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Ein Blick auf Göttinger Schreibtische

Zeigt her eure Arbeit Ein Blick auf Göttinger Schreibtische

Wie kann der nächste US-Präsident bei solch einem vollen Schreibtisch nur den Überblick behalten? Diese Frage bewegt die Öffentlichkeit, seit Donald Trump einer englischen und einer deutschen Tageszeitung vor einigen Tagen ein großes Interview gab – und der Welt seinen rappelvollen Arbeitsplatz präsentierte. 

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Göttingen. Stapelweise Papier oder nur ein Ipad: Was haben bekannte Akteure aus der Region auf ihrem Schreibtisch liegen? Das Tageblatt hat sich in Südniedersachsen einmal umgesehen. Ein Blick in die Büros.

Petra Broistedt

Links ein Stapel Akten zum Thema sozialer Wohnungsbau, rechts ein Stapel Akten mit Unterlagen zur Zuweisungsquote und zu Flüchtlingswohnungen:  Auf dem Schreibtisch von Petra Broistedt (SPD), Sozialdezernentin im Rathaus der Stadt Göttingen, liegt jede Menge Papier. Vom Job-Center über den Aufsichtsrat des Göttinger Symphonieorchesters bis hin zu einer Einladung der SPD-Kreistagsfraktion; alles griffbereit. Auch ein Sparschwein steht auf dem Tisch, "das habe ich noch aus Hameln mitgebracht", sagt Broistedt. Die Fotos ihrer Kinder hängen an der Wand. Auf eines kann die Dezernentin am Arbeitsplatz nicht verzichten: "ganz wichtig ist meine große Tasse Tee", sagt sie. bib

Nico Dietrich

Ein dezentes Chaos aus Bauplänen, Manuskipten, Plakaten, Tabellen und eine Karikatur flutet den Schreibtisch. Das Genie, das dieses Chaos beherrscht, ist Nico Dietrich, Intendant des Jungen Theaters (JT). Die Baupläne gehören zum Otfried-Müller-Haus, der Heimat des JT, die demnächst mit einer drei-Millionen-Euro-Bundesförderung saniert werden soll. Manuskript und Karikatur künden von dem Stück "Der größte Zwerg", das zum 275. Geburtstag Georg-Christoph Lichtenbergs aufgeführt wird. Unter dem Schreibtisch befinden sich unsichtbar für den Betrachter außerdem noch ein Paar Boxhandschuhe. "Ich teile gerne aus", sagt Dietrich. Die Wahrheit ist, dass auch die Handschuhe auf ein aktuelles Stück verweisen: Die Känguru-Chroniken, Premiere ist am 8. April.

Bernhard Reuter

Keine Fotos, keine Aktenberge: Landrat Bernhard Reuter (SPD) hat seinen Arbeitsplatz im Göttinger Kreishaus. Auf seinem Schreibtisch herrscht Ordnung: "Ich achte sehr darauf, dass am Abend der Schreibtisch leer ist“, sagt der Verwaltungschef. Auf eines kann er nicht verzichten: „Mein iPad begleitet mich überall hin, und deshalb liegt es natürlich auch auf meinem Schreibtisch." bib

 

Ulrike Beisiegel

Der Schreibtisch der Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel ist ganz auf die Arbeit zugeschnitten. "Telefon, Unterlagen und immer ausreichend Papier, damit ich bei den Telefonaten mitschreiben kann", zählt Beisiegel die Dinge auf, die nie fehlen dürfen. Familienbilder oder persönliche Gegenstände hat sie nicht auf ihrem Schreibtisch. Aber an der Wand dahinter einen Kalender mit Fotografien von Segelbooten - "weil ich hier nicht segeln kann" - und der Stiftehalter ist ein Geschenk ehemaliger Unipräsidenten. Aufgeräumt muss ihr Schreibtisch sein: "Wichtig ist die Struktur" so Beisiegel. Sonst verliere sie den Überblick. Ist der Stapel der Unterlagen zu hoch, wird aufgeräumt. Der Schreibtisch selbst ist ein historisches Stück. Sie hat ihn sich aus dem Möbellager,  "aus den Schätzen der Universität ausgesucht" als sie 2011  nach Göttingen kam. chb

 

Fabian von Berlepsch

Der ADAC-Atlas 2017/2018 liegt ganz oben auf dem Schreibtisch von Fabian von Berlepsch. "Wir sind nämlich auf dem Cover", freut sich der Herr des gleichnamigen Schlosses. Neben dieser Publikation liegen ein Schraubenzieher, Papiere, eine Skulptur des Familienwappenvogels (ein Sittich), ein paar Vertragsentwürfe und Angebote, ein großes Schlüsselbund und eine signierte Ausgabe des Buches "Meine Tage mit Fabienne" von Hubertus Meyer-Burckhardt.  Aber auch  privates findet sich: Ein Foto seiner Frau und sein Türstopper, geschnitzt vom Sohn.  bib

 

Petra Reußner

Der Schreibtisch von Petra Reußner, Verwaltungsleiterin bei den Göttinger Werkstätten, ist groß. "Größer muss er nicht sein, denn ein Kollege hat einmal zu mir gesagt, dass noch mehr horizontale Fläche dazu einlädt, noch mehr anzulegen."  Ordnung hat Reußner, die auch Vorsitzende bei der Deutschen Olympischen Gesellschaft Südniedersachsen ist, auf ihrem Schreibtisch. "Ich habe eine Ordnung. Es gibt Stapel, die sind aber sortiert nach dem Alphabet", erzählt sie. "Es gibt aber auch einen Posteingangskorb mit einem Riesenhaufen, was ich alles noch lesen muss. " Ansonsten befinden sich die üblichen Dinge wie Locher, Tacker und Büroklammern darauf. Und natürlich - was auf wenigen Frauen-Schreibtischen fehlt - Handcreme. vw

 

Achim Hübner

Luftballons für den Infotag am Sonnabend, Broschüren mit Trecker auf dem Cover: Beim Geschäftsführer des Landvolkverbandes herrscht Ordnung auf dem Schreibtisch. "Ich habe aufgeräumt", gibt es allerdings zu. Neben allem, was er zum Arbeiten braucht, steht auch eine Tube Handcreme auf dem Tisch, gleich neben einer Schlumpffigur aus seiner Kindheit. "Die begleitet mich schon mein Leben lang", sagt der Mann mit den geschmeidigen Händen. bib

 

Alexander Frey

Alexander Frey, Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), sitzt seiner Meinung nach "viel zu viel" an seinem Eck-Schreibtisch, der im Göttinger Windausweg 60 steht. Rechner und Drucker sowie das Telefon finden darauf Platz, eine Teekanne fehlt nie. Sein Heißgetränk gießt er sich seit Jahren in eine schwarze Tasse. "Nippes", wie er es nennt, gibt es auch: Neben Fotos von der Familie findet sich auf dem Schreibtisch ein von einem Mitarbeiter selbst gebastelter Pinguin. Dieses Tier gehört zum Logo des Badeparadieses Eiswiese. Der Pelikan-Füller steckt in einem weißen Ton-Pelikan und drumherum liegt "viel, viel Papier". Feste Termine, um mal wieder "klar Schiff" zu machen, setzt sich der GoeSF-Chef nicht: "Zwischen den Jahren habe ich aufgeräumt, aber davon ist jetzt nicht mehr viel zu sehen."

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