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Clavier Tage rund um Beethoven

Thema des Tages Clavier Tage rund um Beethoven

Der Clavier-Salon von Pianist Gerrit Zitterbart in der Göttinger Innenstadt feiert fünfjähriges Bestehen. Ende April wird das mit Musik von Ludwig van Beethoven in fünf Konzerten im Salon und in der Aula der Universität gefeiert - vom Solo- bis zum Orchesterkonzert ist alles dabei.

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Gerrit Zitterbart

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Im März 2012 hat Pianist Gerrit Zitterbart in der Göttinger Innenstadt den Clavier-Salon eröffnet. Seitdem werden in dem etwa 60 Personen fassenden Raum im Erdgeschoss des Altstadthauses, Stumpfebiel 4, Klavierkonzerte gegeben. Zur Verfügung stehen dort bis zu sieben verschiedene historische Flügel. Die Instrumente und der Salon geben dem Hausherrn Gelegenheit für Musikdarbietungen, die den Konzerten der Zeit der Komponisten der Wiener Klassik und der Romantik vergleichbar sind. Zum fünfjähriges Bestehen des Clavier-Salons veranstaltet Gerrit Zitterbart die Claveer Tage: Fünf Konzerte mit Musik von Beethoven im Clavier-Salon und in der Aula der Universität vom 26. bis 30. April.

„Musik wie zu Beethovens Lebzeiten“

Sie klingen unterschiedlich, sie sind aus verschiedenen Hölzern hergestellt, die älteren sind schmal und kurz im Vergleich zu den jüngeren, deren Anschlag schwerer ist als der bei den älteren in der Sammlung von Gerrit Zitterbart. Sieben historische Flügel sind im Clavier-Salon spielbereit. „Sie sind so ausgesucht, dass die Konzertbesucher die Musik so erleben, wie sie zu ihrer Entstehungszeit gehört wurde“, erklärt Zitterbart. Von 1795 bis 1898 reicht die Zeitspanne. „Ab Steinweg ist nichts mehr passiert“: Damit meint der Musikprofessor den 1898 in Braunschweig in der Werkstatt von Theodor Steinweg entstandenen Flügel und die in den folgenden Jahren einsetzenden Veränderungen in der Zunft der Klavierbauer.

Ein Paradis geschaffen

Eine Besonderheit ist der Fügel aus der Werkstatt von Bösendorfer des Jahres 1882. Das Instrument war im Besitz des Komponisten und Klavierlehrers Theodor Leschetizky (1830-1915). Zitterbart vermutet: „Darauf haben wohl bis zu 1200-Leschetizky-Schüler gespielt“. Und zu den Schülern zählten unter anderem Pianisten wie Ignacy Jan Paderewski,  Artur Schnabel,  Ossip Gabrilowitsch oder  Elly Ney.

Mit drei Klavieren wurde es vor einigen Jahren im Arbeitszimmer von Gerrit Zitterbart eng. Der Musiker, der ein Faible für historische Tasteninstrumente hat und seit 2003 auch Konzerte auf historischen Hammerflügeln gibt, brauchte Platz. Seit 2012 hat er den für seine Sammlung von Flügeln. Im Haus Stumpfebiel 4 eröffnete Zitterbart vor fünf Jahren den Clavier-Salon. Dessen Raumgröße entspricht der der Musiksalons zu Zeiten der Komponisten der Klassik und Romantik, erklärt Zitterbart.

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Der Professor für Klavier an der Musikhochschule in Hannover hat sich mit dem Clavier-Salon „ein Paradies“ geschaffen. Hier kann er Liederabende, Solo- und Kammerkonzerte veranstalten nach seinen Wünschen oder kann, anders als im Konzertbetrieb üblich, auch recht kurzfristig Konzerte realisieren. „Als Eigenveranstalter kann ich eine andere Schnelligkeit vorgeben“, so Zitterbart. Die nutzt er vor allem, wenn für seine Schüler in der Pianistenausbildung Konzerterfahrung oder -übung nötig sind.

Mehr Aufmerksamkeit für Schülerkonzerte

Im Clavier-Salon treten Profis und Nachwuchskünstler auf. Die Konzerte haben viel Zuspruch. Damit ist Zitterbart zufrieden. Und er freut sich über das neue Angebot ab Oktober: Dann gilt für den Clavier-Salon das Semesterticket mit vergünstigten Eintrittspreisen für Studenten und Zitterbart hofft, „dass sich der studentische Besuch erhöht.“

Mehr Aufmerksamkeit wünscht er sich für die Schülerkonzerte. Er lädt Schulklassen aus Grund- bis Oberschulen ein, einstündige Konzerte mit ihm zu erleben. Bei seinen seit vielen Jahren angebotenen Kinderkonzerten kommt das Konzept gut an: Zitterbart erklärt jungen Menschen die klassische Musik, ihre Komponisten, ihre Instrumente.

Die Klaviere in seinem Salon kommen bei den Clavier Tagen zum Einsatz. Mit ihnen sind die Stationen der Schaffenszeit von Ludwig van Beethoven (1770-1827) gut abzubilden, meint Zitterbart. Dass zum fünfjährigen Bestehen des Salons die fünf Klavierkonzerte von Beethoven erklingen, war schnell entschieden als es darum ging, eine fünftägige Konzertreihe zu veranstalten. „Die soll auch den Klang der Musik wie zu Beethovens Lebzeiten haben“, sagt Zitterbart.

