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Professor wegen Aussagen gegen Flüchtlingsheim weiter in der Kritik

Ministerin und Migrationsbeauftragte weisen Äußerungen zurück Professor wegen Aussagen gegen Flüchtlingsheim weiter in der Kritik

Die Kritik an dem als ausländerfeindlich gewerteten Brief eines Informatik-Professors gegen den Bau eines Flüchtlingswohnheims in Göttingen reißt nicht ab. Auch wenn die Äußerungen des Wissenschaftlers nach vorläufiger Prüfung juristisch nicht zu beanstanden seien, "halte ich sie für absolut inakzeptabel", sagte Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) am Freitag. Die Migrationsbeauftragte Doris Schröder-Kopf (SPD) sagte, die Äußerungen seien "eines Vertreters der Wissenschaft nicht würdig."

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Die Göttinger Zietenterrassen: Platz für Flüchtlingswohnheim und Forschungseinrichtungen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen/Hannover. Der Professor, der an der Technischen Universität Clausthal lehrt, hatte in einem Brief an die Mitglieder des städtischen Sozialausschusses unter anderem behauptet, bei einem Bau des Wohnheims im Göttinger Stadtteil "Zietenterrassen" sei die mögliche Ansiedlung eines Fraunhofer-Instituts in der Nachbarschaft "wirtschaftlich nicht mehr darstellbar". Kein Industriepartner werde "angesichts von in Gruppen herumstehenden Afrikanern, die nicht arbeiten dürfen, sowie verschleierten Frauen mit zahlreichen Kindern glauben, dass an diesem Standort Hochtechnologie gemacht wird".

Sie sehe das Image und die Wettbewerbsfähigkeit eines Fraunhofer-Instituts auf den Zietenterrassen in Göttingen nicht durch den Bau eines Flüchtlingswohnheims bedroht, sehr wohl aber durch die ausländerfeindlichen Äußerungen des Clausthaler Professors, sagte Heinen-Kljajic. Gerade Forscher und Wissenschaftler arbeiteten international vernetzt. In einer Atmosphäre der Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz könne diese Arbeit nicht gedeihen. Es sei daher "absurd, High-Tech und Flüchtlinge gegeneinander auszuspielen".

Schröder-Köpf betonte, unter den Flüchtlingen seien viele talentierte junge Menschen und Fachkräfte. "Angesichts des demografischen Wandels können wir uns glücklich schätzen, wenn Menschen aus anderen Ländern in unser Bundesland kommen." Dieses Potenzial sollten Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung nicht ungenutzt lassen.

Auch die TU Clausthal ging auf Distanz zu ihrem Professor. Bei dem Brief handele es sich um eine private Meinung, die von der Hochschule nicht geteilt werden. Die bereits mit einigen Fakultäten auf den Zietenterrassen angesiedelte Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst betonte, die in dem Schreiben gemachten Aussagen würden dort keinesfalls geteilt.

epd

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