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Der 11. Tag: Von Moringen zur O.R.T.Filiale Einbeck

Kathi geht Der 11. Tag: Von Moringen zur O.R.T.Filiale Einbeck

Der meist gesprochene Satz in meinen Ohren heute war: "Was für ein Sch***arschwetter... ." Das ist die beste Umschreibung für den heutigen Tag. Nun von vorn, ich hab verschlafen. Jaaaa schon wieder, aber beim letzten verschlafen, haben wir uns NICHT verlaufen, glaube ich.

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Kathi in Moringen.

Quelle: EF

Somit musste es wieder rucki-zucki gehen. Meine Maike kam auf ein Käffchen vorbei, die arme hatte Nachtschicht und sah echt scheußlich aus. Mir jedoch verschaffte es echt Vorteile. Sie griff mir wie so oft unter die Arme und es flutschte, so dass ich noch ein Kaffee trinken konnte. Dann habe ich mich in die ganzen Pellen gedrückt, sogar das Shirt über die Regenjacke, damit alle mich sehen. Glaubt mir, man konnte mich nicht übersehen. Niemals! Blaue Jacke, grünes Shirt, schwarze Hose und lila Schuhe! Das tat weh im Auge, egal, einmal abgewunken, man sieht mich!

Julchen stieg dick eingepackt ins Auto und wir fuhren nach Moringen zum Sportplatz vom SV07. NOCH war es trocken, ich hab mir schon die Hände gerieben. Bis jetzt hatten wir ja fast immer Glück, aber wir mussten noch etwas warten, es war noch nicht 10 Uhr. Maike und Dirk kamen zum Verabschieden und wir quatschten noch ein bisschen und es ging los, bevor wir los gingen. Irgendwer war der Meinung, die müssen gegossen werden und "er" tat es auch. Wir liefen los und ich war noch guter Dinge. Ich meinte auch, wenn wir aus Moringen raus sind, dann hört es auf, ganz sicher! Oder auch nicht! Wir gingen und liefen ... bergauf lief uns das Wasser entgegen,  unglaublich. Also schälten wir uns direkt noch in die Regenhosen, wir sahen echt schlimm aus. So mussten wir laut los lachen. Kennt ihr dieses matschende, quietschende Schuhgeräusch? Es ist immer noch in meinen Ohren. Wir kamen nach Iber und ich hörte, trotz dieses Regenprasselns, ein lautes Rufen. Meine ehemalige Bettnachbarin stand ganz trocken im warmen und winkte sich die Seele aus dem Leib. Ja super! Ich dachte nur, ich brauch dringend einen heißen, einen sehr heißen Kaffee und frisch gebackenen Kuchen. Nein, ich bleibe hart. Wir haben zurück gewunken und sind weiter gelaufen, wir kommen sicher an einem Bäcker vorbei und nehmen einen zum mitnehmen. Das war nicht unser Tag, der einzige Gastronom hatte natürlich montags geschlossen. Da war aber eine Bushaltestelle, die wählten wir zum kurzen pausieren. Wir saßen noch nicht lange, da kam der Bus und wir machten dem Busfahrer klar, dass wir keine Mitfahrer sind. Einige Kinder stiegen aus und schauten uns echt merkwürdig an. Na sicher, wir sahen aus wie begossene Pudel, die in Klamottenkugeln gesteckt wurden. Ein kleines Mädchen kam zaghaft zurück und schaute ganz vorsichtig, in Schräglage, in die Haltestelle und fragte sehr leise "Warum fahrt ihr nicht mit dem Bus?"

Da ist mir fast der Keks aus dem Mund gefallen vor lachen, auch Julchen lachte. Na klar, wer kommt auf so eine bescheuerte Idee, bei so einem Regenfall, zu Fuß zu laufen?! ICH! Ich erklärte ihr dann, dass wir den Weg laufen müssen, weil wir das vielen Menschen versprochen haben. Das fand sie gut. Dann sagte sie "Dann kommt doch mit zu mir nach Hause, Martina macht gleich Mittag und ihr könnt doch mit essen?!" Ich glaube wir hatten beide Herzchen in den Augen, aber dann dachte ich nur, Mensch, sie kennt uns gar nicht und ich fragte wo ihre Eltern denn sind, sie solle die erst einmal fragen. Stellt euch mal vor, ihr kommt an so einem kalten, verregneten Tag nach Haus, die Laune im Keller und da sitzen zwei pitschnasse Kugeln, die quietschen und das Mittagessen mit der Tochter genießen. Nach ein paar Minuten kam die kleine zurück und hat wohl festgestellt, dass niemand weiter da war. Ich hab ihr dann erklärt, dass das Angebot ganz lieb ist und kaum auszuschlagen, aber dass es nicht nur nette Menschen gibt. Wir haben uns alle drei echt super unterhalten und die Kleine erzählte aus der Schule, sie war echt süß. Wir wurden dann unterbrochen von einem lauten Rufen und ich hoffte, es wäre ihre Mama. Im Haus gegenüber hatte eine Frau das Fenster geöffnet und rief Richtung Haltestelle: "Hey Mädels, ich komme und fahr' euch nach Haus!" Alle drei riefen gleichzeitig "Nein...!" Das ging ja nicht. Leider! Alle dort kannten uns nicht und waren so hilfsbereit. Das kennt man leider nicht mehr. Es tat gut, zu wissen, dass es nicht ganz ausgestorben ist ;-)

