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Zietenterrassen: Flüchtlingsheim erneut Thema im Sozialausschuss

Umstrittenes Projekt Zietenterrassen: Flüchtlingsheim erneut Thema im Sozialausschuss

Nachdem der Ortsrat Geismar Ende Januar die Pläne für das geplante Flüchtlingswohnheim auf den Zietenterrassen zustimmend zur Kenntnis genommen hat, ist das Thema am Dienstag erneut auf der Tagesordnung des Sozialausschusses des Rates. Mit ihrer Zustimmung können die Sozialpolitiker das Projekt, das in der Nachbarschaft auf den Terrassen nicht unumstritten ist, auf den Weg bringen.

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Quelle: Meder/Archiv

Göttingen. Die Verwaltungspläne sehen eine Flüchtlingsunterkunft zwischen Hannah-Vogt-Straße und Ehrengard-Schramm-Weg vor. Bis zu 180 Personen sollen in dem dreigeschossigen Gebäude Platz finden. Es sollen 30 zum Teil barrierefreie und behindertengerechte, 60 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnungen für je sechs Personen entstehen. Drei Gemeinschaftsbereiche für Hausmeister, Sicherheitsdienst und Sozialarbeit, Kinderbetreuung, Aufenthalt für Jugendliche sowie Technikflächen sind ebenso geplant. Das Wohnheim soll fünf Jahre genutzt werden. Die Kosten, die die Stadt Göttingen tragen muss, gibt die Verwaltung mit 4,5 Millionen Euro an. Allein in diesem Jahr erwartet die Stadt rund 700 Flüchtlinge.

Erst mit der erwarteten zustimmenden Kenntnisnahme durch den Sozialausschuss kann der Bau der Unterkunft auch ausgeschrieben werden. Dann dauere es nach Auskunft von Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD) wahrscheinlich noch sechs bis sieben Monate, bis das Wohnheim bezugsfertig sei.

 

Parallel arbeitet die Stadtverwaltung nach Angaben von Schlapeit-Beck an der „Ausschreibung der Betreiberschaft“ für das Flüchtlingswohnheim. Die Stadt wolle den Betrieb der Unterkunft an einen Träger abgeben, „um uns zu entlasten“. Dieser Träger übernehme die „Gesamtverantwortung für den Betrieb des Objekts“. Er kümmere sich unter anderem um Personal, die Betreuung der Flüchtlinge, einen Sicherheitsdienst und die Gebäudereinigung. Das Ausschreibungsverfahren könne frühestens nach der März-Sitzung des Sozialausschusses beginnen.

 

Die SPD im Ortsrat Geismar setzt bei dem Flüchtlingswohnheim auch auf die gute Infrastruktur im Viertel und die Unterstützung durch Vereine, Verbände und Bürger.  Grüne und CDU sprachen sich zudem für die Gründung eines Beirats aus.

 

Unterdessen ist die Bürgerinitiative Zukunft Zietenterrassen (BIZZ) weiterhin skeptisch bei dem Vorhaben. Ihr Sprecher Frank Schorkopf bemängelt, dass ein Konzept für den Betrieb des Wohnheims weiterhin fehle. Fragen etwa nach der benötigten Anzahl von Sozialarbeitern oder der schulischen Betreuung von Flüchtlingskindern seien ungelöst. "Das sind keine guten Bedingungen", sagt Schorkopf. Anders als Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) im Tageblatt-Interview gesagt hat, sei in der Wohnheimsfrage auf den Zietenterrassen eben nicht "alles paletti". Die Kommunalpolitik sei zwar gesprächsbereit gewesen, bewegt habe sie sich aber nicht. Das vorgebrachte Argument der "Alternativlosigkeit" für das Wohnheim wertet Schorkopf als Strategie gegen die vorgebrachte Kritik. Er kündigte seine Teilnahme an der Sozialausschusssitzung an. Zudem werde die Bürgerinitiative die Planungen zum Wohnheim weiterhin begleiten.

 

Die Sitzung des Sozialausschusses beginnt am Dienstag, 10. Februar, um 16 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4.

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