürgermeister Günter Fraatz (SPD) betonte, dass die christliche Kirche St. Blasius stellvertretend für Nächstenliebe "in ihrer reinsten Form" und als Aufforderung stehe, diese "gemeinsam zu leben". "Die Weihnachtszeit unterstreicht unseren Anspruch auf Barmherzugkeit, Güte und Menschlichkeit", erklärte Fraatz.
Rahima Valena, Göttinger Ratsfrau der Grünen und geboren in Afghanistan, ging in ihrer Ansprache auf die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Religionen ein. "Gott ist überall. Im Tempel, in der Moschee oder in der Kirche." Sie ging auch auf die Trennung von Kieche und Staat in Deutschland ein. Valena riet den jungen Männern, schnell Deutsch zu lernen und die Chancen, die ihnen Deutschland bietet, zu nutzen.
Die Redebeiträge während der Feier wurden von Dolmetschern der Jugendhilfe Südniedersachsen in in die Sprachen Tigrinya, Farsi/Paschtu und Arabisch übersetzt. Geflüchtete aus Kurdistan, Afgahnistan und Eritrea sangen Lieder ihrer Heimat. Der Kurde Hussain Abduljabar Issa besang etwa die Schönheit seiner Heimatstadt, Noorullah Amani aus Afghanisten sang über das Verlassen der Heimat.
Neben der von Detlef Renneberg gespielten Orgel gab es zudem Musik von Johann Sebastian Bach, gespielt von Querflötist Vincent Thuet, und Gesang von Mariele Bunk. Am Ende der Feier bekamen die jungen Männer ein Weihnachtsgeschenk erhalten, die aus Spenden der im Bürgertreff tätigen Frauen des Nähcafés, des Lions-Clubs, der Landfrauen Werratal, der Markthalle, von Mündener Bürgern und der Sparkasse stammen.
Zur Zeit leben rund 170 Jugendliche im Alter zwischen elf und 17 Jahren in der ehem. Kaserne und anderen Quartieren der Stadt. Sie kommen überwiegend aus Afghanistan, Eritrea und Syrien.

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