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Guano Apes als local Heroes

25 Jahre "Out-o-Space Rockbüro" Guano Apes als local Heroes

Mit einem Sampler voller Musik von zwölf Göttinger Bands hat alles begonnen: Er war 1992 die Initialzündung für den Verein „Out-o-Space Rockbüro“, der in diesem Jahr 25 Jahre alt wird. Die Veranstaltung und Förderung unzähliger Konzerte und die Erhaltung des Kellerclubs Nörgelbuff stehen in der Bilanz des Vereins.

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Beginn einer großen Karriere: Sandra Nasic, Frontfrau der Guano Apes beim vom Rockbüro organisierten Bandwettbewerb „local Heroes“ 1996 in der Outpost.

Quelle: r

Göttingen. 1992 wurde der Verein gegründet. Von Beginn an dabei ist Michael Schluff. Die Förderung und Vernetzung lokaler Bands und Musiker war und ist Ziel des Vereins, der seit 2007 auch die Verteilung der Fördergelder für diesen Bereich in der Stadt übernimmt. Einige der Bands, die auf dem ersten gemeinsamen Album erschienen, gibt es noch heute: „Nancy and I“ zum Beispiel.

„Viele der Musiker von damals sind heute professionelle Musiker“, sagt Schluff. Fred Kerkmann beispielsweise, der heute unter anderem als Theatermusiker in Göttingen bekannt ist, Andreas Krüger, der mit seinem Projekt „Der dritte Raum“ in der internationalen Technoszene tourt oder Tom Spötter, der das Göttinger Out-O-Space Tonstudio betreibt.

Edu Wahlmann von der LAG Rock in Hannover war es, der Schluff uns seinen Mitstreitern damals riet, einen Verein zu gründen - und so geschah es. Das Rockbüro, so Schluff weiter, hat sich von Beginn an nicht nur um Konzerte gekümmert, auch Workshops, Festivals, Proberäume und der Betrieb des Live-Clubkellers Nörgelbuff fallen heute unter anderem in die Zuständigkeit. Kairo, Blue Note, Graffiti, Outpost und das Altstadtfest, unzählige Konzerte, beispielsweise am Kaiser-Wilhelm-Park, wurden und werden unter Regie des Rockbüros organisiert. Auch spätere Größen wie die Guano Apes standen dort schon auf der Bühne.

„Das Büro war ganz am Anfang noch in meiner Wohnung“, erinnert sich Schluff. Dann zog das Rockbüro im KAZ am Wochenmarkt ein, 1994 dann in die Musa. Es folgten Veranstaltungen wie der Bandwettbewerb „Local Heroes“ , die „Night oft the Clubs“ oder der „Klub Kutura“. Auch eine bundesweite Auszeichnung erhielt der Verein für sein Konzertprogramm den „Applaus 2015“. „Damit sind wir in die Bundesliga aufgestiegen“, freut sich Schluff.

Ein weiteres Projekt, so Sascha Pelzel, der seit knapp zehn Jahren im Rockbüro arbeitet, ist die Organisation eines Popfestivals „Pop2go“. Es soll in diesem Jahr in Pöhlde stattfinden - erarbeitet mit und von Jugendlichen aus dem gesamten Landkreis. „Von Staufenberg bis Herzberg“, sagt Pelzel.

Michael Schluff und Sascha Pelzel (von links)

Michael Schluff und Sascha Pelzel (von links)

Quelle:

Eine Besonderheit ist, dass das Rockbüro auch den Nörgelbuff als Spielstätte betreibt. Die Kellerkneipe an der Groner Straße stand im Jahr 2006 vor dem Aus. 2007 empfahl der Kulturausschuss des Rates einstimmig, eine Haushaltsstelle „Rockbüro Göttingen e.V.“ zur Rock- und Popmusikförderung einzurichten. Das Rockbüro beschließt, mit einem Teil dieser Mittel, den Nörgelbuff als gemeinnützig arbeitenden Kulturkeller wiederzueröffnen. Auch das Café Kreuzberg und das Exil erhielten daraufhin eine Förderung des Kulturprogramms.

