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Hessen rechts, Niedersachsen links der Straße

Der neue Landkreis Göttingen ist ganz schön groß Hessen rechts, Niedersachsen links der Straße

Am 11. September wird ein neuer Kreistag gewählt. Einer für alle. Für die Einwohner des heutigen Landkreises Göttingen und für die des heutigen Landkreises Osterode. Mit der Kreisfusion, die zum 1. November 2016 vollzogen werden soll, entsteht ein Landkreis in einer Größe von 1750 Quadratkilometer.

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Göttingen. Das ist etwa die Größe der Urlaubsinsel Fuerteventura und und damit fast doppelt so groß wie Berlin. Der neue Kreistag, so wurde es im Mai 2014 beschlossen, soll dann 72 Abgeordnete zählen. Sie entscheiden zum Beispiel über neue Landesstraßen und Schutzgebiete für die Umwelt, organisieren die Schülerbeförderung und sind für Abfall im Kreisgebiet zuständig – und das zwischen Hemeln und Zorge.

Aber wer weiß schon über die Gebiete am anderen Ende des neuen Großkreises Bescheid? Künftig kann ein Kreistagsmitglied aus Uschlag (Gemeine Staufenberg im Süden) auch über Gittelde (Gemeinde Bad Grund im Norden) entscheiden.

Wie gut kennen Sie sich im künftigen Landkreis Göttengen aus? Hier ein paar Besonderheiten.

An welche Bundesländer grenzt der Landkreis? Hessen und Thüringen. Die Grenze nach Sachsen-Anhalt ist bei Zorge zwar nur gut einen Kilometer entfernt, aber durch ein Stück des Landkreises Goslar getrennt.

In welche Urstromtäler fließen die Gewässer?

Die meisten fließen am Ende in die in die Weser, einige Bäche aus dem Südharz aber in die Elbe.

Durch welche Wohnstraße verläuft eine Bundeslandgrenze?

Der Wartering liegt mit der einen Straßenseite in Eschershausen, und damit in Staufenberg, also dem Landkreis Göttingen und somit in Niedersachsen. Auf der anderen Straßenseite heißt der Ort Nieste. Er liegt im Landkreis Kassel und damit in Hessen.

Was ist das Niedersachseneck?

Der im Mittelalter gebaute Handelshafen an

der Fulda bei Speele in der Gemeinde Staufenberg rentierte sich schon im 15. Jahrhundert nicht und versandete auf Grund mangelnder Nutzung. Heute ist er nur noch als Niedersachsen-Eck bekannt.

Wo ist die letzte kommerziell betriebende  Pfannensiederei Europas?

Die Saline Luisenhall in Göttingen-Grone. Seit dem Jahr 1854 wird dort  Salz produziert. Bis heute wird dort die aus einem unterirdischen Salzlager geförderte Natursole nach einem seit dem Mittelalter angewandten Prinzip in offenen Pfannen zur Kristallisation gebracht.

Wo finden sich die Spuren der älteste Familie der Welt?

In der Lichtensteinhöhle bei Förste. Dort wurden in den 80er Jahren Knochen aus der Bronzezeit gefunden, aus denen Wissenschaftler DNA gewinnen konnten. Die Nachfahren der Bewohner leben nach 3000 Jahren noch  immer in dieser Region, das beweist ihre DNA. Die Knochen der Vorfahren sind in der Iberger Tropfsteinhöhle ausgestellt.

Wie Bürgermeister der Randgebiete über den Großlandkreis denken

Der neue Landkreis Göttingen reicht von Staufenberg im Süden über Hemeln im Westen und Walkenried im Osten bis nach Bad Grund im Norden. Wie beantworten die Bürgermeister im künftigen Großkreis folgen Fragen:

1. Wie lebt es sich  im  westlichen/südlichen/östlichen/nördlichen Zipfel des künftigen Großkreises?

2. Für welche Stadt schlägt ihr Herz? Göttingen, Goslar oder Kassel?

3. Waren Sie schon einmal in Zorge/Gittelde/Bursfelde/?

Alfred Urhahn, Ortsbürger­meister in Hemeln:

1. Der große Zusammenhalt und die vielfältigen Aktivitäten der Hemelner Dorfgemeinschaft mit ihren Vereinen sind das besondere Merkmal unseres Dorfes. Durch die Lage an der Weser, am Rande des Bramwaldes, ist Hemeln auch als Wohnort attraktiv. Kein Leerstand und der Mangel an Bauplätzen zeigen dies besonders deutlich.

