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Einblick in Flüchtlingsunterkunft Zietenterrassen

„I like Germany“ Einblick in Flüchtlingsunterkunft Zietenterrassen

Die Flüchtlingsunterkunft auf den Zietenterrassen ist mehr als zwei Monate nach Ankunft der ersten Bewohner inzwischen Heimat für 160 Geflüchtete geworden. 80 Prozent seien junge Männer zwischen 18 und 50 Jahren, sagte Leiterin Bettina Briesemeister.

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Ammar und Amir aus dem Irak wohnen seit drei Wochen in der Unterkunft auf den Zietenterrassen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Das Zusammenleben klappt gut“, erklärte Briesemeister von Bonveno. Bei schönem Wetter sei es richtig toll. Dann sei Leben auf dem kleinen Spielplatz zwischen Unterkunft und ASC-Vereinsheim. Der Spielplatz werde von den Familien in der Unterkunft gut angenommen. Die Männer quatschten, rauchten, telefonierten, berichtete Briesemeister. Die Geflüchteten in der als Übergangswohnheim konzipierten Unterkunft kommen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und Irak. Eine Familie stamme aus Serbien, eine albanische werde erwartet.

Inzwischen sei auch das erste Baby geboren worden. „Der kleine Ibrahim ist vor zwei Tagen zur Welt gekommen. Seine Eltern wohnen hier“, sagte Briesemeister. Andere Bewohner seien hingegen schon wieder ausgezogen, hätten auf eigene Faust eine neue Wohnung gefunden. Andere wiederum hätten ihre Asyl-Anerkennung bereits erhalten.

Unterdessen versucht Briesemeister und ihr Team die letzten fehlenden Ausstattungsgegenstände zu organiseren. So fehlten in einigen Wohnungen immer Tische oder Schränke.

Eine der Wohnungen, in denen noch Möbel fehlen, bewohnen der 29-jährige Ammar und der 18 Jahre alte Amir. Die beiden Kurden stammen aus dem Irak. Beide sind vor dem Islamischen Staat geflohen. Beide haben mehrere 1000 Dollar für Schleuser bezahlt, die sie nach Deutschland bringen.

Ammar will seinen Master in Wirtschaftswissenschaften in Deutschland machen. Amir träumt davon, Zahnarzt zu werden. Beide besuchen Deutschkurse. Über das Internet und Telefon halten sie täglich Kontakt zu ihren Familien, die aus dem Irak ins sichere Kurdengebiet geflohen sind. Stolz zeigen sie  auf dem Smartphone Fotos ihrer Familien. Zurück wollen sie aber nicht. „I like Germany“, sagt Ammar.

Briesemeister beschreibt die Gefühlswelt der vielen Männer in der Unterkunft: Die einen, vor allem die ganz jungen seien bereits auf Party aus, andere, deren Familien noch in den Krisengebieten ausharren, gehe es „ganz, ganz schlecht“. Sie litten,  in der Hoffnung, Frauen und Kinder nach Deutschland in Sicherheit bringen zu können.

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