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„Da ist nichts dem Zufall überlassen“

Innenausbau und Einrichtungspläne für das Bullerjahn „Da ist nichts dem Zufall überlassen“

Viel zu sehen ist vom künftigen Erscheinungsbild des neuen Ratskeller bislang wenig. Einzig der restaurierte Brauereistein hat seinen Platz an der Ostwand des Gastraumes gefunden.

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Entwurf für das Bullerjahn: Ähnlich wie in dieser Skizze will sich die neue Gaststätte im alten Ratskeller künftig präsentieren. Die wichtigsten Elemente sind zu erkennen: Fußboden aus Eichendielen, Podeste links und rechts des Eingangs, Lichtbänder entlang der halbhoch vertäfelten Wände, Porträts Göttinger Persönlichkeiten, aus Aluminiumringen gefertigte Leuchter, eine zentrale Theke.

Quelle: Gastroprojekt

Die mächtigen Säulen sind gesandstrahlt, die Gewölbedecke ist weiß gestrichen, die Podeste, die den Gastraum in drei Sitzbereiche teilen, sind gebaut. Dort wo später Lichtleisten im Boden den Gästen den Weg weisen sollen, klaffen noch Lücken im Estrich. Kabel enden in der Luft darüber im Nichts.

Bis es mit der eigentlichen Inneneinrichtung des Gastraumes los geht, wird es noch dauern. Doch die Pläne dafür sind lange fertig und ausgeklügelt.
Seit mehr als einem Jahr, mit Beginn der Ausschreibung, habe man sich mit einem Konzept und der Gestaltung beschäftigt. „Da ist nichts dem Zufall überlassen“, sagt Pächter Olaf Feuerstein. Immer wieder seien Vorschläge überdacht, geändert und verfeinert worden.

Das fängt bei dem Dielenfußboden und dem passenden Mobiliar im Gastraum an und hört bei der minutiös geplanten Anordnung von Regalen und Kühlregalen im Theken- und Küchenbereich oder der Auswahl von Bildern auf.

Die Planung der Inneneinrichtung des Bullerjahns liegt in den Händen von Thomas Hinsche. Ein Gastroprofi. Die Liste der von dem Oldenburger Architekten gestalteten Restaurants, Bars und Cafés ist lang. Auch in Göttingen hat er bereits Spuren hinterlassen: Hinsche und sein Gastroprojekt-Team haben das Café del Sol an der Kasseler Landstraße eingerichtet. Und Hinsche hat Erfahrung in der Umgestaltung von traditionellen Ratskellern. Der Keller unter dem Hamburger Rathaus heißt inzwischen Parlament und ist für Feuerstein eines der Vorbilder für das neue Bullerjahn im Göttinger Ratskeller. „Der Begriff Ratskeller hat immer etwas Angestaubtes“, sagt Hinsche. Von diesem Image wolle man weg – die neue Namensgebung soll dabei helfen.

Die künftige Einrichtung des Bullerjahns beschreibt Feuerstein als „gastlich und modern“. Dabei wird viel rustikale Eiche in unterschiedlichen Färbungen für Möbel, Boden und Wandvertäfelung verwendet. Entlang der gesamten Wände auf Höhe der Vertäfelung sorgt eine Lichtleiste für Beleuchtung. Hinzu kommen große, aus Aluminium handgefertigte Lampen. Durch Strahler an den Säulen soll optisch die Gewölbedecke angehoben werden. Nach Hinsches Plänen betont die Beleuchtung die Bögen des Gewölbe. Er beschreibt die Einbauten als sehr schlicht, zeitlos und vor allem gastlich. „Wir arbeiten mit echten Materialien wie zum Beispiel Eichenholz, Leder, Stahl, Glas und Eichendielen“, beschreibt Hinsche.

Befürchtungen, der große Gastraum könnte durch die Wegnahme von Trennwänden einen „Wartesaalcharakter“ bekommen, räumt Feuerstein aus dem Weg. Dass der Gastraum so wieder komplett wahrgenommen werden kann, gehört zu Hinsches Konzept. Mit der Entscheidung ein zweites Podest zu bauen, wird der langgestreckte Raum dreigeteilt. Ohne „optische Trennung“ habe man so getrennte Bereiche geschaffen. Auf eine „Einheitsbestuhlung“ haben Feurstein und Hinsche verzichtet. „Jeder wird im Bullerjahn seinen Lieblingsplatz finden“, sagt Feuerstein. Sei es auf einem der Podeste, am Brauereistein oder an der Theke. So wird es sowohl Zweiersitzgruppen geben als auch Tische, an denen 20 Gäste Platz finden.
„Der Raum wird eine gemütliche Grundstimmung haben“, verspricht Feuerstein. Hinsche ergänzt: „Ein Gastraum für jeden. Von jung bis alt, von morgens bis abends, mit Jeans mit Anzug oder Kostüm.“

Innenausbau im ehemaligen Ratskeller.

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In der nächsten Folge: Bilder für das Bullerjahn.

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