Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
"Unglaubliche Wassermengen" in Groß Schneen

Hochwassereinsatz nach Dauerregen "Unglaubliche Wassermengen" in Groß Schneen

Dramatischer Hochwassereinsatz in der Nacht: Rund 200 Flüchtlinge sind in der Nacht zu Montag gegen 2 Uhr aus ihrer Unterkunft in der Sporthalle in die Carl-Friedrich-Gauss-Schule umgesiedelt worden.

Voriger Artikel
Zu viel Regen: Straßensanierung in Göttingen vorläufig abgesagt
Nächster Artikel
Hochwasser: 200 Flüchtlinge in Rosdorf untergebracht
Quelle: Fädrich

Groß Scheen. Am Montagnachmittag sollen sie in die Turnhalle der Anne-Frank-Schule in Rosdorf umziehen. Außerdem liefen in der Nacht weit mehr als 80 Keller allein in Groß Scheen voll, Straßen wurden überflutet, massive Schultüren durch die Wassergewalt eingedrückt.

„So ein Ereignis haben selbst die alten Einwohner Groß Schneens noch  nie erlebt“, sagte Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD). „Es waren unglaubliche Wassermengen.“ Gemeinsam mit Landrat Bernhard Reuter (SPD) und den leitenden Einsatzkräften hat er am Montagmorgen eine erste Bilanz gezogen. Reuter sprach von einer „Großschadenslage“. Mehr als 160 Kräfte von Feuerwehr, THW, Polizei, ASB, Maltesern, DRK und der SEG des Landkreises waren - einige sind es noch immer -  in Groß Schneen  im Einsatz. „Zum Glück gab es keine Verletzten“, so Reuter. Das sei den Einsatzkräften zu verdanken.

Reuter erwartet, dass im Laufe des Tages weiterer Regen fällt. Der Deutsche Wetterdienst hat eine entsprechende Unwetterwarnung herausgegeben. Bereits in der Nacht habe man eine Technische Einsatzleitung aus Fachleuten gebildet. Viele Straßen im südlichen Landkreis, darunter die Querungen der Leine, waren nicht passierbar, was den Einsatz zusätzlich erschwerte. Die technische Einsatzleitung ist auch weiterhin im Einsatz. „Wir wollen die Situation im Griff behalten“, so Reuter.

Ein Augenmerk der Einsatzkräfte liegt auch auf einem möglichen Umweltseisatz. „Wir  mussten eine Ölsperre legen“, so Volker Keilholz, stellvertretender Kreisbrandmeister. Möglicherweise stamme das Öl aus dem Ort Ahrenshausen, der zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten war.

Am Nachmittag sollen die 200 Flüchtlinge nach Rosdorf gebracht werden. Heinrich Hörnschemeyer, Leiter des Lagers Friedland, erklärte, dass die Menschen, die in der Turnhalle in Groß Schneen untergebracht waren, überwiegend aus dem Irak, aus Syrien, Afghanistan und Eritrea stammen. Mehr als 3000 Flüchtlinge leben derzeit im Lager, der Leiter sprach von „unhaltbaren Zuständen“ und appellierte dringend an die Verantwortlichen, diese Überbelegung zu reduzieren.

Überflutete Keller und Straßen beschäftigen Feuerwehren und Einsatzkräfte von Rettungsdiensten im südlichen Landkreis Göttingen.

Zur Bildergalerie
 

In der Nacht zu Montag, 17. August, mussten 200 Flüchtlinge nach einem schweren Unwetter evakuiert werden.

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Weihnachtsdeko in Göttingen und Umgebung