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Welcome- Cup für jugendliche Flüchtlinge in Göttingen

Jugendhilfe und SAP Welcome- Cup für jugendliche Flüchtlinge in Göttingen

Willkommenskultur ganz konkret: Ein Fußballturnier für jugendliche Flüchtlinge haben Beschäftigte der SAP in Göttingen und die Jugendhilfe Südniedersachsen organisiert. Rund 30 Flüchtlinge spielten beim Refugee Welcome Cup mit.

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„Die lieben Fußball“: Beim Refugee Welcome Cup machen 30 jugendliche Flüchtlinge mit.

Quelle: Heller

Göttingen. Auf dem Kunstrasenplatz am Jahnstadion traten am Sonntag vier Mannschaften in Hin- und Rückrunde auf zwei Kleinfeldern gegeneinander an. Eine Mannschaft stellten Beschäftigte der Firma SAP in Göttingen, die anderen drei Mannschaften bestanden aus jugendlichen Flüchtlingen. Diese blieben aber nicht in den Gruppen zusammen, in denen sie gekommen waren, sondern wurden den Mannschaften zugelost, wie Christian Thiem und Stephan Behrens von der Firma erläutern. Die Beschäftigten hatten die Idee zu dem Turnier, stellten die Schiedsrichter und versorgten die Spieler mit Getränken und zum Abschluss mit Essen.

 

 
Bei den Spielern handele es sich um sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, also Jugendliche, die allein nach Deutschland gekommen sind, erklärt Christian Stoll von der Jugendhilfe. Sie hätten die Erstaufnahmelager bereits hinter sich und würden von der Jugendhilfe nun in unterschiedlichen Wohnformen betreut. Die Jugendhilfe begleite im Landkreis Göttingen derzeit rund 220 solcher Flüchtlinge. Die 30, die auf seine Ansprache hin am Turnier teilnahmen, stammen aus Afghanistan, Eritrea, Syrien sowie aus dem Irak und aus dem Kosovo. Viele hätten schon einen Flüchtlingsstatus und besuchten eine Schule, sagt Stoll. Es sind nur männliche Jugendliche, die mitspielen. Es gibt laut Stoll bislang nur sehr wenige weibliche unbegleitete Flüchtlinge.

 

Foto: Heller

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Das Fußballturnier sei wichtig, weil es Öffentlichkeit und Kontakte schaffe, meint Stoll. Integration bedeute, etwas zusammen zu tun, ergänzt Behrens. Und schließlich: „Die lieben Fußball“, sagt Stoll. So wird immer wieder heiß auf dem Spielfeld diskutiert und gestikuliert, in vielen Sprachen und auch schon auf Deutsch. Und eins ist allen gemeinsam: Niemand möchte sich gern auswechseln lassen.

 

Von Jörn Barke

 

„Das ist total super für uns“

Einer der Spieler beim Refugee Welcome Cup ist der 18-jährige Ibrahim. Er ist vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen und seit elf Monaten in Deutschland. „Das ist total super für uns“, meint er zu dem Turnier. Es sei eine tolle Abwechslung und gebe die Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen.

 
Ebenfalls mit von der Partie ist der 17-jährige Adison, der aus dem Kosovo stammt und seit knapp acht Monaten in Deutschland ist. Er besucht nach eigenen Angaben die Integrierte Gesamtschule in Bovenden und ist in der zweiten Fußballmannschaft des SC Rosdorf aktiv. Das Turnier mache ihm Spaß, meint er: „Ich bin glücklich hier.“

 
Der 17-jährige Ghergisch aus Eritrea ist ebenfalls seit knapp acht Monaten in Deutschland. Er besucht nach eigenen Angaben die Berufsbildenden Schulen II in Göttingen. Er spiele gern Fußball und wolle gern mit anderen zusammen spielen, erklärt er seine Motivation, bei dem Refugee Welcome Cup mitzumachen. Alle drei betonen, dass das Zusammenspiel bei den zu Turnierbeginn ausgelosten Mannschaften gut klappe.

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