Die Klaviere des Salons sind Nachbauten oder Originale aus der Zeitspanne von 1795 bis 1898. Typisch für die Zeit ist, dass jedes Instrument, jede Werkstatt eigene Klangfarben hatte. Im damaligen Wien gab es nach Angaben von Zitterbart bis zu 100 Klavierbauer - „und jeder hat den Instrumenten seine Würze gegeben“. Diese Besonderheiten gingen mit dem Niedergang der kleinen Klavierbauer-Werkstätten verloren. Etwas von deren Farben und Würze erhält die Musik bei den Konzerten im Clavier-Salon.

Fünfmal Beethoven bei den Clavier Tagen

Das fünfjährige Bestehen des Clavier-Salons Göttingen wird mit fünf Konzerten mit Musik von Ludwig van Beethoven gefeiert – in der Aula der Universität und im Salon.

Die Clavier-Tage beginnen am Mittwoch, 26. April, mit einem Orchesterkonzert, das Pianist Gerrit Zitterbart mit alten Bekannten gibt: den Lüneburger Symphonikern unter der Leitung von Thomas Dorsch. Auf dem um 19.30 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz beginnenden Konzert stehen Beethovens sogenanntes erstes Klavierkonzert (Opus 15). Dieses folgte auf Opus 19, was als zweites Klavierkonzert bezeichnet wird, aber vor dem ersten vollendet war. Fehlen wird auch nicht das dritte Klavierkonzert (Opus 37). Mit dem Lüneburger Orchester spielt Zitterbart oft in Norddeutschland zusammen. Bei den Clavier-Tagen in Göttingen werden die Lüneburger Symphoniker nochmals am Sonnabend, 29. April, gastieren, um erneut in der Aula mit Pianist Zitterbart mit den Werken 58 und 73 zwei weitere Klavierkonzerte von Beethoven zu spielen.

Die drei weiteren Clavier-Tage beginnen jeweils um 19.45 Uhr im Clavier-Salon, Stumpfebiel 4. Dort gastiert am Donnerstag, 27. April, das Quartet Berlin-Tokyo. „Ein Streichquartett durfte nicht fehlen“, sagt Zitterbart zur Programmfindung. Und die vier Musiker, die aus verschiedenen Ländern stammen und alle in Berlin ausgebildet wurden, passen dazu bestens. Das seit 2011 bestehende Ensemble wird zwei Streichquartette, die Große Fuge und ein Klavierquartett erklingen lassen.

Gewissermaßen ein Heimspiel absolviert am Freitag, 28. April, Alexander Schimpf. Der 1981 in Göttingen geborene Pianist wurde in Würzburg ausgebildet und ist seit 2016 Professor für Klavier an der Musikhochschule in Hannover. Er wird drei Klaviersonaten von Beethoven spielen.

Zum Abschluss der ersten Göttinger Clavier-Tage kommt Christian Poltéra mal wieder nach Göttingen. Der Cellist gestaltet mit Pianist Zitterbart den Duoabend , der Cellosonaten auf dem Programm haben wird und mit Mozartvariationen die Clavier-Tage ausklingen lässt. Der Abend, so Zitterbart, ist „was Neues, eine richtige Premiere“ hinsichtlich des Auftritts der beiden Musiker. Poltéra war im vergangenen Jahr zu Gast beim Göttinger Literaturherbst, um mit Harald Eggebrecht dessen Buch „Große Cellisten“ vorzustellen. Nun wird der international bekannte Poltéra, der unter anderem Mitglied des Zimmermann-Trios ist, mit Zitterbart in dessen Clavier-Salon musizieren.

 Eintrittskarten für die Clavier-Tage sind in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt, erhältlich.

www.clavier-salon-goettingen.de

Ludwig van Beethoven (1770-1827),

Musiker und Komponist der Wiener Klassik. Der gebürtige Bonner stammte aus einer belgischen Musikerfamilie. Sein Vater war Musiker am Hofe des Kurfürsten von Köln.

Ludwig van Beethoven

Quelle: R

Nach erstem Untterricht dort zog Beethoven 1787 nach Wien, um bei Wolfgang Amadeus Mozart zu lernen, später wurde er Student von Josef Haydn. Beethoven zählt zu den bedeutendsten Musikern. Er hat bedeutende Musikstücke komponiert, auch noch als ein Gehörleiden ihn taub gemacht hatte.

Gerrit Zitterbart

Seit 1983 Professor für Klavier an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, wurde 1952 in Göttingen geboren. Der Pianist ist als Solist und Kammermusiker, unter anderem mit dem Abegg-Trio, auf internationalen Bühnen zu Gast.

Gerrit Zitterbart

Quelle: Christina Hinzmann

In Göttingen hat er 2012 den Clavier-Salon eröffnet, um Solo- und Kammermusik im kleinen Rahmen darzubieten. Als Dozent bietet er Nachwuchsmusikern im Salon Gelegenheit zu Auftritten. Bekannt ist Zitterbart auch für seine Kinderkonzerte, bei denen er Musikwerke kindgerecht erklärt und spielt.

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