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Wohlfahrt gegen Pflichtdienst in Flüchtlingshilfe

Vorstoß sorgt für Kritik bei Verbänden Wohlfahrt gegen Pflichtdienst in Flüchtlingshilfe

CDU-Politiker fordern einen Pflichtdienst in der Flüchtlingshilfe für junge Menschen. Das stößt bei Göttinger Wohlfahrtseinrichtungen auf wenig Gegenliebe. Sie befürchten, dass es verpflichteten Helfern an Motivation und Fachkenntnis mangeln könnte.

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Michael Bonder, Bonveno gGmbH

Quelle: EF

Göttingen. Es gebe „so viele Menschen, die Flüchtlingshilfe sehr begeistert“, sagt Geschäftsführerin Zeliha Karaboya vom Göttinger Migrationszentrum. Sie setzt deshalb lieber auf Freiwillige, denn sie hätte „kein gutes Gefühl, wenn da jemand nur wegen der Pflicht säße“. Bei der Jugendhilfe Südniedersachsen, die überwiegend minderjährige Flüchtlinge betreut, ist man skeptisch ob möglicher Einsatzbereiche für Pflichtdienst-Leistende. Geschäftsführer Jürgen Stierand zufolge ist die Jugendhilfe vor allem auf ausgebildete Erzieher angewiesen. Wenn überhaupt kämen Pflichtdienstleistende für einfache, hauswirtschaftliche Tätigkeiten oder Begleitungsaufgaben in Frage. Harsche Kritik an dem Vorschlag kommt von Thomas Heek, dem Geschäftsführer der Caritas in der Erstaufnahmeeinrichtung Friedland. Er sieht angesichts des „beeindruckenden Engagements“ von Ehrenamtlichen schlicht keinen Bedarf an Pflichtdienstleistenden. Er wünscht sich stattdessen, die Politik würde auf die „Diskussion von Scheinlösungen verzichten“ und sich um Herausforderungen wie die Beschleunigung von Asylverfahren kümmern. Zudem habe die Politik gerade erst zusätzliche Stellen im Bundesfreiwilligendienst geschaffen. Von denen profitiert auch die Göttinger Bonveno gGmbH, die mehrere Flüchtlingsunterkünfte betreibt, berichtet dort Michael Bonder. Allerdings laufe das Registrierungsverfahren als Einsatzstelle noch, weshalb bisher keine „Bufdis“ in der Flüchtlingshilfe im Einsatz seien.

 
Grundsätzlich könne man „nie genug Helfer im Pool haben“, sagt hingegen Claus-Peter Siebert vom Deutschen Roten Kreuz. Allerdings wünscht auch er sich, dass sich „niemand gegängelt fühlt“. Stattdessen sei es wünschenswert, Freiwilligen und Ehrenamtlichen mehr Respekt zu zollen. Eine öffentliche Ehrung oder ein „kleines Belohnungssystem“ könnten ihm zufolge helfen. hö

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