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Selbst Regen kann Kathi nicht stoppen

Politik interessiert sich für Kahrstedts Fall Selbst Regen kann Kathi nicht stoppen

Kathi Kahrstedt geht – seit vier Wochen bereits, einmal um Göttingen herum. Am Sonnabend hat das teilquerschnittgelähmte Energiebündel jedoch erst einmal Rast auf Burg Katlenburg gemacht. Mit der  Aktion will sie Spendengelder sammeln, um sich eine Neuro-Orthese kaufen zu können.

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Empfang in Katlenburg.

Quelle: Richter

Katlenburg. Eigentlich sollte es für Kahrstedt ein großes Kinder- und Sommerfest mit Gauklern, Zauberern, Live-Musik und ganz vielen Besuchern geben. Doch daraus wurde nichts. Petrus sandte ununterbrochen wahre Sturzfluten vom Himmel, die Veranstaltung fiel buchstäblich ins Wasser. Was Kahrstedt dazu sagte? „Schade.“ Und: „Morgen geht´s weiter.“ Denn die Göttingerin – die am Sonnabend ihren 37. Geburtstag feierte – hat schon ganz andere Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Vor zwei Jahren erlitt sie eine inkomplette Querschnittlähmung (inkomplett, weil nur die linke Körperseite betroffen ist) und sitzt seitdem im Rollstuhl.

Eine Neuro-Orthese würde es der ehemaligen Gastronomie-Betriebsleiterin ermöglichen, wieder problemlos zu gehen, doch ihre Krankenkasse sieht keine „medizinische Notwendigkeit“ für das Gerät. Sie weigert sich nach Angaben der Betroffenen, es zu bezahlen. Mit einem vom Göttinger Sanitätshaus o.r.t. leihweise zur Verfügung gestellten Exemplar umrundet die gebürtige Brandenburgerin innerhalb von sechs Wochen Göttingen, um Gelder zu sammeln.

Die vergangene Woche war dabei ziemlich hart. Am Montag, auf der Strecke Moringen-Einbeck, wurde sie im Regen ordentlich nass, woraufhin sie am Mittwoch  mit einer leichten Erkältung zu kämpfen hatte. Da hieß es „Nase hochziehen und durch“, wie die begeisterte American Football-Anhängerin berichtet. Umso schöner dafür ihr Erlebnis am Freitag auf der Strecke Northeim-Katlenburg: In Hammenstedt zeigte das Navi 200 Kilometer an – die hatte Kahrstedt seit dem 1. Juni zurückgelegt.   

Am Sonnabend ruhte sich Kahrstedt dann erstmals richtig aus. In den Regenpausen vergnügten sie und ihre Gäste sich bei den Darbietungen der Gauklertruppe „Cedrus Inflamnia“. Darüber hinaus sprach Kahrstedt mit Roy Kühne, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Goslar-Northeim-Osterode sowie Berichterstatter für Heil- und Hilfsmittel im Gesundheitsausschuss. Kühne hörte sich Kahrstedts Geschichte an und versprach ihr spontan, sie nach Berlin einzuladen.

Am Montag, 29. Juni, geht es weiter. Um 10 Uhr bricht Kahrstedts von Katlenburg Richtung Hattorf auf. Ziel: die Eisdiele. Dort will Kahrstedt einen Erdbeerbecher mit Schokoeis verspeisen: „mit ganz viel Sahne drauf natürlich.“

Von Hauke Rudolph

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