Natürlich hat sich Hemeln, wie auch andere Dörfer, bezüglich der Infrastruktur verändert. Diese Probleme gehen wir sehr aktiv an und hoffen, dass wir auch nach der Kreisfusion die nötige Unterstützung bekommen.

2. Mein Herz schlägt für Göttingen, viele Hemelner sind aber auch in Kassel beschäftigt und deshalb nach dort orientiert.

3. Waren Sie schon einmal in Zorge? Ja, vor 40 Jahren!

Alfred Urhan.

Quelle: R

Helmut Schauf, Ortsbürgermeister in Escherode (Staufenberg):

Wie lebt es sich  im  westlichsten Zipfel des künftigen Großkreises?

1. In der Kreisverwaltung weiß man manchmal nicht, wo Escherode liegt. Das wird sich mit Schaffung des Großkreises sicherlich nicht verbessern ...

2. Kassel liegt räumlich näher (15 Minuten Fahrzeit), Göttingen  ist aber sympathischer (Bausubstanz, Atmosphäre). Ich gehe in Kassel ins Kino, in Göttingen in die Sauna und ins Theater.

3. In Gittelde war ich auch schon, von regelmäßigen Motorradtouren ist mir der Harzbereich bekannt. Ich war in Osterode bei der Bundeswehr. Ich habe dort kürzlich einen Fotokurs der Volkshochschule besucht.

Dieter Haberlandt, Samtgemeindebürgermeister Walkenried:

1. Die älteren Einwohner haben sich mit der Randlage der drei Orte arrangiert. Für junge Familien sind wir aufgrund dieser Situation nicht sehr attraktiv. Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten hat sich die Situation verbessert, da man auch nach Osten reisen kann.

Natürlich haben wir hier sehr stark mit der demografischen Entwicklung zu kämpfen. Auch an der Infrastruktur müssen wir arbeiten. Allein was den ÖPNV anbetrifft. Ohne die Schülerbeförderung wären die umliegenden Städte und Gemeinden für ältere Personen ohne Auto nicht zu erreichen. An diesem Problem werden wir auch im künftigen Großkreis verstärkt arbeiten müssen. Die Zukunft der künftigen Gemeinde Walkenried im Landkreis Göttingen sehe ich positiv.

2. In meiner Brust schlagen zwei Herzen; eines für Göttingen und eines für Goslar. Beide Städte haben ihren Reiz.

3. Bursfelde habe ich bisher noch nicht kennen gelernt.  Das wird sich aber in nächster Zeit ändern.

Dieter Haberlandt.

Quelle: R


Harald Dietzmann, Bürgermeister Gemeinde Bad Grund:

1. Die Frage ließe sich eigentlich erst zu einem späteren Zeitpunkt - also nach der Fusion - besser beantworten. Die wGemeinde Bad Grund hat auch im jetzigen Landkreis Osterode schon immer die nördliche Spitze ausgemacht.

Ausgehend davon, dass die geografische Lage bisher nicht mit Nachteilen verbunden war und sich der neue Landkreis seinen Kommunen ohne Rücksicht auf Entfernungen gleichermaßen widmen wird, dürfte sich die Lage nicht verschlechtern. Nicht zuletzt sind es auch zukünftig die eigenen kommunalen Aktivitäten, um auch aus Kreissicht auf sich aufmerksam zu machen. Es wird sich also auch weiterhin im nördlichsten Landkreiszipfel gut leben lassen.

2. Göttingen und Goslar haben beide  ihre Besonderheiten, so dass die Wahl schwer fiele. Ich kenne insbesondere Göttingen aufgrund beruflicher Erfahrungen und weiß, welche große Strahlkraft und Dynamik diese Stadt besitzt.

Goslar ist hingegen touristisch und kulturell für den Harz von großer Bedeutung, was unter anderem auch für die Weiterentwicklung des Weltkulturerbes Oberharzer Wasserwirtschaft gilt. Die Kreisgrenze spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

3. Nein. Der Kontakt mit Uschlag begrenzt sich auf das Vorbeifahren auf der A7.

Harald Dietzmann.

Quelle: R
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