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Der 8. Tag: Der Schwester-Weg von Lippoldsberg nach Uslar

Kathi geht Der 8. Tag: Der Schwester-Weg von Lippoldsberg nach Uslar

Für mich war es heute ein etwas emotionaler Tag. Ich war gestern beim Footballspiel bei den Göttingen Generals Junior gegen die Hannover Grizzlys Junior, und da überraschten mich meine Schwester Annett, meine Nichte Tabsi und mein Schwager Peter. Ich war ganz aus dem Häuschen, denn die drei kommen aus Berlin.

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Quelle: EF

Somit durfte ich mich auf dreieinhalb Begleiter freuen, halb (?), weil meine Nichte nicht die ganze Strecke mitlaufen sollte, sondern wir sie unterwegs abfangen würden.

 

Svenja holte mich von zu Hause ab und wir fuhren vorsichtshalber die Strecke noch einmal ab, denn wer schon mal von Uslar nach Lippoldsberg gefahren ist, weiß, wie blöd diese Strecke ist. Wir stiegen aus, die anderen drei waren auch schon da, und ich fror mir direkt den Hintern ab - und da gibt's eine Menge zu frieren. ;-)  Das war so kalt, dass ich einen Schneeschauer befürchtete. Alle tänzelten von einem Bein auf das andere, denn vor 10 Uhr starten wir nicht. Dann endlich ging es los.

 

Tabsi blieb bei ihrem Papa, während ich Svenja und meine Schwester nahm und losstiefelte. Wir kamen ganz schnell darauf, dass man a) joggen könnte, was das Gerät nicht hergibt, oder b) viele Berge erklimmen könnte, damit wir warm werden. Dann fiel mir wieder ein, dass ich gleich die 100 Kilometer erreichen würde. Um ein Haar hätten wir es sogar verpasst, denn wir mussten höllisch aufpassen. Aber pünktlich bei 99 Kilometern habe ich das Video angeschmissen, ich freue mich immer noch und bin natürlich sehr stolz. Gerade weil man doch hin und wieder auf Zweifler trifft, was mich sehr verletzt. Ich habe mir meinen Weg selbst erkämpft und werde es weiter tun, niemand hindert mich daran. Auch mein Körper nicht! Nach wenigen Kilometern bin ich total trottelig umgeknickt. Nicht etwa, dass ich in einer brenzligen Situation war, einfach nur so :-(  Kurz hinsetzen, Fuß abchecken, Zähne zusammenbeißen und weiter geht's.

 

Da sich die beiden etwas Sorgen machten, haben wir dann beschlossen, dass wir doch den Waldweg nehmen. Also rein in den Wald. Wir wollten dann den nächsten Menschen fragen, ob wir richtig waren. Der ließ gar nicht lange auf sich warten, und da kam ein silberner Jeep, den hielt ich kurzerhand an und fragte. Der sehr nette Mann half uns weiter und war so gar nicht begeistert von unserem Waldvorhaben. Ich muss gerade laut lachen, ich vermute, er hat mein Tagebuch und den 1.Tag gelesen oder davon gehört, denn uns kannte er nicht. Also entschied er für uns, zurück zur K449 zu gehen, 500 Meter weiter sollte etwas versteckt ein Radweg beginnen. Dann war es passiert! "Quitte" schaute aus dem Autofenster und all unsere Stimmen gingen wieder 10 Oktaven nach oben. Ich befürchte, selbst Wildschweine sind von dem quietschenden Geräusch noch Wochen am Wegrennen.

 

Eine klitzekleine, wunderhübsche Welpendame namens "Quitte" wurde aus dem Auto gehoben und uns vorgestellt. Die Arme, da stehen quiekende Frauen, die sich gar nicht mehr einkriegen und fummeln an dem Welpen herum. Die war aber auch süß.  Ach, wie war der Weg doch gleich?! Er bot uns an, uns ein Stück zu fahren, auch wenn er es gar nicht verstand, ich musste das Angebot sofort ausschlagen. Ich erklärte ihm, dass dann mein Projekt hinfällig wäre und ich es mir nicht bewiesen hätte. Er konnte es nicht nachvollziehen. Aber er war ganz lieb, und wir mussten uns auch schweren Herzens von "Quitte" verabschieden.

