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Eine Familie, drei Könige

Die Zimmermanns Eine Familie, drei Könige

Der Schießsport hat bei Familie Zimmermann aus Göttingen eine lange Tradition. Bereits seit 52 Jahren sind Rolf und Gabi Mitglied im Verein Schützen-Corps. Rolf Zimmermann ist zudem seit 44 Jahren auch Vereinsvorsitzender.

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Die Zimmermanns vom Schützen-Corps (v.l.): Ina, Sandra (Königin), Julius (Schülerkönig), Stefan (König), Gabi (Kronprinzessin) und Rolf Zimmermann (Vorsitzender Schützen-Corps).

Quelle: Mischke

Göttingen. Stefan, der 46-jährige Sohn der beiden und dessen Ehefrau Sandra sind in diesem Jahr Schützenkönig und Schützenkönigen des Vereins. Zudem hat ihr zwölfjähriger Sohn Julius sich den Titel des Schülerkönigs gesichert. Dies ist bislang im Verein einmalig. „Ich bin über meinen Onkel zum Schießsport gekommen“, berichtet Rolf Zimmermann. Der Onkel sei mittlerweile 90 Jahre alt und noch immer aktiv. Als er seine heutige Frau Gabi kennenlernte, nahm er diese mit zum Schießen. Auch sie fand Interesse an dem Sport und hat über lange Zeit aktiv an Wettkämpfen teilgenommen. „Heute bin ich nur noch als Aushilfe dabei“, sagt Gabi Zimmermann. Hierbei schieße sie mit dem Kleinkaliber auf eine Entfernung von 50 Metern. Sie trägt derzeit den Titel der Kronprinzessin beim Schützen-Corps. Der Weg ihres Sohnes Stefan schien schon bei seiner Geburt programmiert, denn er kam während des Göttinger Schützenfestes zur Welt. Doch in seiner Kindheit teilte er die Leidenschaft seiner Eltern noch nicht, denn für ihn war Schießen kein richtiger Sport. „Ich habe stattdessen lieber Basketball gespielt“, erklärt Stefan. Im Alter von 14 Jahren fand er dann aber gemeinsam mit einem Freund doch den Weg zum Schießsport. „Wir waren nach kurzer Zeit bereits recht gut und haben viel trainiert um noch besser zu werden“, sagt er. Dies sei ihnen dank guter Trainer auch gelungen. Stefan Zimmermann erzielte seine Erfolge mit der Pistole. „Während des Studiums habe ich aber mit dem Sport aufgehört“, so Stefan Zimmermann. Deshalb sei er jetzt nur noch bei großen Veranstaltungen wie dem Schützenfest dabei.

Stefans Frau Sandra stammt aus Delmenhorst und ist, so erzählt sie, in einer Schützenfamilie aufgewachsen. Schon als kleines Kind habe sie daher ihre Eltern begleitet und an Umzügen teilgenommen, oder an der Schießbude ihr Glück versucht. „Mit zehn Jahren wollte ich dann anfangen. So richtig eingestiegen bin ich aber erst mit 14 Jahren“, erinnert sie sich. Eine der schönsten Erinnerung ist für die Gewehrschützin, dass sie mit ihrer Bezirksmannschaft einmal nach England gereist ist, um dort gegen die englische Junioren-Nationalmannschaft anzutreten. „Die Nadel, die wir da bekommen haben, ist bis heute meine wichtigste“, so Sandra Zimmermann. Außerdem konnte sich die Physiotherapeutin auch ihr großes Ziel, die Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft erfüllen. Hierfür hat sie trainiert, als sie bereits wegen ihrer Ausbildung nach Göttingen gezogen war. „Dadurch habe ich meine Schwiegereltern auch vor meinem Mann kennengelernt“, sagt sie. Mittlerweile ist die zweifache Mutter allerdings bei Wettkämpfen ebenso wie ihre Schwiegermutter nur noch als Aushilfe dabei.

