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Göttingen und die Welt von oben

Drohnen: Fast unbegrenzte Möglichkeiten Göttingen und die Welt von oben

Drohnen sind derzeit im kommen: Manche ärgern sich darüber, denn sie befürchten einen Verlust der Privatsphäre. Doch gleichzeitig haben die kleinen Flieger großes Potenzial, beispielsweise bei der Erstellung von faszinierenden Luftaufnahmen und 3D-Modellen von Sehenswürdigkeiten in der Region.

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Drohnen bieten dreidimensionale Blicke auf die Städte.

Quelle: R

Göttingen. Ein kleines bisschen schwummerig kann einem ja schon werden:  Wer mit einer virtual-reality (VR)-Brille auf der Nase einen Blick von oben auf Lübeck wirft, kann auf jeden Fall etwas erleben. Lässt man die Lübeck-Visualisierung auf dem Smartphone laufen und bewegt das Gerät, ändert sich die Perspektive, Gyrofunktion heißt das.

Es muss nicht immer Lübeck sein. Der, der diese atemberaubenden Filme und Bilder erstellt, ist ein Göttinger und er hat natürlich auch ungewöhnliche Perspektiven seiner Heimat zu bieten. Und diese Perspektiven fängt eine hochprofessionelle Drohne ein. Michael Mehle ist der Drohnenbaron von Göttingen. Die immer stärkere Verbreitung von günstigen Drohnen bekommt auch der Profi zu spüren. „Wenn ich in bewohnten Gebieten die Drohne aufsteigen lasse, dauert es keine fünf Minuten, bis ich angesprochen werden“, sagt Mehle.

Im Jobeinsatz trägt er  immer eine gelbe West mit seinem Firmenlogo. „Wenn ich den Menschen dann erkläre, was ich mache, sind sie in der Regel zufrieden, so der Göttinger. Im Gegensatz zu den meisten Hobby-Drohnenpiloten verfügt der Profi über eine offizielle Aufstiegsgenehmigung. Sein Fluggerät ist bei der niedersächsischen Landesverkehrsbehörde registriert. Seine Flüge sind angemeldet.

Mehle hält sich an alle Datenschutzbestimmungen, unterliegt, wie andere Medien auch, den gesetzlichen Bestimmungen. „Ich hoffe, dass es bald eine Art Drohnenführerschein gibt“, sagt Mehle. In anderen europäischen Ländern sei das bereits der Fall. „Drohnen werden immer besser und immer billiger“, sagt der Profi.

igentlich ist der Drohnenbaron gelernter Maschinenbauer und Werkzeugmacher. Aber: „Ich habe schon immer gerne fotografiert und Technik begeistert mich einfach“, erzählt der Göttinger. Seit viereinhalb Jahren ist er nun mit seinen Drohnen bundesweit unterwegs – zu Veranstaltungen, für Imagefilme, Fotoaufträge, Bücher. „Ich verkaufe Emotionen“, sagt er.

Michael Mehle mit seiner PHT-Falcon-360-Drohne.

Quelle: R

Eigentlich ist der Drohnenbaron gelernter Maschinenbauer und Werkzeugmacher. Aber: „Ich habe schon immer gerne fotografiert und Technik begeistert mich einfach“, erzählt der Göttinger. Seit viereinhalb Jahren ist er nun mit seinen Drohnen bundesweit unterwegs – zu Veranstaltungen, für Imagefilme, Fotoaufträge, Bücher. „Ich verkaufe Emotionen“, sagt er.

Die Möglichkeiten seiner Luftbilder und -videos scheinen grenzenlos. Die Drohne lässt er in der Regel auf 60 bis 100 Meter Höhe steigen, ein Flug liefert rund 80 Fotos. Großflächige Streifenpanorama-Bilder bestehen dann aus 18 Panoramabildern, die wiederum aus jeweils 15 Fotos bestehen. Deutlich mehr Zeit als die Aufnahmen nimmt die digitale Aufbereitung im Anschluss in Anspruch. „Drei Stunden Flug, eine Woche Rechenzeit“, sagt Mehle.

