Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
28. Göttinger Altstadtlauf

Thema des Tages 28. Göttinger Altstadtlauf

In Göttingen startete der 28. Altstadt-Lauf und Tageblatt-Mitarbeiter Timo Holloway absolvierte den Fünf-Kilometer-Lauf und schildert seine Erlebnisse, außerdem lest ihr im Text alle Informationen rund um den Lauf mit allen Ergebnissen.

Voriger Artikel
„Riesenproblem“ und „falsches Nationalbewusstsein“
Nächster Artikel
Von Architektur bis Zieleinlauf

Sieger Florian Reichert beim Zieleinlauf.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die Atmosphäre beim Altstadtlauf packt mich sofort. Ob mit Rasseln, Trommeln, Anfeuerungsrufen oder Beifall: Die Zuschauer tun ihr Bestes, um mich und die anderen Aktiven dazu zu motivieren, schnell zu laufen. Genau genommen sogar dazu, schneller zu laufen, als ich laufen sollte.

Das spüre ich nach zügigem Auftakt in der zweiten von drei Runden des Fünf-Kilometer-Laufs. Die Beine werden schwerer, meine Pulsschlag hat die 190 überschritten, und vor allem freue ich mich diebisch auf die Bergabstrecken. Die, so mein subjektiver Eindruck, im Vergleich zu den Bergaufspassagen eindeutig viel zu selten vorkommen.

So bin ich gezwungen, einen Gang herauszunehmen. Den Zuschauern wiederum muss ich danken: Schließlich sind sie es, die in diesem Moment dafür sorgen, dass mein Tempo nicht völlig absackt.
Mit Kindern klatsche ich unterwegs ab – und vor allem das Flair auf der Weender Straße gefällt mir: Dort, wo man im Alltag schlendernd und shoppend unterwegs ist, darf man mal Tempo geben.

Nach drei Runden im Ziel bin ich ziemlich zerlegt – und froh, den Anstieg vom Start- und Zielbereich am Deutschen Theater zum Parkplatz der Stadthalle nicht erneut hochrennen zu müssen. Gefühlt könnte ich einen Eimer Eiswürfel-Wasser in Sekunden leeren – so viel Durst verspüre ich nach der Hitzeschlacht.Wobei ich den heißesten Moment des Tages nicht nach dem Zieleinlauf erlebe, sondern in der Startaufstellung direkt vor dem Startschuss.

Das Laufen in der Masse war für mich im Übrigen kein Neuland. Ich hatte es bereits vor dem Startschuss, der um 19.40 Uhr fiel, ausgetestet – wenn auch unverhofft: Ich will auf die andere Straßenseite gelangen, um meine Startnummer abzuholen, doch der GT-Firmenlauf über fünf Kilometer ist bereits in vollem Gange. Die Zahl der Aktiven ist so groß, dass eine Straßenüberquerung unmöglich scheint. Meine einzige Chance? Teil der Masse werden, um im Strom mitzuschwimmen und allmählich auf die andere Straßenseite zu driften.

Als ich meine Startnummer abnehme, nach dem Lauf, sind meine Füße noch heißer als die Umgebungsluft. Ob dies an dem heißen Untergrund liegt? Oder daran, dass ich die Schnürsenkel in dem Bestreben, unterwegs keine Schleife binden zu müssen, viel zu fest angezogen habe? Ein Lauf-Experte wird mich aufklären können. Bei der Gelegenheit könnte mir der Profi vielleicht auch verraten, wie drei Mitglieder der „Partei“ es schafften, bei den tropischen Temperaturen in Jeans und Jacket die Strecke durchzustehen.

Vorbereitet habe ich mich auf den Lauf natürlich auch: Exakt eine Woche vor dem Startschuss bin ich am Kiessee gelaufen. An den Folgetagen gab es kräftigen Muskelkater. Ich ahne also, was mir in den kommenden Tagen blüht. Aber weiß auch, dass ich diesen Preis für die grandiose Atmosphäre beim Altstadtlauf sehr gern zu zahlen bereit bin.

Von Timo Holloway

Reichert und Cirkel trotzen der Hitze

Göttingen. Auf dem Platz vor dem Deutschen Theater konnte am Mittwochabend kaum eine Stecknadel fallengelassen werden: 4408 Athleten ließen sich bei hochsommerlichen Temperaturen auf die 28. Auflage des Altstadtlaufes ein, einige 1000 mehr schauten zu.

Bereits zuvor hatte der Ausrichter LG Göttingen vermeldet, dass mit 4500 Teilnehmern ein neuer Rekord aufgestellt worden war. „In den kommenden Jahren können wir nicht mehr machen, das wird sonst zu gefährlich. Wir waren in allen Läufen am Limit“, sagte Christian Geese vom Veranstalter. Rund 2000 Zuschauer hatten sich rund um das Deutsche Theater versammelt.

Sie sahen über die Hauptstrecken zwei Seriensieger: Über die lange Strecke triumphierte Florian Reichert, der seinen Konkurrenten keine Chance ließ, und über die Mittelstrecke Jasper Cirkel, der im Anschluss gegenüber den Moderatoren Andreas Lindemeier und Frank Neumann einräunte: „Es war ziemlich heiß.“ Beim Novelis-Cup über die lange Strecke wurde die Göttinger DM-Teilnehmerin von der LGG, Josephine Mintel, Elfte.

Außerdem musste in Richtung Ziel auf der Theaterstraße eine leichte Steigung bewältigt werden – was einigen Läufern nicht bekam. So klappte der Zweite über die Mittelstrecke, Jasper Laakmann, im Ziel zusammen, musste behandelt werden, war aber bei der Siegerehrung schon wieder wohlauf. „In dieser Menge haben wir Kreislaufkollapse noch nicht gehabt“, sagte LGG-Pressewart Gerd Brunken.

Einen regelrechten Boom erlebt seit einigen Jahren der GT-Firmencup: Diesmal waren 1637 Läufer am Start – von der Berufsfeuerwehr bis hin zum Sieger NanoBiophotonik I, deren Läufer die Teams DLR I und Sartorius I, den Vorjahressieger, hinter sich ließen.

Den Auftakt hatte am frühen Abend der Nachwuchs gemacht. Jüngste Teilnehmerin beim Youngsterlauf war Paulina Pförtner, gerade einmal 15 Monate alt. Nach einer 900 Meter langen Runde war Schluss – bei der Hitze war das aber auch genug.

Von Eduard Warda

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis