Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Die Frage nach der „Schönen neuen Welt“

Schülerlesetage beschäftigen sich mit Utopien und Dystopien Die Frage nach der „Schönen neuen Welt“

„Schöne neue Welt? – Endzeit. Umbruch. Aufbruch.“ So lautet das Motto der Schülerlesetage, die vom 10. bis 16. April stattfinden. Bei Lesungen an Schulen, Autorengesprächen und öffentlichen Veranstaltungen geht es um Utopien, Dystopien und die Frage: Wie könnte unsere zukünftige Welt einmal  aussehen?

Voriger Artikel
350 statt 3500 Flüchtlinge in Friedland
Nächster Artikel
Kritik an Informationspolitik der Bahn

Voll in ihrem Element: Schüler des Felix-Klein-Gymnasiums bei den Proben zu „Fahrenheit 451“.

Quelle: EF

Göttingen. Schon immer beschäftigte den Menschen die Frage, wie die Welt um ihn herum in der Zukunft aussehen könnte. Utopische und dystopische Entwürfe einer Welt sind „seit Menschengedenken“ ein Thema in Bildender Kunst, Literatur und später im Film, meint Cornelie Hildebrandt, Projektleiterin der Schülerlesetage. So ist das Thema
aktuell vor allem in der Jugendliteratur präsent – beispielsweise in „Die Tribute von Panem“.

Weitere Informationen zu dem Programm:

schuelerlesetage-goettingen.de.

Ziel der Schülerlesetage ist es nicht nur, Schüler für das Lesen zu begeistern, sondern sie auch für kreative Projekte zu öffnen. „Lesen ist sehr viel mehr als das Erfassen von Buchstaben“, sagt Hildebrandt. „Es geht um das sinnliche Erfahren, um Welten, die sich öffnen“. Neben Autorengesprächen mit fünf Autoren, die Schulen in der ganzen Region besuchen, gibt es Diskussionsrunden, ein Erzählcafé und Theaterprojekte. Ein Highlight dabei ist die Inszenierung von „Fahrenheit 451“.

Schüler des Felix-Klein-Gymnasiums führen den utopischen Roman von Ray Bradbury auf. Erste Ausschnitte werden bei der festlichen Eröffnung der Schülerlesetage am Sonntag, 10. April, in der Paulinerkirche zu sehen sein.

Dass das Thema „Schöne neue Welt?“, das auf den 1932 erschienenen Zukunftsroman von Aldous Huxley aufbaut, aktueller denn je ist, zeigt der Bezug zur Flüchtlingskrise. Denn für Geflüchtete ist die Frage nach der Welt von morgen täglich präsent: „Was für Hoffnungen haben sie, wenn sie in die neue Welt aufbrechen? Was veranlasst sie dazu, das alte, gewohnte Umfeld zu verlassen?“ fragt Hildebrandt.

Bei einem Rückblick auf vergangene Zeiten soll die Frage diskutiert werden, wie vorherige Generationen solche Neue-Welt-Visionen und Umbrüche aufgefasst haben. Zum Thema Aufbruch und neue Welt: Mai 1945 in Göttingen“ findet daher am Mittwoch, 13. April, ein Erzählcafé mit Schülern und Zeitzeugen im Englischen Club des GDA-Wohnstiftes in Geismar statt.

Neben Schulen in Südniedersachsen, Kindergärten und Jugendlichen einer Jugendvollzugsanstalt werden in diesem Jahr auch Geflüchtete in das Projekt mit einbezogen, die in einer Sprachlernklasse unterrichtet werden. Außerdem richtet sich das Projekt erstmalig auch an eine Jugendhilfe für verhaltensauffällige Kinder. Zudem werden bei einem musikalischen Erzähltheater am Sonnabend, 16. April, Erwachsene von Alphabetisierungskursen eingeladen, die ihre eigenen Texte vorlesen. „Es ist uns wichtig Gruppen anzusprechen, die von solchen Veranstaltungen nicht so angesprochen werden wie beispielsweise Gymnasien“, sagt Hildebrandt.

Bilderbücher für Kinder und düstere Jugendromane: Die fünf Autoren

Oh fröhliche Zukunftsdarstellung oder bedrohliches Endzeit-Szenarium: Wie vielfältig die Zukunftsbeschreibungen in der Literatur aussehen können, zeigen die fünf Autoren bei den Schülerlesetagen. In Lesungen, Diskussionsrunden und Gesprächen stellen sie vom 11. April bis zum 16. April die von ihnen erschaffenen Welten vor.

