Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Der 10. Tag: der "Rubina-Weg" von Adelebsen nach Hevensen

Kathi geht Der 10. Tag: der "Rubina-Weg" von Adelebsen nach Hevensen

Heute weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich schreibe euch ja immer über die schönen Wege und die tolle Landschaft, das muss ich aber heute sehr kurz fassen. Also: Wege waren echt super, weil: Es gab Rad- oder vernünftige Feldwege.

Voriger Artikel
Der 9. Tag: Von Uslar nach Adelebsen
Nächster Artikel
Der 11. Tag: Von Moringen zur O.R.T.Filiale Einbeck
Quelle: EF

Zu Beginn haben wir ordentlich einen nassen Hintern bekommen und die Schuhe quietschten, aber dann kam Sonne & Wind, und man fühlte sich ein wenig wie an der See, das war herrlich, empfanden genau so auch meine Mitläuferinnen Gabi und Rebecca (von KIMBU :-) ) Wir wurden sogar morgens von einem KIMBU-Einsatzwagen zum Start gefahren. *stolz* Wir haben uns nicht verlaufen, das ist diese Woche ja echt schon rekordverdächtig. Dennoch kamen wir auf einige Kilometer mehr. Nun aber zu meinem wundervollen Tag, den Weg müssen wir mal auslassen. ;-)

 

Wir kamen nach einiger Zeit, noch im Regen, an einem Minigatter vorbei, in dem lauter Entenküken saßen. Ich wurde dann aber von den Kennern verbessert, es waren Gänseküken. Die waren so süß, und ich als Großstadtgöre hatte so ein süßes Ding noch nie von so nah gesehen. Die kleinen waren so gar nicht scheu und kamen sofort an, pickten an meinen Fingern. Ich war verliebt. So knuffige kleine Wesen. Ich war echt eine Weile mit den Kleinen beschäftigt, als wir dann bald weiterziehen mussten. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es ein "Tier-Erlebnistag" wird. Ich hatte riesige Angst vor einigen Dingen, ich glaube, ich habe davon mal erzählt, einmal vor Spinnen, vor Schiffen (wenn ich drauf sein muss) und vor Pferden. Man sagt ja, Pferde sind Fluchttiere, aber was bin ich dann, wenn Selbiges in meiner Nähe ist?!

 

Ich möchte wetten, ich bin dann schneller, als die Pferde. ;-)  Schön, wenn man das so schreibt mit dem Wissen, dass keins in der Nähe ist.

 

Wir gingen den Radweg weiter, und ich genoss diese frisch verregnete Luft, es duftet dann nach kühlem, frischem Gras. Ich glaub, ich war kurz vorm Hyperventilieren, da ich so viel wie möglich aufnehmen wollte. Wir kamen an so vielen Weiden vorbei, bestückt mit Kühen und, in großer Entfernung, Pferden. Aus der Ferne fand ich diese Tiere auch nett. Wir kamen um eine leichte Kurve, und da stand schon wieder eins, es war braun-weiß, aber irgendwas war anders, ich kann euch nur nicht sagen, was. Es fühlte sich an, als würde ich dieses Tier kennen. Ach, das ist doch völlig bescheuert! Kopfschüttelnd bin ich einfach weitergelaufen, aber wie ein Chamäleon ein Auge auf dieses Pferd und eins auf den Weg gelegt. Eine junge Frau trainierte mit dem Pferd, es war an eine "Leine" festgemacht, und die beiden liefen immer wieder hin und her, gingen zusammen etwas tiefer und machten sich lang. Das war putzig anzuschauen, ein perfektes Team, dachte ich noch.

 

Rebecca und Gabi bekamen von meinem Gedankenkarussell gar nichts mit, und plötzlich blieb ich auf Höhe der beiden Trainierenden stehen und beobachtete das Pferd. Ich spürte zwar ein merkwürdiges Gefühl, aber keine direkte Angst, das verwirrte mich etwas. Die junge Frau kam dann in meine Richtung und sprach mich lieb an. Ich erzählte ihr von meiner Angst, die sie gar nicht, wie andere, belächelte, sie blieb mit "Rubina" stehen und wir unterhielten uns.

