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Ehrentitel für bedrohte Arten „Natur des Jahres 2015“

Pflanzen und Tiere Ehrentitel für bedrohte Arten „Natur des Jahres 2015“

Alljährlich heben Organisationen aus den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Landwirtschaft und Wissenschaft einzelne Pflanzen und Tiere, mittlerweile sogar Landschaften und Gewässer hervor. Mit der „Natur des Jahres“ wollen die Initiatoren in der Öffentlichkeit für bedrohte Arten werben und Gründe aufzeigen, warum sie schützenswert sind. Mittlerweile umfasst die Liste mehr als 40 Spezies und Objekte, die ein Jahr lang ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden sollen.

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Der „Vogel des Jahres“, der Habicht: Mit seiner Benennung will der Nabu auf die Problematik der illegalen Greifvogeltötung aufmerksam machen.

Quelle: Nabu/Varesvuo

Göttingen. Der erste vom Naturschutzbund (Nabu) Deutschland gekürte „Vogel des Jahres“ war 1971 der Wanderfalke. 2015 fällt die Wahl des Nabu auf den Habicht.

Der durch illegale Jagd bedrohte Greifvogel ist in Waldgebieten am Göttinger Stadtrand, vor allem aber im Landkreis Göttingen noch zuhause. „Illegal abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind nach wie vor trauriger Alltag“, berichtet der Nabu. Der Jahresvogel soll auf die  Gefährdung von Greifvögeln aufmerksam machen. Umweltschutzziele stecken hinter der Ernennung des Feldhasen zum „Wildtier des Jahres“.

Die Fleischfarbene Fingerwurz, früher Knabenkraut genannt, wurde von den Arbeitskreisen heimische Orchideen zur „Orchidee des Jahres“ bestimmt.  Die Art ist in Niedersachsen vom Aussterben bedroht.

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Dazu die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild: „Die mitteleuropäische Offenlandschaft hat sich in den vergangenen 30 Jahren deutlich gewandelt. Durch intensivierte Landwirtschaft mit höherer Maschinenintensität, höheren Mähdfrequenzen, größeren Feldeinheiten und verringerter Feldfruchtvielfalt wurde die Lebensraumausstattung des Feldhasen negativ beeinflusst.“

Er habe in Deutschland nur eine Zukunft, wenn Agrar- und Jagdpolitik, Bauern, Landeigentümer, Haustierbesitzer und Jäger sich gemeinsam für eine Veränderung der Landschaftsstruktur einsetzten. Der Hase und mit ihm viele andere Arten der Feldflur würden ohne großflächige Programme und Aktivitäten künftig weiter zurückgehen.

Das Kuratorium „Baum des Jahres“ hatte andere Beweggründe für seine Auswahl. In diesem Jahr bekam der Feld-Ahorn oder Maßholder den Ehrentitel, „eine zierliche Baumart, die oft übersehen oder vergessen wird“. Es werde Zeit, so das Kuratorium, dass diese unscheinbare Nebenbaumart mehr Beachtung finde.

Botschafter für den Naturschutz

Welchen Sinn macht es, Tiere und Pflanzen des Jahres zu benennen? Uwe Zinke, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Göttingen, erklärt das am Beispiel des Habichts.
Warum ernennt der Nabu alljährlich einen Vogel des Jahres?

Jeder „Vogel des Jahres“ ist Botschafter für ein aktuelles Naturschutzproblem. Beim Habicht ist es die Verfolgung von Greifvögeln. Abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind nach wie vor trauriger Alltag, obwohl die Jagd auf ihn seit den 1970er Jahren verboten ist. Von 2004 bis Mitte 2014 sind bundesweit mehr als 680 Fälle illegaler Greifvogelverfolgung dokumentiert worden.

Dabei wurden mindestens 1130 Greifvögel und Eulen gefangen, verletzt, getötet, abgeschossen oder in ihren Bruten gestört.

Haben Sie schon Habichte in der Vogelpflegestation aufgepäppelt?

Allein im Jahr 2014 haben wir drei verletzte Habichte gepflegt, die im Landkreis Göttingen gefunden wurden.

Weshalb werden Habichte gejagt?

Es gibt immer wieder Jäger, die im Habicht einen Konkurrenten bei der Jagd auf Hasen, Rebhühner und Fasane sehen. Die Bestände von Feldhase und Rebhuhn gehen zwar stark zurück, doch nicht der Habicht ist schuld. Vielmehr finden Rebhühner in der durch die intensive Landwirtschaft ausgeräumten Landschaft immer weniger Brutplätze und nicht ausreichend Nahrung. Ähnlich ist es bei Feldhasen.

Warum haben der Nabu und andere Organisationen eine Meldeaktion für getötete Greifvögel gestartet?

Sämtliche in Europa vorkommende Greifvogelarten unterliegen dem Bundesnaturschutzgesetz und der EU-Artenschutzverordnung. Sie dürfen nicht getötet, gefangen oder verfolgt werden. Das Komitee gegen den Vogelmord, der NABU und der LBV setzen sich seit Jahren für Aufklärung und Ahndung solcher Straftaten ein.

Die Strafanzeigen haben in den vergangenen zehn Jahren dazu geführt, dass mehr als 40 Täter von der Polizei überführt und zu hohen Geldstrafen verurteilt worden sind. Mit der Meldeaktion will der NABU ein Signal gegen die Greifvogelverfolgung setzen.

Welche Strafen drohen bei Tötung eines Greifvogels?

Die in Europa vorkommenden Greifvogel- und Eulenarten unterliegen sowohl dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes als auch der EU-Vogelschutzrichtlinie. Sie dürfen nicht getötet, gefangen oder auf andere Art und Weise verfolgt werden. Jede Nachstellung stellt eine Straftat dar, die mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

Häufig werden jedoch auch Geldstrafen verhängt. Greifvögel unterliegen neben dem Bundesnaturschutzgesetz auch dem Jagdrecht. Alle Greifvogelarten genießen eine ganzjährige Schonzeit. Greifvogelverfolgungen stellen somit auch einen Verstoß gegen das Bundesjagdgesetz dar.

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