Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Der Tag, den es manchmal nicht gibt

Thema das Tages Der Tag, den es manchmal nicht gibt

Eigentlich feiert jeder Mensch einmal im Jahr  seinen Geburtstag. Doch was machen die, deren Geburtstag es nicht immer gibt? Die in einem Schaltjahr, am 29. Februar, das Licht der Welt erblickt haben? Diese Geburtstagskinder werden erfinderisch.

Voriger Artikel
Ein Stück Hollywood im Harz
Nächster Artikel
Tarifverhandlungen 2016

Feiert – seit er erwachsen ist  – nur noch alle vier Jahren seinen Geburtstag: Basketball-Coach John Patrick.

Quelle: CH

Training statt Torte

Basketball-Coach John Patrick hat am 29. Februar Geburtstag und bereits vorgefeiert

Göttingen. „Ich werde zwölf, genau wie mein Sohn, der ist auch zwölf“, lacht John Patrick, der als Basketball-Trainer viele Jahre die Göttinger Veilchen gecoacht hat und jetzt in Ludwigsburg arbeitet. Mit Göttingen ist er noch stark verbunden, dort lebt seine Familie, und Patrick pendelt zwischen Arbeit und Zuhause. Mit der hat er an diesem Wochenende seinen Geburtstag ausnahmsweise vorgefeiert.

„Ich bin schon so ungeduldig“, scherzt Patrick. Kreative Ideen im Umgang mit dem eigenen Geburtstag zu entwickeln ist bei Schaltjahr-Kindern nicht unüblich. Auch Patrick ist Vorfeiern gewohnt: Als Kind hatte er seinen Geburtstag bereits am 28. Februar mit seiner Familie vorgefeiert. Am 1. März kamen dann die Freunde zur großen Geburtstagsparty.
Jedes Jahr zwei Partys feiern – das ist nicht so geblieben. Seit Patrick erwachsen ist, feiert er nur noch alle vier Jahre. „Man muss lernen, Geduld zu haben“, erklärt der Coach. Doch wenn sein großer Tag kommt, feiert er ihn auch ausgiebig. „An meinem 36sten, 40sten und 44sten Geburtstag hatten wir immer eine große Feier im Clubhaus der BG“, erzählt er.

Mit dabei war seine Familie, Freunde, Coaches und Jugendcoaches der BG und natürlich viele Spieler. Dann wurde schnell vergessen, dass der Geburtstag in den nächsten drei Jahren wieder ausfällt.  Dieses Jahr war die Party klein und gemütlich. „Es ist aber immer schwierig in laufender Saison zu feiern“, sagt Patrick. Der eigentliche Grund für das Vorfeiern war diesmal nicht die Ungeduld, sondern der volle Terminkalender. Am Sonnabend haben seine Ludwigsburger gegen die Göttinger BG gespielt, die Patrick jahrelang als Trainer gecoacht hat. Doch am Sonntag Abend ging es wieder zurück nach Ludwigsburg.

Heute ist sein Geburtstag. Statt Torte steht Training auf dem Programm. „Wir sind immer unter Strom“, erklärt der Coach und ist vollkommen zufrieden, seinen Geburtstag in der Sporthalle zu feiern. Schließlich ist ein Geburtstag am 29. Februar der einzige, der ein breites Feld an Interpretationen erlaubt. Und der einzige, der mit gutem Gewissen vorgefeiert werden kann. wes

Das schönste Geschenk

Vater und Tochter feiern am gleichen Tag

Mike Plock-Degenhardt und seine Tochter Clara Sophie.

