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Flüchtlingsheim auf den Zietenterrassen erst im Sommer fertig

Ausschreibung kann nach Zustimmung des Sozialausschusses beginnen Flüchtlingsheim auf den Zietenterrassen erst im Sommer fertig

Der Bau eines Flüchtlingswohnheims auf den Zietenterrassen wird immer wahrscheinlicher. Bis die Unterkunft steht, wird es aber mindestens noch bis zum Spätsommer dauern. Was muss bis dahin noch geschehen? Ein Überblick.

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Für das Flüchtlingsheim auf den Zietenterrassen muss noch ein Träger gefunden werden.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Zuerst muss der Sozialausschuss des Rates in seiner Sitzung nächste Woche dem Konzept für den Bau des Flüchtlingswohnheims zustimmend zur Kenntnis nehmen, so wie es der Ortsrat Geismar bereits getan hat. Erst dann könne der Bau der Unterkunft ausgeschrieben werden, erklärt Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD). Dann dauere es wahrscheinlich noch sechs bis sieben Monate, bis das Wohnheim bezugsfertig sei. Dieses soll maximal 180 Flüchtlingen Platz bieten und etwa 4,5 Millionen Euro kosten.

Unterdessen arbeitet die Stadtverwaltung nach Angaben von Schlapeit-Beck an der „Ausschreibung der Betreiberschaft“ für das Flüchtlingswohnheim. Die Stadt wolle den Betrieb der Unterkunft an einen Träger abgeben, „um uns zu entlasten“. Dieser Träger übernehme die „Gesamtverantwortung für den Betrieb des Objekts“. Er kümmere sich unter anderem um Personal, die Betreuung der Flüchtlinge, einen Sicherheitsdienst und die Gebäudereinigung. Interessenten gebe es schon viele, sagt die Soziadezernentin. Sie betont aber, dass es ein „exaktes Ausschreibungsverfahren“ geben werde. Dieses könne frühestens nach der übernächsten Sitzung des Sozialausschusses im März beginnen. Wichtig sei es, deutlich vor der Fertigstellung des Wohnheims einen Betreiber zu finden.

Für den Bau der Unterkunft und die Kosten des Trägers müsse die Stadt aufkommen, erklärt Schlapeit Beck. Die Flüchtlinge müssen Miete bezahlen. Diese werde aus der Pauschale finanziert, die die Stadt Göttingen jährlich pro Flüchtling vom Land Niedersachsen erhalte. Das Problem laut Schlapeit-Beck: Diese Pauschale betrage derzeit 6100 Euro. Es müssten aber ungefähr 12 000 Euro sein, um alle Kosten zu decken.

Unterdessen richtet die Stadtverwaltung ihren Blick auch bereits auf das Jahr 2016. Der Zustrom von Flüchtlingen werde schließlich nicht abebben, sagt Schlapeit-Beck. In diesem Jahr rechne die Stadtverwaltung mit 700 Flüchtlingen, diese Zahl werde wohl auch 2016 erreicht. Es sei daher „gut vorstellbar“, dass weitere Wohnheime in Göttingen als „Zwischenunterkunft“ gebaut werden müssten. „Allerdings an anderer Stelle“, betont Schlapeit-Beck. „Wir wollen die Standorte gleichmäßig auf die Stadtteile verteilen.“

Mit dem Thema Flüchtlingswohnheim befasst sich der Sozialausschuss am Dienstag, 10. Februar. Er tagt wegen des vermutlich wieder großen öffentlichen Interesses um 16 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses.

Behauptungen „absurd“

Der Clausthaler Informatik-Professor Harald Richter ist wegen seines offenen Briefs gegen ein Flüchtlingsheim in Göttingen auf geharnischte Kritik bei seinen Fachkollegen gestoßen. Der Informatik-Professor hatte für den Brief an die Göttinger Stadtverwaltung, in dem er sich gegen die Ansiedlung eines Flüchtlingswohnheims auf den Göttinger Zietenterrassen ausspricht, seine Dienstadresse benutzt. Das Institut für Informatik der TU Clausthal distanziere sich mit Nachdruck vom Inhalt dieses Schreibens, heißt es in einer Stellungnahme des Direktoriums des Instituts.

Richter gehöre zwar dem Institut an, habe aber keine Leitungsfunktion inne. Seine Aussagen seien „weder mit uns abgestimmt, noch werden sie von uns geteilt“, erklären die Institutsdirektoren Professor Jörg P. Müller, Professor Jürgen Dix und Professor Sven Gartmann. Man verwahre sich dagegen, dass Richter seine Dienstadresse verwende, um seine private Meinung öffentlich kundzutun oder persönliche Interessen zu verfolgen. Die im Schreiben geäußerten Behauptungen seien „absurd“ und hielten einer ernsthaften Diskussion „nicht stand“. Richter hatte behauptet, das geplante Flüchtlingswohnheim würde die Ansiedlung eines Fraunhofer Instituts gefährden, weil sich „angesichts von in Gruppen herumstehenden Afrikanern, die nicht arbeiten dürfen, sowie verschleierten Frauen mit zahlreichen Kindern“ keine Industriepartner finden ließen. nie

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