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Der 9. Tag: Von Uslar nach Adelebsen

Kathi geht Der 9. Tag: Von Uslar nach Adelebsen

Es ist Dienstag, der 16.6. und ich war diesmal gewappnet wegen der Kälte. Ich musste morgens noch zu Physio 2000, um die Muskeln zu lockern und den Fuß zu tapen, noch schnell ein Käffchen hinterhergekippt und auf nach Rosdorf, ich wollte ja noch Gabi schnell abholen.

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Quelle: EF

Dort war natürlich die erste Frage, wie es meinem Fuß geht, aber dem ging es wieder gut, mit dem Tape merkt man dann gar nichts mehr. Wir sind direkt Richtung Uslar gefahren und haben unterwegs über die Strecke gesprochen, dass vor kurzer Zeit ein Radweg eröffnet wurde, der aber noch nirgends verzeichnet wurde. In Uslar trafen wir noch einmal Christiane, und wir tranken in Ruhe noch einen Kakao. Huch, es war schon 20 nach 10, als wir erst los gelaufen sind, aber bisher waren wir auch immer zu zügig.

Es fing gleich ziemlich steil an, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, fällt einem das nie so auf, aber zu Fuß zieht sich so ein "Hügel" wie Kaugummi. Wir ließen Uslar und den ersten Ort hinter uns und mussten immer an der Landstraße entlang. Nur wenige Autofahrer achteten auf uns, bei denen ich mich auch bedankte, aber die meisten rasten rücksichtslos nur wenige Zentimeter an uns vorbei, ich weiß nicht, wie oft wir uns zur Seite, in den Graben "retten" mussten. Wir sind schon ziemlich vorausschauend gelaufen. 

Dann kamen wir nach Schoningen, auch nur ein kleines Örtchen, und ich musste schon wieder P*p*, da war eine kleine Volksbank, und ich fragte die nette Dame, ob ich mal auf Toilette dürfte. Auch sie war etwas fragend, aber ließ uns dann in die Räume, kam aber mit und wir erzählten von unserem "Auftrag", und es kam zu einem tollen Gespräch. Wir mussten aber leider weiter und fort waren wir. Weiter ging es an der Landstraße, langsam merkte ich mein Loch im  Magen. Ich hätte gern mal eine Bank zum Sitzen, bitte. Keine Chance! Wir kamen in Offensen rein und  suchten nach einer Bank, fanden dann einen kleinen Mauervorsprung und setzten uns dahin.

Wie lecker ein Kräuterkäsetoast sein kann, mit gekochtem Ei und Gurke.

Das war fein. Wir beobachteten die Autos und Menschen, die an uns vorbei kamen, und die Sonne leistete uns inzwischen auch Gesellschaft, das tat gut. Aber wir hatten noch einige Kilometer vor uns, also machten wir uns wieder auf den Weg. Gabi meinte, kurz nach Offensen beginnt der Radweg, wir müssten uns nur links halten. Und tatsächlich, ein Radweg war ausgeschildert.

Endlich weg von der Straße, kamen wir an einem Friedhof vorbei. Wenn dieser so ganz einsam am Wald liegt, finde ich den schon etwas unheimlich. Wir sind einmal um den Friedhof herum und weiter in ein wunderschönes Waldgebiet, aber wie ein neuer Radweg sah das nicht aus, vielleicht für ein Mountainbike. Es war so still, außer ein paar Vöglein war nichts Lebendiges zu sehen.  Ein bisschen komisch war mir schon, der Wald hatte etwas Angst einflößendes. Dann knackte es überall, und ich sah echt schon Gespenster, Gabi hatte sichtlich Spaß an meinen riesen Augen. Jenny (die Fußballerin von Freitag) erzählte mir erst von aggressiven Wildschweinen, die gerade erst Frischlinge in die Welt gesetzt haben. Also hab ich mir für alle Fälle etwas Tierabwehrspray besorgt und hatte das in diesem Moment griffbereit. Wie kann man sich am helllichten Tag nur so in die Hose machen?! Herr je, da vorn war Licht, ich schaute auf meinen Kilometermesser, super, wir sind in 2 Kilometern da :-)