Mit seinen virtuellen Rundgängen, Rundflügen oder den 360-Grad-Luftkugelpanoramen  können Betrachter sich beispielsweise eine Stadt komplett erschließen. Man sieht die Stadt aus der Luft, klickt auf einen interessanten Punkt und schon öffnet sich beispielsweise die Tür zu einem Geschäft, durch das man dann hindurchzuspazieren kann. Gleiches gilt für Sehenswürdigkeiten, Hotels oder Restaurants.

Auch zu Vermessungs- und Kartierungsarbeiten setzt Mehle seine Drohne sein. Orthofotografie heißt das Verfahren. Das Schloss Marburg hat er so mit 1200 Luftaufnahmen  kartiert, detailgetreu bis hin zum Fensterrahmen.

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Drohnenflug über Nachbar-Grundstück bringt Ärger

Eine Strafanzeige hat sich der Elveser Hartmut Ehmen eingehandelt, weil er seine Drohne über einen Nachbar-Garten gelenkt hat. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat ermittelt, das Fluggerät sichergestellt und inzwischen das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt.

Hartmut Ehmen.

Quelle: R

Dass er sich mit der Anschaffung seiner Drohne solchen Ärger einhandeln würde, hat der Elveser nicht erwartet. Er habe sich das Fluggerät allein als Hobby für den privaten Gebrauch zugelegt, sagt er. Weil Ehmens Drohne aber über eine Kamera samt Speichermedium verfügt, und er über Privatgelände geflogen ist, erklärt Pressestaatsanwalt Andreas Buick, sei es zu der Anzeige gekommen. Der Vorwurf, der Ehmen gemacht wurde: „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen“. Dabei sei es zunächst einmal unerheblich, ob mit der Drohne tatsächlich Aufnahmen gemacht und gespeichert wurden oder nicht, erklärt Buick. Nicht erlaubt seien Aufnahmen in Bereichen, die vor den Einblicken Dritter geschützt sind, in Ehmens Fall ist das der Garten des Nachbarn.

Die Ermittler hätten die Drohne und das Zubehör des Elvesers sichergestellt, so Buick, „aber keine konkreten Bilddateien gefunden, die belegen würden, dass er Aufnahmen gemacht hat“. Sicher sei, dass Ehmens Drohne über den Garten des Anzeigeerstatters geflogen sei. Es sei nicht belegbar, dass Ehmen seinen Nachbarn gefilmt habe, gibt Buick die Argumente des Verteidigers wieder. Daher wurde das Verfahren vor kurzem gegen eine Geldauflage in Höhe von 150 Euro eingestellt.

„Ich werde das so akzeptieren“, versichert Ehmen und betont, dass er sich der Regeln der Drohnen-Nutzung bewusst sei. „Ich weiß, dass man nicht über Menschenansammlungen und niemals in den privathoheitlichen Bereich hineinfliegen darf.“ Oder die Drohne vor dem Fenster anderer in Position bringen – „das macht man nicht“, beteuert er.
Seine Drohne habe er sich zugelegt, um zum Beispiel mal als Privatmann für einen Landwirt dessen Grundstück abzufliegen, sagt der 60-Jährige. Ehmen nennt ein weiteres Beispiel: „Im Dorfgemeinschaftshaus hängt eine Dorfansicht Elveses aus den 70er-Jahren. Meine Idee war, ein ähnliches Vergleichsbild von heute zu machen“, erklärt er seine Intention und sieht darin „für jeden eine Bereicherung“.

Ehmen erinnert sich, dass er schon vor einiger Zeit einmal vom Friedhof aus seine Drohne gestartet habe, um in seiner Funktion als Ortsbeauftragter einmal „schöne Aufnahmen vom Friedhof zu machen“. Schon das habe bei manchen Leuten „Wellen geschlagen“, sagt er. „Man hat ja nicht nur Freunde“, so Ehmen, der bei der Ortsratswahl auf der Liste Bürger für Elvese die meisten Stimmen erhielt und auch für  die Bewerberliste FBL in den Gemeinderat gewählt wurde.
Als die Polizei bei ihm vor der Tür stand, und ihm gesagt habe, dass ein Strafverfahren gegen ihn vorliege, habe ihn das überrascht. Ehmens Konsequenz: „Ich werde sicher im Bereich Elvese nicht mehr fliegen.“

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