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Wieder Ruhe im Flüchtlingslager in Hann. Münden

Jugendliche fühlen sich schnell bedroht Wieder Ruhe im Flüchtlingslager in Hann. Münden

Nach einem Streit wischen Jugendlichen in einer Flüchtlingsunterkunft in Hann. Münden habe sich die Lage wieder vollkommen beruhigt, sagt die kommissarische Leiterin der Einrichtung, Elisabeth Staab. Bei dem Streit am Donnerstag waren jeweils drei Flüchtlinge und Betreuer leicht verletzt worden.

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Nach einem Streit wischen Jugendlichen in einer Flüchtlingsunterkunft in Hann. Münden habe sich die Lage wieder vollkommen beruhigt, sagt die kommissarische Leiterin der Einrichtung, Elisabeth Staab.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hann. Münden. Auslöser „war nichts Grundsätzlichen“ zwischen den aneinander geratenen Gruppen aus Eritrea und Afghanistan, versichert Staab.

Die Streitursache sei ein eigentlich kleiner und unbedeutender Anlass gewesen. „Eigentlich leben die Jugendlichen aus den beiden Ländern in Frieden zusammen“, sagte die Mitarbeiterin der Jugendhilfe Südniedersachsen, die die Jugendlichen betreut. Auch am Freitagvormittag hätten sie wieder friedlich gemeinsam in Sprachkursen gesessen und Deutsch gelernt.

Ein zunächst verbaler Streit zwischen zwei Gruppen war am Donnerstag gegen Mittag eskaliert. Dabei wurden nach Polizeiangaben auch Besteck und Geschirr geworfen und Besenstiele als Schlagwerkzeug eingesetzt. Bei dem Versuch zu schlichten, wurden zwei 47 und 48 Jahre alte Betreuer und eine 54-jährige Betreuerin verletzt, außerdem drei 16-jährige Flüchtlinge.

In der Unterkunft in einem ehemaligen Kasernengebäude wohnen zurzeit etwa 55 minderjährige Flüchtlinge ohne Elternbegleitung in Altern von 14 bis 17 Jahren. Die jugendlichen Männer kommen aus verschiedenen Ländern. Die zentrale Unterbringung in einem Mündener Gebäude sei „eine Notsituation“, so Staab. Ziel sei es, sie in dezentrale Wohngruppen und Familien zu bringen.

Der Streit sei eine Ausnahmesituation gewesen, an dem auch nicht alle Bewohner beteiligt gewesen seien. Die Betroffenen wüssten selbst, dass ihr Verhalten „blöd war“. Die tiefere Ursache liege in ihren bisherigen Erlebnissen. Sie kämen aus einem Land, in dem sie viel Gewalt erlebt haben.

Schon kleinere Anfeindungen würden sie teilweise als Bedrohung empfinden. Und sie hätten besonders während ihrer Flucht gelernt, dass sie zusammenhalten müssten, um zu überlegen. Das erkläre auch die Ausweitung des Streites.

Hier setze aber auch das Betreuungskonzept der Jugendhilfe an, so Staab – neben Sprach- und interkulturellen Kursen für ein selbstständiges Leben in Deutschland. „Wir müssen ihnen klar machen: 'Ihr seid hier sicher und müsst euch nicht so schnell angegriffen fühlen'“. Unterstützt werde das durch gemeinsame Unternehmungen und Sporteinheiten.

Darüber hinaus habe die Jugendhilfe mit der Polizei Hann. Münden eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Schwerpunkt werde dabei eine externe Beratung sein, um Auseinandersetzungen im Vorfeld auszubremsen.

Die Jugendlichen seien durchgehend hoch motiviert und hätten klare Ziele, so Staab: „Sie wollen schnell Deutsch lernen, eine Ausbildung machen und sich integrieren.“

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