Oder auch nicht, ihr glaubt es nicht! Wir waren so was von falsch, wo bekommen wir jetzt einen Menschen her? Ihr mögt jetzt denken, ich sei verrückt, aber ich denke, ein Schutzengel oder was auch immer, ist auf meinem Weg dabei, denn als wir stehen blieben, um zu überlegen, wie wir es jetzt anstellen, kam ein Auto! Ja mitten im Wald! Ein sehr hilfsbereiter Förster beendete sein Telefonat und kramte seine Waldkarten hervor, die auf mich wieder wie Schnittmuster für ein schickes Oberteil wirkten und erklärte uns, dass wir uns viele Kilometer zu weit westlich befanden. Er half uns echt weiter und brachte uns zu DEM Radweg. Wir waren viel zu spät dran und Hauke rief bereits an, der mit uns eine Teilstrecke mitlaufen wollte.  Aber so weit waren wir noch nicht. Noch mindestens 7 Kilometer, und theoretisch mussten wir in einer Stunde da sein. Zum Glück sagten meine Betreuer jedem, dass immer mit plus/minus einer halben Stunde gerechnet werden muss. Wir haben unsere km/h-Statistik erhöht auf 5,2, und für mich war es echt anstrengend.

Bergab kam der Schmerz im Fuß zurück, und Hunger hatte ich jetzt auch wieder. Aber pausieren kam überhaupt nicht in Frage, ich wusste, dass mindestens das liebe Ehepaar aus Barterode und der Bürgermeister auf uns wartete und natürlich Hauke (vom Göttinger Tageblatt), der die letzten Kilometer mitlaufen wollte.

Ich scherzte noch und meinte, wir würden heute einen neuen Streckenrekord aufstellen, da sahen wir schon Hauke. Ich sagte ihm, dass wir direkt weiter laufen mussten und unterwegs weiter reden. Gabi sorgte sich um meinen Fuß und ich sollte mich entscheiden, jetzt die letzten Km mich besser fahren zu lassen?! Ich gebe zu, ich habe kurz überlegt, aber ich wollte niemanden enttäuschen. Also ging es stramm weiter. Ich seh´ das Ortseingangsschild, wie man sich darüber freuen kann. Oh nein, kurz vorm Ziel, ich muss mal ***. Aber wir hatten doch keine Zeit. Da war wieder mein "Engel", mitten auf der Hauptstraße kam ein Mann aus dem Haus und wollte seinen Laden abschließen, und ich "überfiel" ihn mit der Bitte, ob ich vielleicht mal "dürfte", die beiden bekamen es kaum mit, da war ich schon wieder fertig. Ich bedankte mich hastig und wir liefen die letzten Meter, an einem Bäcker vorbei, wie lecker das roch, am liebsten jetzt einmal durch die Auslage schlemmen... NEIN! Weiter, es ist nicht mehr weit! Und wir kamen im Bürgerpark an.

Oh Ha, da standen einige Leute, und die applaudierten, als wir die letzten Meter auf sie zu kamen. Hochwasser in den Augen, ziemlich erschöpft waren wir angekommen, und ich wurde sehr liebevoll in Empfang genommen. So tolle Menschen und ganz toll angerichtete Getränke. Familie Keydel- Bock hat sich wieder sehr ins Zeug gelegt. Als ich Marion und Hans sah, musste ich sie mal ganz doll drücken, so schön haben sie alles organisiert. Das sind die beiden, die nicht nur das tolle Sommerfest in Barterode ausgerichtet hatten (7.6.15), sondern auch mit dem Seniorenbeirat diesen echt tollen Bewegungspark ins Leben riefen und errichteten. Ich konnte mir nichts darunter vorstellen, aber so, wie ich diese Familie kennen gelernt habe, musste es was Schickes sein, und deswegen freute ich mich auch heute. Und meine Erwartungen wurden noch übertroffen. Im Bürgerpark, neben Spielgeräten, wurden auch Geräte aufgestellt, an denen Groß und Klein Spaß an der Bewegung haben können. Schaut es euch mal an.

Es waren noch der Ortsbürgermeister von Adelebsen Prutschke  und Ortsbürgermeister von Lödigsen Herr Hille und ganz viele Bürger da, über jeden einzelnen habe ich mich sehr doll gefreut und natürlich über die Spenden. Es waren so unkomplizierte und schöne Gespräche, ich habe mich einfach sauwohl gefühlt.  Mit Muskelkater, einem neuen Streckenrekord von 20,64 Kilometer und einem sehr blumigen Abschluss, blicke ich auf diesen Tag zurück und kann nur ganz dick DANKE! sagen.

Donnerstag, den 18. Juni, starte ich um 10 Uhr vom Bewegungs- und Bürgerpark Adelebsen nach Hevensen in den Schulbauernhof, auf den ich mich auch freue. Und bin gespannt, welches Abenteuer auf uns wartet und welchen lieben Menschen wir begegnen werden.

Ich freue mich auf euch....Eure Kathi :-)

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