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Gauner, Gonzo, Grinch und die Griswolds

Filmtipps zum Fest Gauner, Gonzo, Grinch und die Griswolds

Weihnachten, die Tage zwischen den Feiertagen und der Jahreswechsel: Zeit, ein paar gemütliche Stunden zu verbringen – vielleicht mit einem Film. Egal ob im TV, auf DVD oder im Netz: Die Auswahl ist groß. Wir haben Göttinger Kulturschaffende und Kollegen in der Redaktion nach ihren Favoriten gefragt.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Klassiker oder Kult, Komödie oder Kinderfilm: An Weihnachten ist die Auswahl groß – auch wenn „Sissi“ und „Stirb langsam“ in diesem Jahr im deutschen Free-TV-Programm fehlen. Hier einige Empfehlungen aus der Tageblatt-Redaktion:

Ulrich Schubert. Seit einigen Jahren ist er für mich (und die Familie) der ultimative Top-Weihnachtsfilm: „Der Grinch“ . Es ist die herzzerreißende und mitreißende Geschichte vom schratigen, grantelnden, grünpelzigen, so bösen und doch bedauernswerten Wesen. Ein schönes, verrücktes, buntes, modernes Märchen.  Am Donnerstag, 24. Dezember, um 11.15 Uhr auf VOX. DVD-Tipp: Oder ein völlig abgedrehter Johnny Depp als reicher, einsamer Fabrikant in einer magischen Schokoladenfabrik, ein lieber, netter Junge aus einer armen Familie und Roald Dahl als Buchautor dieser Geschichte: „Charlie und die Schokoladenfabrik“ - genau das Richtige zu Weihnachten.

Eida Koheil. „Mein Freund Knerten“ .  Lillebors Familie zieht aufs Land. Dort erwartet den Jungen kein Idyll, sondern ein marodes Haus und jede Menge Einöde. Eines Tages fällt ein knorriger Ast vom Baum direkt vor Lillebors Füße. Knerten ist geboren. Eine sprechende Holzfigur, die für den Jungen zum besten Freund wird. Ein Leben ohne Playstation und Internet: Die norwegische  Geschichte spielt in schönster Astrid Lindgren-Manier wunderbar nostalgisch in den sechziger Jahren und ist auch für Eltern absolut sehenswert. Ein astreiner Familienfilm, gibt es auf DVD.

Christoph Oppermann. Zu Weihnachten sollen‘s Klassiker sein. Junge Klassiker – vielleicht. Aber Klassiker. Dickens‘ Weihnachtsgeschichte in der Muppet-Version ist eigentlich nicht zu schlagen. Dagegen lässt sich nicht mehr anspielen. An diesem Streifen stimmt einfach alles: Michael Caine als Ebenezer Scrooge und Kermit als Bob Cratchit spielen sich gegenseitig an die Wand, und der Einsatz des schrillen Figurenkosmos der Muppets lässt die ohnehin detailverliebte Schilderung Dickens‘ zu einem Feuerwerk werden. Und sollte die Rührseligkeit doch zu stark wirken, helfen die Auftritte von Rizzo und Gonzo. Ein bisschen Ironie und Anarchie schaden nie. Am Donnerstag, 24. Dezember. um 13.55 Uhr, ARD

Britta Bielefeld. „Wir sind keine Engel“ . Der Film läuft zwar zu einer seltsamen Uhrzeit im TV, gehört aber unbedingt ins Weihnachtsprogramm. Ein Grund dafür: der bis heute unübertroffene Peter Ustinov. Ein weiterer Grund ist, dass diese Gauner-Komödie  im Stil eines Theaterstücks von 1955 herrlich nostalgisch das Herz erwärmt. Humphrey Bogart, Peter Ustinov und Aldo Ray nebst Giftschlange Adolf als Gefängnisausbrecher in der Karibik sind unschlagbar – und fast schon so etwas wie Heilige. Sonntag, 27. Dezember, 12.15 Uhr, Kabel eins classics.

Christina Hinzmann. „Ist das Leben nicht schön?“ von Frank Capra, mein liebster Weihnachtsfilm. George Bailey denkt am Weihnachtsabend an Selbstmord. Im schwarz-weiß-Film der 40-er Jahre schickt Gott den Engel Clarence auf die Erde, um George das Leben zu retten. Clarence zeigt George wie wichtig er für seine Familie, Freunde und die gesamte Kleinstadt ist, und verdient sich durch die Rettung Georges die seit 200 Jahren ersehnten Flügel. Am Freitag, 25. 12 um 2.20 Uhr, ARD.

Rüdiger Franke. Zwischen John McClane und dem familiären Weihnachtsfest stehen am Heiligabend erst einmal zahlreiche Terroristen, die in „Stirb langsam“ die Firmenweihnachtsfeier seiner Frau stürmen. Bruce Willis brilliert als Einzelkämpfer im Hochhaus. Alle Jahre wieder denkt sich der New Yorker Cop im zweiten Teil, als er seine Frau zum Weihnachtsfest vom Flughafen abholen möchte. Und schon wieder kommen ihm Terroristen in die Quere. Doch auch die lernen ihn und seinen legendären Spruch „Yippie ya yeah - Schweinebacke“ kennen. Im deutschen TV sind die beiden Teile in diesem Jahr nicht an den Weihnachtsfeiertagen zu sehen, aber dafür gibt es ja DVDs. Lediglich ORF eins zeigt Teil zwei am 27. Dezember ab 22.05 Uhr. Der dritte Teil der Reihe „Stirb langsam - jetzt erst recht“ ist dafür am Sonnabend, 2. Januar, um 19.05 Uhr auf Sky Action zu sehen.

