Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Inforunde zur Unterbringung von 200 Amtshilfe-Flüchtlingen in Zieten-Sporthalle

Göttinger Bürger sorgen sich Inforunde zur Unterbringung von 200 Amtshilfe-Flüchtlingen in Zieten-Sporthalle

Vor allem das Wohl der Flüchtlinge beschäftigt die Nachbarn einer weiteren geplanten Unterkunft in der Turnhalle auf den Göttinger Zietenterrassen, nur wenige fürchten Einschränkungen für den Stadtteil. Während einer Infoveranstaltung am Dienstag gab es viele Fragen, aber auch Anregungen.

Voriger Artikel
Vorbereitungen für Notunterkunft auf Göttinger Zietenterrassen
Nächster Artikel
Einblick in Flüchtlingsunterkunft Zietenterrassen

180 Besucher bei der Informationsveranstaltung in der Fun-Sporthalle am Dienstagabend.

Quelle: CR

Göttingen. Der Appell von Jörg Lose stößt bei den meisten der etwa 180 Bürger in der Fun-Sporthalle auf offene Ohren: „Es kann und wird zu Beeinträchtigungen kommen“, sagte der Vorsitzende des Sportvereins SC Hainberg, „für den Verein und das Viertel.“ Aber sie werden gering sein und er sei überzeugt, dass die Gemeinschaft die besondere Aufgabe meistern werde.  Zuvor hatte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) mit einer Beschreibung der Situation in ganz Deutschland eindringlich erklärt, warum die Stadt fast verzweifelt auf der Suche nach weiteren Hallen und Wohnungen für Flüchtlinge ist und jetzt auch die beiden Hallen auf den Zietenterrassen nutzen wird.

 

In der früheren Bundeswehr-Sporthalle sollen voraussichtlich ab Freitag 200 Flüchtlinge untergebracht werden. Verpflegt werden sie in der Fun-Sporthalle in einem kleinen abgetrennten Bereich. Göttingen nimmt die Flüchtlinge auf dem Weg der sogenannten Amtshilfe für das Land Niedersachsen auf, weil alle Erstaufnahmeeinrichtungen überlastet sind. Die Göttinger Feuerwehren, das THW und Mitglieder des SC Hainberg haben die Hallen unter Regie des Deutschen Roten Kreuzes aus Göttingen-Northeim eingerichtet. Das DRK übernimmt auch die weitere Betreuung .

 

Die Flüchtlinge sollen etwa vier Wochen bleiben, dann sollen die Hallen wieder geräumt werden. Ein Zeitraum, den Köhler eher bezweifelt. Aber ein Zeitraum, in dem das DRK den oft traumatisierten Flüchtlingen nach ihrer Ankunft und Erstversorgung „vor allem Ruhe und einen strukturierten Tagesablauf bieten will“, erklärte DRK-Koordinator Frank Beckmann das Betreuungskonzept, an dem auch der SC Hainberg beteiligt ist.

 

In der Fragerunde wollten die Besucher vor allem wissen, ob die Flüchtlinge über Sportangebote hinaus sozialpädagogisch betreut werden und ob es spezielle Angebote für Frauen gibt. Einige regten an, möglichst viele – auch ehrenamtliche – Dolmetscher einzusetzen, um den Flüchtlingen ein Gefühl der Geborgenheit zu geben. Irritiert äußerten sich andere über einen deprimierend wirkenden schwarzen Schutzzaun um das Gelände. „Es gab schlicht kein anderes Material“, bedauerte Beckmann.  Befürchtungen, durch die Einrichtung könnten wegfallende Parkplätze auf eine Spielwiese verlegt werden, wurden schnell zerstreut.  

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016