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Der neue Elch heißt Max Goldt

Thema des Tages Der neue Elch heißt Max Goldt

Göttingen hat einen neuen Elch. Einen, der in Weende aufgewachsen ist: Der diesjährige Preisträger der renommierten Auszeichnung ist Max Goldt. Der Musiker und Autor hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Im März wird ihm der Preis verliehen, die Karten für die Veranstaltung werden verlost.

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Göttinger Figurentheatertage
Quelle: Steiner

Göttingen. Der neue und damit 19. Göttinger Elch heißt Max Goldt. Das hat die Jury, die den Satirepreis einmal jährlich vergibt, am Dienstag bekannt gegeben. Mit Max Gold wird ein ehemaliger Göttinger ausgezeichnet. Er wurde 1958 in Weende geboren, zog nach dem Abitur 1977 aber nach Berlin, wo er noch heute lebt.

Max Goldt ist als Schriftsteller, Satiriker und Musiker bekannt geworden. 1981 gründete er mit Gerd Pasemann das  Duo „Foyer des Arts“, zahlreiche Schallplattenveröffentlichungen folgten. Der bekannteste Song der Neuen-Deutschen-Welle-Formation ist „Wissenswertes über Erlangen“.

Bekannter wurde Gold vermutlich mit seinen Kolumnen für die Berliner Zeitschrift, seiner langjährigen Mitarbeit beim Satiremagazin „Titanic“ und mit seinen Büchern. 1984 erschien sein erstes Buch „Mein äußerst schwer erziehbarer schwuler Schwager aus der Schweiz“, dem viele weitere folgten. Mit dem Zeichner Stephan Katz arbeitet Goldt als Texter zusammen, die gemeinsamen Arbeiten wurden neben der Titanic auch in „Intro“ und dem „Zeitmagazin“ sowie in Buchform veröffentlicht.

Goldt, der als freier Schriftsteller in Berlin lebt, erhielt unter anderem den „Kasseler Literaturpreis für Grotesken Humor“ (1997), den „Hugo-Ball-Preis“ der Stadt Pirmasens und 2008 auf Empfehlung von Daniel Kehlmann den „Kleist-Preis“. Das Göttinger Publikum kennt den Satiriker von zahlreichen Lesungen, zuletzt gastierte er beim Literaturherbst im Jahr 2014 in seiner alten Heimat.

Goldts literarisches Werk“, so erklärt es die Jury in ihrer Begründung zur Verleihung des Göttinger Elchs 2016, „scheint von einem Beobachter aus einer Parallelwelt geschaffen zu sein, einer Welt, die aufgeklärter, klüger und zukunftsträchtiger ist als die unsere“. Dennoch habe der Beobachter, bei dem es sich natürlich um Goldt selbst handelt, es nicht nötig, sich über unsere Welt lustig zu machen – denn komisch ist sie schon. Es bedürfe nur des genauen Blicks und eines gerüttelt Maßes an Zuneigung, um sie in all ihrer Merkwürdigkeit und mit ihren vielfältigen Mysterien zu durchschauen. „Und das tut heute und in deutscher Sprache wohl keiner so eindringlich und punktgenau wie Max Goldt.“

Die Auszeichnung wird jährlich für ein satirisches Lebenswerk vergeben und ist mit 3.333 Euro und einer silbernen Elchbrosche dotiert. In diesem Jahr ausnahmsweise ohne die legendären 99 Dosen Original Göttinger Elch-Rahmsüppchen.
Laut Jury „will der Göttinger Elch den guten Ruf der komischen Künste festigen und das Ansehen der in Wort und Bild tätigen Satiriker im deutschen Sprachraum mehren.“

Der Preis habe seine Heimat nicht zufällig in Göttingen: „Die Stadt hat Tradition in Sachen Satire, die im 18. Jahrhundert mit dem genialen Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg beginnt und bis in die jüngste Vergangenheit von den Wahl-Göttingern Robert Gernhardt und F. W. Bernstein fortgeführt wurde“, so teilt das Gremium mit. Einem sprichwörtlich gewordenen Zweizeiler Bernsteins ist auch der Name des Satirepreises entlehnt: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“

Acht Aufrechte und die Elch-Parade

Die Jury, die den Träger des Satirepreises „Göttinger Elch“ jedes Jahr ausruft, setzt sich heute zusammen aus acht der Humor-Kunst verbundenen Menschen. Das allerdings war nicht immer so. Zu Beginn hatte sich ein Göttinger Trio zusammengefunden, um über den Preisträger zu entscheiden: der Ausstellungsmacher Wolf Peter Fahrenberg, Hilmar Beck, Leiter des städtischen Kulturamtes, und der Verleger Tete Böttger. Schnell kamen Martin Sonntag, Leiter der Caricatura Galerie in Kassel, und Achim Frenz, Leiter des Museums für Komische Kunst in Frankfurt/Main, dazu – ergänzt durch den jeweiligen Jung-Elch, den aktuellen Preisträger also.