 

Inzwischen waren Gabi und Rebecca auch da, und wir plauderten alle ein wenig. Dann bot sie mir an, einfach mal näher zu kommen. Herrje, hatte ich zu viel Sonne abbekommen? Meine zwei Mädels halfen mir, näher an "Rubina" ran zu kommen, und die junge Frau erzählte mir, dass "Rubina" oft gar nicht gut bei den Leuten ankommt, weil sie "anders" sei als andere Pferde. Das war sie! Sie war so schön und lieb, und schon hatte ich meine Hände an ihren Nüstern, und ihr glaubt nie, was passiert ist.

 

 

Rubina schloss ihre Augen und genoss wie ich jeden Moment. War das atemberaubend. Ich wollte gar nicht weg. Und die Mädels standen mit offenen Mund da, denn immer, wenn etwas mit Pferden war, dann war ich weg, bevor das "Pf.." ausgesprochen war, und nun stand ich mitten auf einer Weide mit zwei völlig tiefenentspannten Wesen. Wie schade, dass wir weiter mussten, ich wollte gerade gar nicht. Rubina, du wirst ganz doll in meinen Gedanken weiterwohnen, und vielen Dank an die junge Frau, die einfach ganz spontan eine Pferdetherapie machte. Ihr seid super!

 

Ich konnte gar nicht reden, ich wollte diesen Moment einfach nicht aus meinem Kopf bekommen und tapselte meinen Weg weiter. Rebecca und Gabi waren begeistert und erzählten und wunderten sich munter vor sich hin. Die Kilometer zogen sich, und wir kamen wieder an einer Weide vorbei, diesmal waren es Kühe, die es mir angetan haben. Wunderschönes Cappuccino-Braun und hübsche Gesichter, ich rupfte etwas Gras ab und hoffte, sie füttern zu können und somit anzufassen. Haaa, es klappt :-)  Ich finde Kühe überhaupt sehr schön. Die zwei Mädels sagten dann nur " Los, wir müssen weiter, wir sind noch nicht da, und auf dem Schulbauernhof warten sicher auch Tiere..."

 

Also stiefelte ich artig hinterher, ich glaub', ohne die beiden wäre ich Sonntag noch nicht da, viel zu viele Eindrücke. Schulbauernhof. Was macht man da eigentlich?? Wahrscheinlich bekommt man dort die verschiedenen Getreide-, Obst- und Gemüsesorten demonstriert?!

 

Wir kommen am Schulbauernhof an und Herr Kaiser, der Bürgermeister, wartete schon auf uns und begrüßte uns alle ganz lieb. Anja stellte sich vor, sie hatte die Zügel am Bauernhof in der Hand, und wir unterhielten uns erst einmal ganz bunt durcheinander. Herr Kaiser und ich unterhielten uns über das Projekt und mein "Gerät". Er war sehr interessiert und auch traurig, dass man diesen Weg wählen "muss", um daran zu kommen. Wir gingen dann direkt auf den Hof, wo eine 9. Klasse aus Herne saß und auf ihre neuen Aufgaben wartete. Ein Mädchen (Miriam), so quirlig wie ich, erklärte genau, was hier alles passiert.

 

Miriam macht auf dem Hof ihr "soziales Freiwilligenjahr" und hilft den Schülern, die den Hof besuchen, bei ihren Aufgaben. Dazu zählt unter anderem, die Hühner, Schweine, Kühe, Schafe, Ziegen und Gänse zu füttern und zu misten. Die Kühe müssen von den Kids gemolken werden und auf die Weide sowie von der Weide zurück getrieben werden. Es war so toll, das ganze Zusammenspiel von den Kindern mit den Tieren, und wie aus Kindern Selbstversorger werden. Axel und Anja haben mit Helfern wie Miriam ein ganz großartiges Projekt ins Leben gerufen. Selbst ich habe das erste Mal eine Kuh gemolken, ein Huhn angefasst und Schweine gestreichelt.

 

Einfach nur gigantisch, dieser Hof. Am 13. September 2015 ist dort Hoffest, und ich werde hin kommen, wahrscheinlich schon viel eher. Auch dieser Hof ist auf Spenden angewiesen, da diese großartige Arbeit leider nicht vergütet werden kann. Schaut doch mal vorbei dort und sammelt diese tolle Erfahrung. Vielen Dank an das ganze Team!

 

Nun geht es weiter nach Moringen, dort werde ich gegen 14 Uhr eintreffen, am Sportplatz, an dem ein Kinderbenefiz-Fußballspiel stattfinden wird. Ich freue mich auf euch Moringer :-)

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Jagd in der Region Göttingen