Ich rief noch Frau Kolle von der Firma O.R.T. an und bat sie um trockene Klamotten, wenn wir in Einbeck "landen" würden. Es kam das erste Mal der Punkt, an dem Mitleid echt etwas gut tat. Weiter ging es über Wetze nach Stöckheim und ab da gab es einen Radweg, der ständig die Straßenseite wechselte - *nerv*. Ich merkte, wie das Wasser in den Schuhen stand und hatte Angst um den Fußsensor, aber der hat echt dicht gehalten. Das war aber auch das einzige. Die Regenjacke, die Regenhose - nichts hat mehr den Regen abgehalten und Kilometer für Kilomter baute ich in meinem Kopf eine Arche. Die musste ja etwas größer sein, als Noahs Arche. Ich wollte eine Menge mitnehmen, viele Menschen und einige Tiere. Wir hofften immer noch auf einen heißen Kaffee, obwohl wir wohl lieber darin gebadet hätten. Außer dem bösen Satz: Sch***arschwetter, war das Thema Nummer 2, wie wir wohl heut Abend baden. Mit welchem Zusatz, mit Buch oder Rotwein oder oder oder... Wir merkten gar nicht wie die Km vergingen, durch unsere doofen Träumereien und die Hoffnung, es würde gleich die Sonne raus krabbeln. Da vorn ist eine Tankstelle, *Jippppiiiii*, Kaffee in Sicht, hey, das ist schon Einbeck und ich meinte noch zu Julchen, dann war es ja doch nicht so weit, wie befürchtet. Wir stürzten in die Tankstelle, wie der Wüstenbewohner in den ersten See. Endlich trocken.

Gut erzogen wie ich manchmal bin, putzte ich meine Schuhe ab und ihr werdet es nicht glauben, das Wasser lief oben aus den Schuhen raus...

"Hallo Kathi?!" sagte die liebe Mitarbeiterin. Ich wusste nicht, dass ich hier jemanden kenne, aber Tatsache. Carmen, sie ist eine ehemalige Kollegin. Sie lud uns auf den Kaffee ein und ich genoss diesen, wie lange keinen mehr. Dadurch, dass wir nur eine Pause gemacht haben, -  uns war es ein wenig zu nass ;-) - waren wir etwa 20 Minuten zu früh, aber sehr erleichtert, endlich am Ziel zu sein. Herr Gebauer, Frau Kolle, Herr Thies, Familie Voss und der Behinderten Beauftragte der Stadt Einbeck standen mit den O.R.T. Mitarbeitern Spalier und wir durften ins Trockene.

Ihr werdet es nicht glauben, da kam die Sonne heraus und der Regen hörte auf. Ich war fast etwas sauer. Wir bekamen Handtücher und trockene Sachen. Wir durften uns in einen extra Raum zurückziehen und "trocknen". Habt ihr das schon einmal erlebt? Man kommt aus den gefluteten Sachen nicht raus, die haben sich so fest gesogen. Ekelhaft, ehrlich. Die anderen Sachen taten soooo gut, das war wie baden. Als wir raus kamen, hörten wir, wie sich 2 Männer ärgerten, dass wir schon da waren. Ja tut mir leid, dass ich nicht gewartet habe, sondern stattdessen ins trockene "geflohen" bin.  Ich war echt froh, dass dieser Tag geschafft war.

Mittwoch geht es weiter von Einbeck zur nächsten O.R.T. Filiale nach Northeim. Und es sind nur noch 5 Tage bis zum großen Fest auf der Burg Katlenburg. Ich bin schon ganz aufgeregt. Neben Live-Musik gibt es auch Zauberer und Gaukler, eine Feuershow und fürs leibliche Wohl wird auch gesorgt. Kommt und besucht uns, ab 13:30

Bis dahin eure Kathi

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