Die erste Umbildung des Gremiums stand im Jahr 2008 an. Böttger schied aus und machte Platz für die Münchener Verlegerin Antje Kunstmann, die dem Vernehmen nach gerade von den Alt-Elchen sehr geschätzt wird. Dazu kamen auch noch Hans Zippert, ehemaliger Chefredakteur der Satirezeitschrift „Titanic“, Publizist und Kolumnist aus Oberursel, und Peter Köhler, Journalist und Autor aus Göttingen. Er schreibt unter anderem für die Taz, veröffentlicht humoreske Bücher.

Die Jury plagt sich also jährlich mit der Frage herum, was bleiben wird. Denn der Elchpreisträger soll mit seinem Wirken deutliche Spuren im Leben hinterlassen haben. „Bei den Entscheidungen der Jury, so subjektiv sie vielleicht anmuten mögen, steht nicht der Zeitgeist Pate; nicht der Massengeschmack und nicht momentaner Erfolg sind die Parameter, nach denen die Jury ihre Urteile zu fällen bemüht ist – sondern Können, Charakter und Wirkung.“ pek

Nachgefragt bei Rudi Hurzlmeier, amtierender Elch

Der amtierene Göttinger Elch ist der Karikaturist und Satiriker Rudi Hurzlmeier. Demnächst wird er abgelöst und steigt in die Riege der Altelche ein. Zeit, für einen Bilanz der Amtszeit:
Wie war das Jahr als Elch?
Oh, es war erstaunlich arbeitsreich. Ich hatte mir mehr Faulenzerei vom Elchdasein erhofft.  Aber ganz rum ist es ja noch nicht, vielleicht kann ich mich noch ein paar Wochen gemütlich ins Moos legen.

Noch-Elch: Rudi Hurzlmeier.

Quelle: Heller

Was geben Sie ihrem Nachfolger mit auf den Weg?
Tja, entweder eine Wanderkarte von Lappland und Umgebung, oder aber, ...hm..., da bin ich noch am Überlegen.

     
Wie hat die Elchsuppe geschmeckt?
Allen die ein Döschen davon abbekommen haben ganz ausgezeichnet - und es ist zum Glück noch Suppe da. Wärmt nämlich wunderbar im Winter! Hoffe nur, dass einem vom häufigem Genuss kein Geweih wächst.

Interview: Britta Bielefeld

Die Tafel der Elche
1997: Cartoonist Chlodwig Poth
1999: Zeichner und Schriftsteller Robert Gernhardt
2000: Kabarettist Gerhard Polt
2001: Kolumnist und Übersetzer Harry Rowohlt 2002: Karikaturistin Marie Marcks
2003: Zeichner und Dichter F. W. Bernstein
2004: Kabarettist Emil Steinberger
2005: Komiker Otto Waalkes
2006: Zeichner Hans Traxler
2007: Zeichner und Musiker Ernst Kahl
2008: Volksmusiker und Kabarettisten Biermösl Blosn
2009: Musiker und Filmemacher Helge Schneider
2010: Komödiant Olli Dittrich
2011: Kabarettist Josef Hader
2012: Karikaturistin Franziska Becker
2013: Maler Michael Sowa
2014: Kabarettist Georg Schramm
2015: Zeichner Rudi Hurzlmeier
Acht Aufrechte und die Elch-Parade
Karten werden verlost
Die Verleihung des Satirepreises Göttinger Elch an Max Goldt  findet am Sonntag, 20. März, um 11 Uhr im Deutschen Theater Göttingen statt. Die Laudatio hält der Göttinger Literaturwissenschaftler und Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Heinrich Detering. Vorjahres-Preisträger Rudi Hurzlmeier und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler steuern ein Grußwort bei. Laut der Jury hat Max Goldt zugesagt, einige ältere und neue Texte zu Gehör zu bringen. Karten für die Preisverleihung werden, wegen der zu erwartenden großen Nachfrage, auch in diesem Jahr wieder verlost. Dazu ist der Kartenwunsch – pro Person maximal zwei Karten, mit Angabe der Kategorien zum Preis von 11, 14, 17, 20 Euro mit nachzuweisender Sozialermäßigung von 3 Euro – unter Angabe des Namens und der Kontaktdaten ab dem 8. bis zum 19. Februar 2016 per Mail an elch@goettingen.de oder telefonisch unter Telefon  0551 / 400-2486 mitzuteilen. Die Kartenvergabe erfolgt nach der Verlosung vom 1. bis zum 14. März an der Kasse des Deutschen Theaters. bib
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Schriftsteller und Musiker Max Goldt erhält Göttinger Satire-Preis
Elch-Preis 2016 für Max Goldt (rechts) mit Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bei der Verleihung des Satire-Preises im Deutschen Theater Göttingen.

Der Berliner Schriftsteller und Musiker Max Goldt hat am Sonntag den Göttinger Elch-Preis erhalten. Im Deutschen Theater wurde der gebürtige Weender zum 19. Göttinger Elch und bekam von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) die silberne Elch-Brosche ans Revers geheftet, die Urkunde und 3333,33 Euro Preisgeld überreicht.

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