Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
David-Ziaja-Weg nach Bad Lauterberg

Tag 14 David-Ziaja-Weg nach Bad Lauterberg

Heute wird es anstrengend und das aus mehreren Gründen! Es soll unfassbar heiß werden und wir gehen in den Harz. Au Backe, ob das gut geht? Ich  flachste morgens noch herum, ob ich den Tag überleben würde?!  

Voriger Artikel
Tag 13: Kirschen-Weg nach Herzberg
Nächster Artikel
Kathi geht – und Duderstädter gehen mit

Unwetter ahoi: Kathi gelingt es, den Gewitterwolken zu entgehen.

Quelle: EF

 Habt ihr euch das schon einmal gefragt? Ich meine, lebt ihr euer Leben so, dass ihr zufrieden seid? Oder bereut ihr etwas, es noch nicht getan zu haben?! Dann solltet ihr es tun und keine Ausreden finden.

Dieser Plan, mit meinem Lauf war zu Beginn weder umsetzbar, noch daran zu denken, aber ich wollte es, also kämpfe ich für meinen Traum, denn irgendwann kommt dieser Moment, an dem ich sagen kann " Ich habe es wenigstens versucht und habe alles MIR mögliche gegeben." 

Man sagt oft, es ist so anstrengend, so stressig, es ist unmöglich! Aber wie ihr seht, sitze ich nach einem der heißesten Tage in diesem Jahr in der Natur und schreibe euch diese Zeilen.

Ich muss zugeben, es war anstrengend, es begann in Herzberg, als wir mit Frau Kiep, dem Bürgermeister Herr Peters und Frau Wiegmann (eine liebe Bürgerin von Herzberg) im Café König saßen und klönten und zum Abschied noch ein Heißgetränk genossen, als ein heftiges Unwetter über uns losging.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich eine derjenigen bin, die die Liste der Gewitter-Angsthasen anführt. Man findet mich dann gerne auch mal im Schrank.

Ich war super nervös und alle, auch meine Mitläufer Daniel und Carsten (von O.R.T.) durchforsteten sämtliche Wetterapps und -karten, wie sich diese Unwetterfront weiter bewegt.

Ich teilte dann allen mit, dass ich das aussitzen werde und nicht pünktlich 10 Uhr losgehe. Eine kluge Entscheidung, denn niemand würde ohne mich los laufen, hoffte ich jedenfalls. 
Gegen 10:40 Uhr konnten wir los, es regnete noch etwas, aber das war okay, die Blitze und dieser Krach verschonten mich dann Großteils. Daniel hatte eine fantastische Strecke herausgesucht, so dass ich "naturblicktechnisch" ganz auf meine Kosten kam.

Die Straße war nicht stark befahren, aber durch die Wärme oder die Schwüle fiel mir auf, dass die Autofahrer echt unkonzentriert waren und ich dachte an mich selber, wie oft war ich abgelenkt, in Gedanken versunken, oder sogar mit Radio oder Navi beschäftigt. Das ließ mich echt nachdenklich werden.

Ich erzählte Carsten und Daniel bei einem tollen Blick zum Harz und Brocken, von David und das dieser Name seit einiger Zeit feststand für einen Weg, ich aber noch nicht wüsste, für welchen. Heute war der perfekte Tag dafür. Wir unterhielten uns lange, lange über verschiedene Lebenserfahrungen.

Und wir gingen bergauf und -ab. Es würde immer wärmer und schwüler. Wir hatten sicher schon 35 Grad. In Scharzfeld kam uns ein O.R.T.-Flitzer entgegen und es hupte und winkte. Es war Romina, sie arbeitet in Bad Lauterberg in hiesiger Filiale.

Wir wussten aber nicht, dass sie in Scharzfeld wohnte und wir fragten, ob wir nicht bei ihr mal auf die Toilette dürften. Einer nach dem anderen durfte sich erleichtern und dann quatschten wir noch ein wenig, denn mein Christian wartete auch in Scharzfeld auf uns. Er machte sich Sorgen, ob bei der Wärme alles in Ordnung war und wir noch fit.