Und hier die Tipps der Göttinger Kulturschaffenden:

Christian Ewald, Filmnetzwerk Göttingen. Ein der Film, der an keinem Weihnachtsfest fehlen darf: „Tatsächlich... Liebe“ (Freitag, 25. Dezember, um 23. 20 Uhr im ZDF), ein Liebesfilm von Richard Curtis. Eine absolut herzerwärmende romantische Komödie mit vielen Stars, tollen Songs und eine konstruktiven Botschaft. Wer ihn noch nicht kennt, unbedingt gucken! Ein 100-prozentiges Weihnachts-Highlight. Wer es historisch mag und Ben Hur nicht mehr sehen kann, ist bei diesem Film sehr gut aufgehoben: Moderne Dialoge und gut gezeichnete Charaktere: „The Lion in Winter - Kampf um die Krone des Königs“ , am  24. Dezember, um 1 Uhr auf MDR.

Jens Gerwien, Cinemaxx Göttingen. Der ultimative Kinotipp ist natürlich „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ . Für die Göttinger Kids empfehlen wir die wunderschöne Neuverfilmung von „Heidi“ und ab dem 23. Dezmeber dann „Die Peanuts“ , alle Filme im Göttinger Cinemaxx. Pflichtprogramm bei uns zu Hause sind außerdem „Schöne Bescherung“ mit Chevy Chase und die großen Klassiker „Das große Rennen rund um die Welt“ und „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ .

Marie Seiser, Schauspielerin. Leider kann ich mit einem Lieblingsfilm gar nicht dienen, obwohl ich früher sehr gerne Märchenverfilmungen und Loriot gesehen habe.  Heute habe ich gar keinen Fernseher mehr. Aber wenn ich darüber nachdenke, was ich gucken würde, dann "Die Geschichte vom weinenden Kamel" , "Babys" (von Thomas Balmes) oder "Truman Show" . Wenn ich so darüber nachdenke, bekomme ich richtig Lust, diese zu Weihnachten zu sehen.

Wilfried Arnold, Kino Lumiere. Der britische Film "Holmes" , der als Wettbewerbsbeitrag bei den Berliner Filmfestspielen 2015 lief. Eine wunderbar erzählter und fotografierter Film über den alten Sherlock Holmes, an dem die Tatsache nagt, dass er einen seiner berühmten Fälle bisher nicht abschließen konnte. Und „Das brandneue Testament“ , eine bisweilen schwarzhumorige sehr unterhaltsame und ein wenig religiös unkorrekte Komödie voller Phantasie.
Beides tolle Filme, die einfach sehr gut unterhalten und beim Publikum auf der Filmmesse in Leipzig und der Berlinale begeistert haben. Beide Filme laufen ab dem 25. Dezmeber im Kino Lumière, Geismar Landstraße.

Nina de la Chevallerie, Kulturprojekt Boatpeople.   Tipp Nummer eins: Der Dokumentarfilm „Citizenfour“ über Edward Snowden. Der Film ist unaufgeregt aufregend. Zweiter Tipp, der Spielfilm „Birdman“ :  Ensemble, Drehbuch, Kamera, Filmmusik: berauschend. Als drittes noch ein familientauglicher Film, und zwar „Das Mädchen Wadja“ von einer saudi-arabischen Regisseurin. Der Film gibt Einblicke in Welt der Frauen in Saudi-Arabien.

Oliver Clark, Regisseur Harder-Film. Tipp für Weihnachten: „Rare Exports - A Christmas Tale“ (Regie: Jalmari Helander). Ein erfrischend böser Weihnachtsfilm über die Kommerzialisierung des Festes: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Tipp für Silvester/Neujahr: „Strange Days“ (Regie: Kathryn Bigelow). Schon 20 Jahre alt und immer noch so aktuell wie damals. Sex&Crime, Rassenkonflikte, Korruption, Virtual Reality - kurz vor Neujahr ist die Welt aus den Fugen. Tipp für Zwischen den Jahren: „Kingdom of Heaven - Director‘s Cut“ (Regie: Ridley Scott). Die unrühmliche Zeit der Kreuzzüge ins „Heilige Land“ hat vor 800 Jahren gesät was wir heute noch ernten. In epischer Länge ein passender Jahresendfilm.

Stefan Dehler und Christoph Huber, Theater „Die Stillen Hunde“. Stefan Dehler: Mein ganz persönlicher Favorit – den ich mir Jahr für Jahr gerne wieder anschaue - ist Tim Burtons Figurentrick-Christmasgrusical  "Nightmare before Christmas“ , ein ganz und gar von us-amerikanischer Popkultur durchwebter, aber auch für europäische Augen und Ohren funktionierender Filmspaß für Kinder und Erwachsene. Christoph Huber empfiehlt „sehr nachdrücklich“ die französische Komödie „Verstehen Sie die Béliers?“ als entspannende „Kinolektüre“ für die Feiertage.

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