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Während Stefan Zimmermann als Kind nichts mit dem Sport seiner Eltern anfangen konnte, sind seine eigenen Kinder bereits jetzt am Schießen interessiert. „Ich fand es schon immer cool. Durfte es aber ja noch nicht ausprobieren“, erklärt Julius Zimmermann. Als der Verein dann ein Lichtpunktgewehr für Kinder angeschafft habe, habe er auch damit geübt. Mittlerweile ist er alt genug, um mit dem Luftgewehr schießen zu dürfen. „Im Moment macht mir das Schießen Spaß, aber ob ich länger dabei bleibe, weiß ich noch nicht“, so Julius. Auch wenn die sechsjährige Ina noch nicht schießen darf, so hat auch sie ihren Auftritt beim Schützenfest. „Ina darf zum ersten Mal beim Umzug unser Vereinsschild tragen“, berichtet ihre Mutter.

In einem sind sich die Zimmermänner einig: Der Schießsport wird in Deutschland oftmals verkannt. Denn neben Festen, wie dem Schützenfest handele es beim Schießen auch um einen Konzentrationssport. Das könne zum Beispiel auch positive Auswirkungen auf schulische Leistungen haben.

Beim Göttinger Schützenfest ist der Festumzug am Sonntag für die Familie ein Höhepunkt. Nicht nur, dass diesmal Sandra, Stefan und Julius abgeholt werden, sondern auch, dass alle Vereine gemeinsam feiern. „Hier haben sich über die Jahre zahlreiche Bekanntschaften entwickelt“, sagt Rolf Zimmermann. Für seine Frau ist es schön, dass bereits seit langer Zeit der Fanfarenzug Eschwege die Könige der Schützen-Corps abholt. „Wenn sie beginnen zu spielen, bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut“, so Gabi Zimmermann. Dies werde in diesem Jahr besonders der Fall sein, weil mehrere Königstitel in der Familie seien. ve

Programm des 625. Göttinger Schützenfestes

Umzug, Rummel, Tanz

  • Am Freitag , 14. Juli, beginnt das 625. Göttinger Schützenfest: Um 17.30 Uhr treten die Schützen vor dem Alten Rathaus an, wo Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) offiziell das Schützenfest eröffnet. Danach marschieren die angetretenen Schützen über die Weender Straße, das Weender Tor, die Berlinerstraße, die Godehardstraße und die Hildebrandstraße bis zum Festzelt auf dem Schützenplatz. Mit Verkehrsbehinderungen auf der Strecke ist also vorübergehend zu rechnen.
  • Im Schützenzelt angekommen, stehen ab 18.30 Uhr der Bieranstich des Oberbürgermeisters und Ehrungen der verdienten Schützen auf dem Programm. 
  • Ab 21 Uhr sorgen "The Original Beatniks" für Tanzmusik. 
  • Am Sonnabend , 15. Juli, geht es ab 19.30 Uhr schon mit dem Tanzen weiter, Musik spielen dieses Mal "Die Eisbrecher". Eintritt ist kostenlos, schließlich wird dann auch das neue Königshaus proklamiert.
  • Gegen 22.30 Uhr werden Königshaus und Volkskönig proklamiert, ein Feuerwerk am späteren Abend darf natürlich nicht fehlen.
  • Der große Schützenumzug findet am Sonntagmittag statt. Um 12 Uhr wird das neue Königshaus im Alten Rathaus empfangen. Eineinhalb Stunden später versammeln sich die Schützen für den Festumzug an der Danziger Straße.
  • Um 14 Uhr ist dort Abmarsch des Schützenumzuges. Auf der Route durch die Reinhäuser Landstraße, das Geismar Tor und die Kurze Geismarstraße zum Alten Rathaus kann es wiederum zu Verkehrsbehinderungen kommen. Vom Alten Rathaus geht es gegen 14.45 Uhr weiter durch die Innenstadt, über die Godehardstraße und die Hildebrandstraße zum Schützenhaus. Geplant ist, dass der Schützenplatz um 16 Uhr erreicht wird. Dort angekommen, begrüßen die Kapellen, die beim Umzug mitgelaufen sind,  das neue Königshaus mit einem Konzert.
  • Montagfrüh um 10 Uhr wird das traditionelle Schützenfrühstück serviert. Es spielen die Original Landolfshäuser Blasmusikanten. „Ohne die Redner zu verraten, kann ich aber sagen, dass wir erneut Politprominenz erwarten“, sagt Oberschaffer Harald Grahovac. Während des Schützenfestes gibt es auch einen Rummel auf dem Schützenplatz.  Mit dem Singen des  Niedersachsenliedes um 14 Uhr  klingt das Schützenfest dann aus. kf/bib
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