Quelle: CH

Mike Plock-Degenhardt hat etwas, was wohl nicht viele Väter von sich behaupten können: Er hat am gleichen Tag wie seine Tochter Geburtstag. Beide haben aber nicht an irgendeinem Tag Geburtstag, sondern am 29. Februar. Normalerweise feiern beide am 1. März.
„Ich finde das super“, sagt Mike Plock-Degenhardt. „Ich empfand es immer als was Besonderes, an diesem Tag Geburtstag zu haben.“ Für die Nachfragen Anderer habe er immer einige Sprüche auf Lager. „Ich werde nie so alt aussehen, wie ich bin“, ist einer davon. In diesem Jahr wird er, rein auf die Schaltjahre bezogen, neun Jahre alt. „Über mein wahres Alter schweige ich.“
Tochter Clara Sophie hat ebenfalls gern am 29. Februar Geburtstag. Wie sie es findet, am selben Tag wie ihr Vater zu feiern? „Cool“, lautet die klare Antwort der Dreijährigen.
Dass er mit seiner Tochter gemeinsam Geburtstag habe, sei ein wunderbares Geschenk, so der Göttinger. Das sei jedoch nicht von Anfang an klar gewesen. „Sie lag in Steißlage“, sagt Plock-Degenhardt. Das machte einen Kaiserschnitt nötig.
„Meine Frau wollte nur von einem ganz bestimmten Arzt operiert werden.“ Dieser Arzt habe im Klinikum in Kassel aber nur Mittwoch Dienst gehabt. Und dieser Mittwoch war zufällig der 29. Februar. „Ich fand das klasse, meine Frau nicht ganz so“, resümiert Plock-Degenhardt. Gefeiert wird am Montag zusammen mit Familie und Freunden. Natürlich von Vater und Tochter. fil

„Ich fand das so richtig“

Elli Reinert wird am 29. Februar 92 Jahre alt

Elli Reinert feiert heute ihren 92. Geburtstag.

Quelle: Reinert

 Am 29. Februar 1924 kam Elli Reinert auf die Welt. „Meine Eltern wollten das Datum noch ändern, aber ich wurde nachmittags geboren“, so Reinert. Deshalb habe sich die Hebamme nicht darauf eingelassen. So sei es dann bei dem besonderen Datum geblieben.

Sie selbst habe sich aber nie viele Gedanken darüber gemacht oder Probleme damit gehabt. Als sie kleiner war, habe sie die Besonderheit ihres Geburtsdatums noch gar nicht so bemerkt. Wirklich Gedanken habe sie sich erst später gemacht.

Für die Feier hat sie eine sehr pragmatische Lösung gefunden: „Ich habe immer am 1. März gefeiert.“ Die Wahl des 1. März als Tag der Feier hätten nicht immer alle verstanden, aber „ich fand das so richtig und habe es immer so gemacht“, sagt die Rentnerin. Ihre Erklärung ist schon fast philosophisch: „Man geht ja im Leben vorwärts und nicht rückwärts.“

Nach dieser Devise habe sie auch immer ihr Leben bestritten. Geboren in Kassel zog sie 1933 mit ihren Eltern nach Einbeck zu den Großeltern. Durch ihre Arbeit als Hauswirtschafterin sei sie viel herumgekommen und habe zum Beispiel bei mehreren Arbeitgebern in Hann. Münden gearbeitet. Auch in Einbeck habe sie unterschiedliche Berufe ausgeübt. Zum Beispiel bei Ammermann und die letzten 16 Berufsjahre bei der Stadt. Ihren 2003 verstorbenen Mann heiratete sie 1949.

Gesundheitlich gehe es ihr immer noch recht gut. „Aber alles kann ich auch nicht mehr“, erzählt die 91-Jährige. Deshalb habe sie zu Hause eine Haushaltshilfe und eine Pflegerin, die ihr bei einigen Dingen zur Hand gingen. Trotzdem ihr das Laufen etwas schwer falle, gehe sie noch ein- bis zweimal in der Woche in die Stadt und mache ihre Besorgungen selbst - aus Angst vor Stürzen immer mit ihrem Rollator.

In einem Schaltjahr wie dem aktuellen feiere sie natürlich am 29. Februar. Eine besondere Feier sei es deshalb aber nicht. „Es ist ein ganz normaler Geburtstage mit Freunden und Familie.“ fil

Göttinger Geburtstagskinder

Nur alle vier Jahre den richtigen Geburtstag feiern können – das betrifft die wenigen, die am 29. Februar geboren wurden. In Göttingen sind das nach Auskunft der Stadtverwaltung 77 Einwohner, die nur alle vier Jahre am richtigen Tag feiern können.  Das Standesamt bleibt an diesem Tag allerdings leer: Es gibt kein Paar, dass sich am 29. Februar in Göttingen trauen lässt. Das würde nämlich für das Eheleben bedeuten, dass nur alle vier Jahre Hochzeitstag gefeiert werden kann. wes

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Weihnachtsbeleuchtung in Göttingen und Umgebung