Die Autorin Sylvia Englert veröffentlicht auch unter dem Namen Katja Brandis. Neben Kinderbüchern und Kindersachbüchern schreibt sie auch Bilderbücher sowie Sachbücher für Jugendliche und Erwachsene. Die nahe München lebende Autorin arbeitete zum Beispiel an der Reihe „Frag doch mal die Maus“ mit.

Tobias Elsässer fällt es schwer, sich einer Berufsbezeichnung zuzuordnen. Er fühle sich wie ein „Gemischtwarenladen, in dem es Musik, Bücher und jede Menge Träume“ zu kaufen gibt, sagt er über sich selbst. Der Autor und Musiker wird am Mittwoch, 13. April, um 19 Uhr in der Buchhandlung Hugendubel, Weender Straße 33, aus seinem aktuellen Roman „One – Die einzige Chance“ lesen.

Der Historiker Michael Römling beschäftigt sich in seiner Arbeit mit Wendepunkten in der Geschichte  der Menschheit. Er schreibt vor allem historische Jugendromane und versetzt seine Leser in längst vergangene Zeiten.

In „Level 4 – Die Stadt der Kinder“ geht Andreas Schlüter der Frage nach, wie wohl eine Welt ohne Erwachsene aussehen würde. Schlüter schreibt neben Kinder- und Jugendbüchern auch Drehbücher.

Die Autorin Stephanie Schneider wünschte sich schon als Kind, mit Büchern in schöne neue Welten zu reisen. Schneider schreibt vor allem Bilderbücher für Kinder, aber auch Kolumnen und Ratgeber für Erwachsene.

Termine:

Sonntag, 10. April, 17 Uhr
Eröffnung der Schülerlesetage und Autorenbegrüßung durch das Kleine Göttinger Gänseliesel in der Paulinerkirche, Papendiek 14.

Montag, 11. April, 11.30 Uhr
Premiere des Theaterstücks „Fahrenheit 451“ in der Aula des Felix-Klein-Gymnasiums, Böttingerstraße 17. Das Stück wurde vom Drehbuch, über Licht bis hin zu Bühnenbild von Schülern des 11. Jahrgangs der Kurse für Darstellendes Spiel inszeniert. Anmeldungen unter nadja.lux@fkggoettingen.de.

Dienstag, 12. April, 14 Uhr
Diskussionsrunde: Schüler und Autoren diskutieren zum Thema „Schöne neue Welt“. Moderiert wird die Runde von Tabea Buschemöhle, Schülerin des IGS, und Lia Eastwood, Grafikerin, im Lichtenbergraum der IGS Göttingen-Geismar, Schulweg 2.

Dienstag, 12. April, 18 Uhr
Musikalischer Leseabend: Schüler und erwachsene Alphalernende der VHS lesen ihre Texte zum Thema „Schöne neue Welt“ vor. Begleitet wird der Abend von Saxophonspielern des Otto-Hahn-Gymnasiums im KIM-Gebrauchtwarenladen, Angerstraße 1c.

Mittwoch, 13. April, 15.30
Schüler des 11. Jahrgangs vom Theodor-Heuss-Gymnasium sprechen mit Zeitzeugen über das Thema „Aufbruch und neue Welt: Mai 1945 in Göttingen“. Das Erzählcafé findet im Englischen Club des GDA Wohnstiftes, Charlottenburger Straße 19, statt.

Mittwoch, 13. April, 19 Uhr
Tobias Elsässer liest aus seinem aktuellen Roman „One – Die einzige Chance“ in der Buchhandlung Hugendubel, Weender Straße 33.
Donnerstag, 14. April, 18.30 Uhr

Der Abend mit Autorin Stephanie Schneider widmet sich Müttern, Töchtern und Freundinnen. Der Abend findet in der Gipsdrucksammlung der Universität Göttingen, Nikolausberger Weg 15, statt.

Freitag, 15. April, 18 Uhr
Aufführung des Theaterstücks „Fahrenheit 451“ in der Aula des Felix-Klein-Gymnasiums, Böttingerstraße 17.

Sonnabend, 16. April, 11 Uhr
Unter dem Motto „Jeder ist wichtig – jeder ist richtig“ wird in der Stadtbiblitohek Göttingen, Gotmarstraße 8, ein musikalisches Erzähltheater aufgeführt. Die Veranstaltung richtet sich an Kinder ab vier Jahren und ihre Familien.

Sonnabend, 16. April und Sonntag, 17. April, 15 Uhr
Das Kino Lumière zeigt Kinderfilm „Sputnik“, Der Film im Kino Lumière, Geismarlandstraße 19, richtet sich an Kinder ab sechs Jahren und ihre Familien.

Von Tomke Aljets

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Weihnachtsdeko in Göttingen und Umgebung