 

Wir fanden den Radweg, und ich genoss wieder diese herrliche Natur, und ich konnte wieder gar nicht schnell genug atmen. Diese tolle Luft, die schönen Bäume, mein Fuß tat weh, aber pssst. Wir kamen an einem Feld-Waldstück vorbei, und plötzlich hörten wir ein lautes Schreien und Rufen ... Ich hab mich richtig erschrocken. Das war doch ein Hirsch?!

 

Dann wieder! Wir blieben stehen und waren uns sicher, nein das ist ein Mensch, der da schreit. Schock! Ist ihm was passiert? Wie würden wir an ihn rankommen? Wir konnten die Richtung ausmachen und wussten, da ist ein sehr tiefer Abhang zwischen uns. Also erst einmal schauen, wie wir helfen könnten. Wir hatten dann Sichtkontakt zu dem Mann, und wieder brüllte er los. Wir starrten diesen Mann an, um zu schauen, was da los ist. Er stand und rief immer wieder, ich verstand "Ernestoooo" , Annett meinte er rufe " Gerhaaaard" (klingt ja ähnlich), und Svenja war noch mit Lauschen beschäftigt. Der Arme vermisst seinen Hund, dessen waren wir sicher, und hielten nach einem eventuell verletzten Hund Ausschau und lauschten, ob etwas raschelte. Wir waren so damit beschäftigt, den Mann mit Mitleid zu überschütten, wovon dieser natürlich nichts mitbekam, dass wir im ersten Moment gar nicht registrierten, was dieser Mann da eigentlich tat. Ich weiß nicht, ob wir gleich laut los lachten, oder erst gestaunt haben und dann gelacht. Weder Ernesto, noch Gerhard wurde vermisst...Er rief seine Kuhherde zusammen und trieb diese zurück in den Stall. Ja, die Großstadt-Gören ;-)

 

 

Gar nicht viel später kam ein Auto auf uns zu, und ich sah meinen Schwager mit meiner Nichte, also durfte ich mal vor ein Auto springen, ohne dass mir was passiert. Tabsi ist ausgestiegen, und wir sind zu viert weiter über Wiensen bis nach Uslar. Da wartete Herr Bauer auf unsere Gruppe, Dieter Eikenberg, der wirklich täglich die tollen Bilder macht, und Herr Völke vom MVZ Uslar. Wir unterhielten uns ein bisschen, und Herr Bauer erzählte mir alles über das Rathaus, welches wunderschön über das kleine Städtchen glänzt. Dann sah ich auch jemanden aus Christians Familie, seine Tante Roswitha und seine Cousine (mir eine Freundin geworden) Christiane. Darüber hab ich mich sehr gefreut. Meine Schwester verabschiedete sich, denn Tabsi muss morgen wieder zur Schule, also wurde nach dem Lauf die Heimreise angetreten. Herr Bauer hatte noch Gäste in Empfang zu nehmen und verabschiedete sich auch. Ich bekam von allen noch eine Spende, die mich natürlich wieder stolz werden lies.

 

Vielen Dank dafür!  Svenja und ich schauten uns noch das MVZ von Herrn Völkel an, und er erklärte uns, was man als Arzt noch für Aufgaben zu erledigen hat. Und dann traten wir den Heimweg an, denn ich war noch beim Arzt, meinen Fuß anschauen lassen.

 

Morgen geht es um 10 Uhr in Uslar am Rathaus los, und es geht in den Bewegungspark Adelebsen, ich freue mich schon sehr auf Frau Keydel-Bock und auf alle Besucher. Bis morgen, Eure Kathi  :-)

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