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Thema des Tages: Der Göttinger Kragenbär lebt

Arbeiten an Robert-Gernhardt-Denkmal Thema des Tages: Der Göttinger Kragenbär lebt

Es ist ein wenig ruhig geworden um den Göttinger Kragenbären. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für den Bau des Denkmals aber kräftig weiter. Wenn alles wie geplant klappt, soll die Skulptur zu Ehren des großen Dichters, Denkers und Satirikers Robert Gernhardt Ende des Jahres an seinem Göttinger Platz stehen.

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Denkmal für Robert Gernhardt im Göttinger Kulturausschuss

So könnte der Bär aussehen: Künstler Sigi Böttchers neuer Entwurf - etwas weniger "Kindchenschema".

Quelle: SB

Göttingen. In Kassel wird entworfen und geknetet, in Göttingen geplant, abgesprochen und verhandelt. Der Kragenbär hält keinen Winterschlaf, er  ist munter. Es gibt einen Antrag, dem der Rat der Stadt Göttingen zugestimmt hat. Demnach soll das zunächst heiß umstrittene Denkmal von Gernhardts Kragenbären aufgestellt werden. Klar ist, es wird am Robert-Gernhardt-Platz am Leinebogen, zwischen Stumpfebiel und Waageplatz, stehen. Klar ist auch, die Bronzeskulptur wird etwa 80 Zentimeter groß sein und auf einem Sockel sitzen. Noch nicht ganz klar ist, wie genau der Bär aussehen wird.

Der Kasseler Künstler Sigi Böttcher ist derzeit auf der Suche nach dem perfekten Entwurf.  Augen, Tatzen, Oberfläche: Böttcher arbeitet in seinem Atelier daran, seine Entwürfe zu modifizieren, die Anregungen der Witwe Robert Gernhardts, Almut Gehebe-Gernhardt, einfließen zu lassen. „Der neue Entwurf ist, auf Wunsch der Witwe, etwas weniger niedlich und etwas weniger menschlich“, sagt Böttcher. Beispiel: Die Tatze hat keinen Daumen mehr, auch die Oberfläche ist etwas rauer.

Während Böttcher am perfekten Bären feilt, arbeitet WP Fahrenberg, Göttinger Ausstellungsmacher und Mitinitiator des Kragenbär-Plans, unter anderem an einem neuen Finanzierungskonzept. Auch hier werden die Vorstellungen von Gehebe-Gernhardt einfließen. Die Idee, das Denkmal über sogenanntes Crowdfunding (viele kleine Spenden von vielen Bürgern) zu realisieren, ist erst einmal verworfen worden. „Wir wollen jetzt einige wenige Sponsoren suchen und es zeichnen auch bereits Interessenten ab“, sagt Fahrenberg.

Das Denkmal zeigt Gernhardts berühmten Kragenbären.  „Der Kragenbär, der holt sich munter einen nach dem andern runter“, reimte Gernhardt 1973 und zeichnete einen sich selbst befriedigenden Kragenbären.

Geschichte des Denkmals

Erstmals stellen Göttinger Kulturschaffende aus dem Kreis der Göttinger Elch-Preis-Jury die Idee vom Kragenbär-Denkmal im August 2013 im nichtöffentlichen Teil des Kulturausschusses des Rates vor. Die Satirefreunde rund um WP Fahrenberg bekommen für ihre Pläne eine Absage – zu anstößig sei der Kragenbär. Erst ein Jahr später, in der Ratssitzung Ende Juli, spricht SPD-Mann Frank Peter Arndt davon, dass es diese Pläne gab. Damit gelangt das Thema ins Tageblatt und wenig später in die internationale Presse. Eine Welle der Sympathie rollt an, binnen weniger Tage hat die Pro-Kragenbär-Facebookgruppe mehr als 1000 Mitglieder, darunter viele namhafte Zeichner.  Satiriker und Elchpreisträger wie Michael Sowa, F.W. Bernstein und Otto Waalkes sprechen sich für die Skulptur aus. Schließlich knicken die Göttinger Bedenkenträger ein, im September sprechen sich erst der Kulturausschuss, dann der Rat dafür aus, das Denkmal der Elche als Geschenk anzunehmen.

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Kragenbär

Göttinger Kragenbär im Blitzlichtgewitter. © Hinzmann

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