Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Workshop für Flüchtlinge mit Anca Graterol

Zufluchtsort Musik Workshop für Flüchtlinge mit Anca Graterol

In der Flüchtlingsunterkunft in der Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen bieten der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und Anca Graterol Musik-Workshops für Flüchtlinge an. Graterol kommt jeden Montag in die Flüchtlingsunterkunft.

Voriger Artikel
Spendentopf für Flüchtlingsarbeit?
Nächster Artikel
Flüchtlingaufnahme kostet Göttingen Millionen

Proben Bon Jovis „Livin’ on a prayer“: Junge Flüchtlinge mit Anca Graterol.

Quelle: Heller

Adelebsen. „Tommy used to work on the docks“, knallt es durch die Flüchtlingsunterkunft in der Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen. Elf Musiker rocken mit Sängerin Anca Graterol Bon Jovis „Livin‘ on a Prayer“, teilweise haben sie zum ersten Mal ein Instrument in der Hand.

 
Graterol war in ihrer Heimat Rumänien vor fast 30 Jahren ein Super-Star und bietet in Deutschland seit vielen Jahren Musik-Workshops an. Bei den jugendlichen Flüchtlingen ist die Arbeit mit der Musikerin der Renner. Bis zu vier Stunden geben alle Vollgas, denn „powervolle Sachen kommen am besten an“, weiß Graterol. Einige haben eine musikalische Vorbildung, spielen jedoch Instrumente und Lieder aus ihrem Kulturkreis, die mit den Rocknummern in Adelebsen nichts zu tun haben.

 
Aber das macht nichts, ein begeistertes „Ja“, ist die einhellige Antwort auf die Frage, ob sie Spaß an dem Workshop haben. Die meisten Teilnehmer sind junge Männer, doch auch die 18-jährige Jaelan Usaf hat sich einen Bass gegriffen und mischt selbstbewusst mit. Drei E-Gitarren, drei Keyboards, Bass und Schlagzeug sind weit über den Gemeinschaftsraum der Flüchtlingsunterkunft hinaus zu hören.

Foto: Heller

Zur Bildergalerie

 
Sehr temperamentvoll seien die jungen Leute, erzählt Anca Graterol. Untereinander geht‘s  manchmal etwas ruppig zur Sache, wenn sich einer zu oft verspielt. Dann sind Graterol und ihr Assistent Marc Scholz sofort zur Stelle. Sie zeigen Griffe, Tricks und Kniffe, üben in kleinen Gruppen, bevor es wieder ein großes rockiges Miteinander wird.

 
Gerne würde Graterol ein Konzert mit den Flüchtlingen geben. Doch wenn ein gewisser Level erreicht ist, würden die Flüchtlinge bereits weiter geschickt werden und seien nicht mehr vor Ort. Außer Renas Ebrahem: Der Schlagzeuger ist inzwischen in Göttingen untergebracht, fährt aber immer montags zum Musik-Workshop nach Adelebsen.

 
Graterol ist sehr froh, den Flüchtlingen über die Musik eine kleine friedliche Welt erschließen zu können. Sie selbst hat ein ähnliches Schicksal erlebt, als sie vor 28 Jahren vor dem Regime von Nicolae CeauŞescu aus ihrer Heimat Rumänien floh – auch ihr gab die Musik Zuflucht. „It‘s tough, so tough“, wie es in dem Bon-Jovi-Song weiter heißt.

 

Von Katrin Westphal

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen