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Mäuse-Fahnung für den Wald-Erhalt

Nur wenige Wühlmäuse Mäuse-Fahnung für den Wald-Erhalt

Mäuse können ganz possierliche Tierchen sein. Mäuse können aber auch ganze Wälder vernichten. Wühlmäuse ernähren sich gerne von der saftigen Rinde junger Laubbäume. Kein Problem, so lange es nicht zu viele Mäuse sind. Ob eine Mäuseplage droht oder nicht, das wissen die Pavel Plasil und Detlev Jarchow von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen (NW-FVA).

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Auf der Mäuse-Monitoring-Fläche bei Harste: Pavel Plasil (links) und Detlev Jarchow stecken neue Apfelreiser an die Stellen, wo die Fallen stehen.

Quelle: CM

Harste/Göttingen. Wie zählt man eigentlich Mäuse? Niemand hat die Zeit zu warten, bis die Nager in der Nacht auf Futtertour gehen, zudem würde man sie dann gar nicht erkennen. „Mäusemonitoring“ nennt sich das wissenschaftliche Verfahren, das die Mitarbeiter der NW-FVA anwenden. Auf den  16 Flächen, auf denen die Daten erhoben werden, stecken kleine markierte Äste im Boden, dort liegt jeweils auch eine Mausefalle mit einer weißen Rosine aus. Wühlmäuse mörgen Rosinen, andere Arten nicht so, erklärt Plasil. In einer Diagonale sind 25 Fallen angeordet. In der sechsten klemmt die erste Maus.

Eine Feldmaus. „Wir kontrollieren zwei Flächen zwei Nächte lang“, erklärt Sachgebietsleiter Plasil.  Und: „Wir wenden dabei die 100-Fallennächte- und Steckreisermethode an“, sagt er. Streckreiser sind die markierten Äste aus Apfelholzästen, die die Mäuse besonders mögen. Falleninhalt und Fraßspuren am Ast zusammen lassen auf die Populationsidchte schließen.

„In diesem Jahr haben wir sehr wenige Mäuse“, erklärt Plasil. Die genaue Auswertung aller 16 Flächen erfolgt noch, in der kommenden Woche  gehen dann die Ergebnisse an XXXX Forstämter in vier Bundesländern. Die NW-FVA ist für Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein zuständig. „Unsere Monitoring-Flächen liegen im Bereich, Harz. Solling, Nordhessen und Northeim“, sagt Jarchow. Wenn, wie zuletzt in 2014, mehr als zehn Mäuse in der Falle landen, geben die Experten Warnungen an die Forstämter raus. „Die sollten dann ihre Bestände an jungen Bäumen kontrollieren“, so Plasil. Bestätigt sich die Mäuseschwemme, dürfen die Revierleiter mit Gift arbeiten.

„Hier auf der Fläche bei Harste haben wir in diesem Jahr nur drei Feldmäuse gefangen“, sagt Jarchow. Auch auf den anderen Flächen liege die Mäusezahl derzeit deutlich unter der Warnstufe. Falle Nummer sechs ist heute an Tag zwei die einzige, in der eine Maus klemmt. „Das sind amerikanische Fallen“, erklärt Mausfallenexperte Jarchow, „die besten“. Neben der Feldmaus können auch die Erdmaus, die Rötelmaus und die Schermaus massive Schäden in Baumbeständen verusrsachen. „Die Rötelmaus klettert gerne, sie lebt bevorzugt dort, wo die Bäume bereits größer sind“, so Plasil.

Der weitaus größte Teil der Wühlmäuse fällt auf Erd- und Feldmäuse, die nur schwer und vor allem an den Zähnen zu unterscheiden sind. Die Schermaus sei ein Sonderfall. Sie hinterlässt keine sichtbaren Fraßspuren sondern ist unter der Erde aktiv. Dennoch kann sie, wie auf einer Fläche bei Gladebeck, ebefalls massive Schäden anrichten. Dieser Maus kommen die Mäuse-Fahnder auf die Spur, indem sie einen Gang aufgraben.

„Die Schermaus ist wie eine fließige Hausfrau, sie mag keinen Zug und macht die Fenster schnell weider zu“, so Jarchow. Für die Fachleute heißt das, wo ein Schermausgang binnen 24-Stunden wieder zugebuddeld wird, sind die Tiere zu finden. „Die Schermaus sortiert ihre Vorräte übrigens ganz ordentlich; nebeneinander liegen in ihrem Bunkder Blätter, Blüten, Äste und Wurzeln“, so Jarchow.
Plasil plädiert dafür, frische Baumkuturen im Frühling und nicht im Herbst anzulegen. „In der Folgezeit finden die Mäuse ausreichend anderes Futter.“ Zudem sei ein „Vorwlad“, also ein Streifen mit Näumen, die Mäusen nicht schmecken, ein gutes Instrument. Neben Nadelhölzern mögen Mäuse Birke, Erle und Linde nicht.

Die Feldmaus.

Quelle: R

Die Feldmaus

(Microtus arvalis)  zählt zur Familie der Wühlmäuse . Sie ist laut Wikipedia eines der häufigsten Säugetiere Mitteleuropas und zeigt zyklische Massenvermehrungen. Die Länge beträgt 9 bis 12,  die Schwanzlänge 2, 5 bis 3,8 Zentimeter.   Die Tiere wiegen meist 18 bis etwa 50 Gramm. Das Fell ist oben gelblich grau bis  mehr braun. Die Unterseite ist weißlich und gelegentlich rostgelb. Die Feldmaus bewohnt vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Art vermehrt sich schnell, Würfe mit bis zu 13 Jungen, eine extrem frühe Geschlechtsreife, Reproduktion auch im Winter und die Bildung von Nestgemeinschaften durch mehrere Weibchen eines Wurfes, in denen die Weibchen auch fremden Nachwuchs säuge, sorgen für jede Mende Nachwuchs. Die Feldmaus gehört zu den bedeutendsten Schädlingen in Landwirtschaft und Gartenbau.

Die Rötelmaus.

Quelle: R

Die Rötelmaus

(Myodes glareolus) wird auch Waldwühlmaus genannt. Ihr  Name geht auf die rotbraune Rückenfellfärbung zurück. Laut Wikipedia gilt diese Art als eines der häufigsten Säugetiere in Europa. Die Rötelmaus ist etwa sieben bis 13 Zentimeter groß und hat eine Schwanzlänge von 3 bis 6,5 cm Zentimetern. Sie wiegt  12 bis 35 Gramm. Das Rückenfell ist rotbraun bis fuchsrot, manchmal auch gelblich, das Bauchfell ist weißlich bis grau. Die Unterwolle ist grau. Die Pfoten sind hell. Die schwarzen Haare am Schwanzende sind etwas länger als die übrige Behaarung des Schwanzes.Im Sommer sind die Tiere eher nachtaktiv, im Winter sind die Aktivitätsphasen über den gesamten Tag verteilt.  Die Nahrung der Rötelmaus bestehtaus Pflanzen, im Winter dient in größeren Mengen auch Baumrinde als Nahrungsgrundlage. Ganzjährig verzehrt die Rötelmaus Insekten, Spinnen und Würmer, gelegentlich auch Vogeleier. Für den Winter legt sie einen Vorrat aus Eicheln, Bucheckern und anderen Samen an.

Die Erdmaus

Die Erdmaus.

Quelle: R

(Microtus agrestis) zählt zur Familie der Wühlmäuse (Arvicolinae). Sie ist ein häufig und zeigt ähnlich wie die Feldmaus zyklische Massenvermehrungen. Die Erdmaus ist im Mittel etwas größer als die sehr ähnliche Feldmaus und das Fell ist etwas dunkler, lockerer und langhaariger. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 9,5 bis gut 13 Zentimeter, die Schwanzlänge 2,6 bis 4,7. Die Tiere wiegen laut Wikipedia 20 bis maximal 55 Gramm. Das Fell ist oben dunkelbraun, gelegentlich rotbraun. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich. Erdmäuse sind tag- und nachtaktiv. Die  pflanzliche Nahrung besteht vor allem aus Gras und Kräutern, im Winter werden auch Baumrinde und Wurzeln gefressen.

Die Schermaus.

Quelle: R

Die Schermäuse

(Arvicola) sind eine Gattung der Wühlmäuse. Wegen ihrer Gebundenheit ans Wasser sind sie auch unter dem umgangssprachlichen Namen Wasserratten bekannt. Mit Kopfrumpflängen bis 22 Zentimetern sind dies die größten Wühlmäuse in der Region. In Deutschland lebt die Ostschermaus. Laut Wikipedia ist Ostschermaus nach der eingebürgerten Bisamratte die zweitgrößte Wühlmausart in Europa. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt in Wasser-Populationen 13 bis 24 Zentimeter die Schwanzlänge 10 bis knapp 15.   Die Tiere wiegen  bis zu 320 Gramm. Terrestrisch lebende Schermäusesind deutlich kleiner. Das Fell ist lang, dicht und glänzend. Es ist auf der Oberseite variabel, meist dunkelbraun, seltener hellbraun oder schwarz.  Der Schwanz ist heller. Die Unterseite ist weißlich oder gelblich grau.

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