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Vier Mitarbeiter für Heim auf den Zietenterrassen geplant

Göttingen Vier Mitarbeiter für Heim auf den Zietenterrassen geplant

Wie viel Personal benötigt der Betrieb des geplanten Flüchtlingswohnheims auf den Zietenterrassen? An dieser Frage hat sich am Dienstag im Sozialausschuss eine Diskussion entzündet.

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Quelle: Heller/Archiv

Göttingen. In der Leistungsbeschreibung für den Betrieb des Heims setzt die Verwaltung einen Sozialarbeiter oder Sozialwissenschaftler für die Heimleitung, einen Sozialarbeiter für die Sozialbetreuung, einen Erzieher oder Sozialassistenten für die Kinder- und Jugendbetreuung und einen Hausmeister voraus, die der neue Betreiber dort beschäftigen soll. "Es ist uns kein Flüchtlingswohnheim bekannt, das einen höheren Standard hat", sagte Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD). Heime in Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen seien viel schlechter ausgestattet, fasste sie die Recherchen der Verwaltung zusammen.

Bedenken, dass dieser Personalschlüssel für die 180 Heimbewohner reicht, äußerten Politiker aller im Ausschuss vertretenen Fraktionen. Der Integrationsrat schlägt mindestens jeweils zwei Sozialarbeiter, Erzieherinnen und Hausmeister plus Leitung vor.

Sebastian Rose vom niedersächsischen Flüchtlingsrat sieht das ähnlich. In einem Schreiben an Bewohner der Zietenterrassen, in dem er die Leistungsbeschreibungen bewertet, kommt er zu dem Schluss: "Nicht hinreichend ist der Personalschlüssel für Leitung und Sozialarbeit." Netto blieben zwei volle Stellen für Leitung und Sozialarbeit. Rose geht davon aus, dass die Leitung mit der Einbindung des Heims in den Stadtteil, Personalführung und Verwaltungstätigkeiten nahezu vollständig zeitlich ausgelastet sein dürfte. Dann bliebe für die konkrete soziale Beratung eine weitere Person in der sozialen Arbeit, "was nicht hinreichend ist". Rose verweist auf einen Betreuungschlüssel der Stadt Hannover, wo 1,5-Sozialarbeiterstellen inklusive Leitung auf 50 Bewohner kommen. Würde man den Schlüssel von Hannover anlegen, so käme man in Göttingen auf 5,4-Stellenanteile auf 180 Bewohner, "was schon deutlich den Unterschied darlegt", urteilt Rose.

Der Ausschuss nahm die Verwaltungsvorlage zustimmend zur Kenntnis.

Freunde statt Fremde

Göttingen. Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (CDU) setzt sich für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge, deren Unterstützung und Integration ein. „Die Politik muss hierfür die richtigen Rahmenbedingungen stellen. Insbesondere ist das Land gefordert, die Kommunen vor Ort in ihren Anstrengungen finanziell zu unterstützen“, sagte Güntzler. Der Bund habe bereits eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt.

Er unterstütze die Internationalen Wochen, die am Montag begonnen haben und noch bis zum 29. März laufen. „In diesem Jahr haben diese beiden Wochen eine besonders große Bedeutung“, erklärte Güntzler. Terror bestimme den Alltag. Die Wurzeln von Rassismus, von Pegida-Demonstrationen und rechtsradikalen Äußerungen lägen auch in der Angst vor Fremden. „Ich möchte daher dazu aufrufen, dass wir gemeinsam dafür sorgen, dass aus Fremden Freunde werden“, sagte Güntzler. Jeder könne dazu in seinem näheren Umfeld beitragen. „Kaffeetrinken mit dem albanischen Nachbarn, Fußball spielen mit dem iranischen Arbeitskollegen oder einfach nur ein nettes Gespräch mit dem libanesischen Taxifahrer. Mit meinem Besuch der Flüchtlinge im Rosenthaler Hof in Westerode am vergangenen Freitag habe ich ein Zeichen gesetzt“, meint der Unionspolitiker. mib

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