Der Verein hat seither die Aufgabe, die Fördermittel zu verteilen.

Musiker der ersten Stunde

Fred Kerkmann

Fred Kerkmann

Quelle:

Mit seiner Band God five ist Fred Kerkmann schon auf dem ersten Sampler vertreten. Er ist einer der Musiker der ersten Stunde, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Heute ist er vorwiegend als Theatermusiker bundesweit unterwegs. Nach einer Produktion in Göttingen arbeitet er an Stücken in Brauschweig und Berlin.

„Die Gründung des Rockbüros, das war eine Bewegung, wo man sich fokussiert hat“, sagt er. Ganz unterschiedliche Musiker hätten sich getroffen, ganz unterschiedliche Stile hätten sich entwickelt. Für seine spätere Kariere sei das Rockbüro ein guter Start gewesen. Die „Interessensgemeinschaft“ habe noch heute noch ein wenig Bestand, God five haben sich wieder zusammengefunden und auch Kontakte zu Musikern von damals bestehen weiter.

Streit um Fördergelder

Die Finanzierung der lokalen Kulturszene sorgt immer wieder mal für Reibungen unter den Kulturschaffenden. Eine Anfrage der Ratsgruppe von Piraten und Die Partei zum Thema hat Kulturdezenentin Petra Broistedt jetzt ausführlich beantwortet. Unterschrieben ist die Anfrage von Piraten-Politikerin Dana Rotter, die zugleich auch im Verein „Kreuzberg on KulTour“ engagiert ist. Ein Verein, der ebenfalls Konzerte und Kulturveranstaltungen in der Region organisiert.

Rotter fragt die Verwaltung, ob es bekannt sei, „dass das Out-o-Space Rockbüro in seiner Eigenschaft als Fördermittelverteiler mehrfach versäumt hat, den anderen Beteiligten Änderungen in den Förderrichtlinien fristgerecht oder überhaupt mitzuteilen?“ Laut Broistedt sei der Verwaltung darüber nichts bekannt.

„Am 21. Dezember wurden alle Geförderten per Mail darüber informiert, dass im Januar 2017 eine erneute Abstimmung der Mittelvergabe erfolge, aber aus Gründen der Planungssicherheit das 1. Quartal 2017 analog zum Vorjahr gefördert werde“, so Broistedt. Änderungen in den Förderrichtlinien würden mitgeteilt.

Auch wollte Rotter wissen, was „mit den Fördermitteln in 2011 geschehen ist, die nicht an den Kreuzberg on KulTour ausgezahlt wurden?“ Da die Fördermittel Broistedt zufolge vom Verein Kreuzberg nicht fristgerecht abgefordert wurden, wurden sie in den Folgejahren vom Rockbüro verwendet, beispielsweise für Bandcoaching und den Local Heroes Wettbewerb.

Auch die Mittelerhöhung für die Vereinsarbeit des Out-o-Space Rockbüro Göttingen um 2900 auf 4900 Euro hinterfragte Rotter kritisch. Dabei, so Broistedt. habe es sich um „gesondert beantragte und bewilligte Mittel zum Ausgleich von Mindestkostenlohnsteigerungen“ in der Vereinsarbeit gehandelt.

Zudem forderte die Politikerin eine detaillierte Aufstellung der jährlichen Mittel von 9000 Euro für dem Nörgelbuff, die Broistedt ebenfalls lieferte. Wie auf der Website des Rockbüros zu lesen ist, wurde der Verein in den Jahren 2010 bis 2016 mit insgesamt 159.300 Euro gefördert, davon waren 20.800 Euro für die Vereinsarbeit und rund 144.000 Euro für die Unterstützung der Livemusik in Göttingen und sonstiger Projekte angesetzt.

Das Defizit in Höhe von 5505,34 Euro sei über Drittmittel des Vereins gedeckt worden. Das Rockbüro Göttingen wird seit 2007 institutionell gefördert, seit 2012 auf Grundlage eines vom Rat beschlossenen Zuschussvertrages. Die Mittel sind zur „Sicherstellung und Förderung der Live-Musik in Göttingen“ zu verwenden.

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