Noch ein Bilder geschossen und weiter ging es, eine süße Katze begleitete uns noch einige Meter, ich hoffte etwas, sie verliebe sich in mich und kommt mit mir, aber nööö. 
Wir beschlossen, nunmehr keine Pause zu machen, da sogar ein paar Schüler der "Muschinsky-Schule" auf uns warteten, und diese hatten ja schließlich das Freibad zu verpassen. Also Stechschritt voran. Carsten legte eine super km/h-Leistung hin und wir hatten Mühe dran zu bleiben.

Kurz vor Bad Lauterbeg schlängelte sich rechts neben dem Weg ein wunderschöner Bach oder kleinerer Fluss entlang, hier möchte ich bleiben. War das Traumhaft, die meisten fuhren vermutlich einfach dran vorbei, ohne diesen schönen Anblick zu genießen.

Warum eigentlich? Wir nehmen uns zu wenig Zeit, die tollen Dinge des Lebens aufzusaugen. wissen wir sie dann noch zu schätzen? Ich schloss die Augen und sog diesen Anblick und diese Luft in mich auf.

Wir kamen die Herzberger Landstrasse runter und ich merkte, dass ich derart schwitzte, dass wirklich nicht mal die Arme trocken blieben, ich ließ es laufen, machte noch ein kleines Video von uns, als ich etwas hörte, was ich nicht zuordnen konnte.

Carsten meinte "Schau´ mal, wir sind fast da, genieß´ es..."  Oh man...... Jetzt schwitze ich nicht nur an den Armen usw., sondern auch in den Augen und zwar richtig! 
Ein dutzend Schüler, Lehrerinnen und die O.R.T.-Mitarbeitet standen Spalier vor einem roten Teppich und klatschten, was die Handmuskulatur hergab. Super, meine Tränen liefen und ich konnte diese tollen Menschen nicht einmal begrüßen.

Ich musste mich erst einmal beruhigen. Nase putzen, runterfahren und losquasseln, ich bin ja eine Frau, da geht schon mehreres auf einmal. Ich erwischte mich wieder bei dem Gedanken, wieviele es gäbe, die selbst diesen ergreifenden, sentimentalen Grund nicht genießen. 

Wir saßen alle zusammen, wir unterhielten uns über meine NeurORThese und immer mehr Leute stießen dazu. Der stellvertr. Bürgermeister, Herr Cziesla kam noch dazu und ich bekam von Frau Döbrich und Frau Beer( Muschinsky-Schule) eine Spende und von vielen Privatpersonen, die einfach kamen und viel Fragen stellten und dann noch spendeten.

Ich erinnere mich besonders dabei an Frau Ness, da war ich sehr berührt. Ich möchte mich noch einmal bei allen Beteiligten für diesen besonderen Empfang bedanken. Wir machten uns noch einen schönen Nachmittag, bei Eis und Schokolade, in Bad Lauterberg, bevor es dann zum frühen Abend zurück ging.

Dieser Weg hatte für mich nicht nur einen besonderen Empfang bereitgehalten, sondern auch einen besonderen Namen! David! Ich schrieb am Anfang, es wird anstrengend, aber es gab soviele tolle Momente. Wir dürfen nicht nur das Negative sehen, denn die positiven Momente überwiegen meist, doch sehen wir sie kaum, denn wir konzentrieren uns nur noch einseitig.

David wurde nur 21 Jahre alt. Er verlor sein junges Leben auf der Straße! Er hat nicht mehr die Möglichkeit, die schönen Dinge zu sehen und zu genießen. Aber als er lebte, hat er alles dafür getan. David kämpfte für seine Träume, er tat es einfach. David fragte nicht, ob es möglich ist, er packte es einfach an.

Erreicht hat David viel in seinem jungen Leben, welches vormittags am 18. November 2011 viel zu früh beendet wurde. Er steckte zu dieser Zeit mit seinem Papa und Freunden in der Planung einer Stiftung, diese sollten hilfsbedürftigen Menschen Zugute kommen.

Nach diesem unfassbaren Schicksalsschlag gründeten sie dennoch die Stiftung und sie trägt heute den Namen von David Ziaja. Die Stiftung und alles weitere findet ihr hier  
Sonntag, den 5.7.15 geht es weiter von der O.R.T. Filiale Bad Lauterberg nach Fuhrbach. Ich freue mich, euch wieder berichten zu dürfen, bis dahin Eure Kathi

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“