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Gemeinde Gleichen will weicheres Wasser

Thema des Tages Gemeinde Gleichen will weicheres Wasser

In der Gemeinde Gleichen kocht das Thema Wasser hoch: In den westlich gelegenen Dörfern ist das Trinkwasser aus der Leitung vielen Einwohnern zu kalkhaltig und damit zu hart. Auch hohe Nitratwerte beunruhigen die Bürger - und Ratspolitiker.

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Viel Technik für gutes Wasser in Gleichen: Blick durch das Bullauge in den Hochbehälter Beienrode.

Quelle: Christina Hinsmann

Gleichen. Die Härte des Wassers in der Gemeinde Gleichen beträgt in einigen Ortschaften zwischen 19 und 24 Grad deutscher Wasserhärte. Jetzt sollen die Mitglieder im Ratsausschuss für öffentliche Einrichtungen Lösungsmöglichkeiten suchen. Auch der Nitratgehalt des Wassers steht in einigen Dörfern im Fokus. „Wasser ist unser höchstes Gut. Wir haben aber einige Dörfer in unserer Gemeinde, die sehr kalkhaltiges Wasser haben“, begründete Klaus Werner Hanelt einen Antrag der FWG-BsP (Freie Wähler Gleichen - Bürger statt Partei) im Rat der Gemeinde. Ihr Vorschlag: Die Gemeinde soll zeitgleich mit der Bundestagswahl eine Bürgerbefragung zum Thema Wasserqualität starten. „Wir müssen diesen Dörfern helfen.“ Betroffen von dem Problem seien vor allem Diemarden, Reinhausen, Gelliehausen, Bremke und Elbickerode, hatte die Fraktion in ihrem Antrag formuliert. Eine Enthärtungsanlage, beziehungsweise ein Umlenken des kalkärmeren Wassers aus dem Gemeindegebiet oder der Neubau weiterer Brunnen könnten dieses grundsätzliche Problem lösen. Deshalb halte seine Fraktion eine Bürgerbefragung für notwendig, um die unbefriedigende Situation grundsätzlich zu klären.

Trinkwasser - wichtigstes Gut auch in Gleichen. Foto: dpa

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Richtiges Ziel, falscher Weg

„Das Ziel ist richtig, doch der Weg ist falsch“, konterte Wolfgang Schöngraf (CDU) und fügte an: „Wenn wir die Bürger befragen, haben wir noch kein anderes Wasser.“ Auch wolle bestimmt niemand den Einsatz von Chemie, um Kalk zu entfernen. „Kalk ist nicht schädlich, nur ärgerlich“, so Schöngraf. Sicher wolle jeder Bürger anderes Wasser, aber wolle er auch mehr dafür bezahlen? „Wir müssen zuerst schauen, welche Möglichkeiten wir haben“, so der CDU-Mann. Dann stelle sich die Frage nach den Kosten und im Anschluss könne man die Bürger befragen oder aber als Repräsentativvertreter entscheiden. Die Frage nach den Möglichkeiten stellte auch Dirk Otter (SPD): „Welchen Einfluss haben die Maßnahmen“, fragte er und verwies auf das Beispiel Friedland. Dort sei eine Verbesserung von drei bis Härtegraden erreicht worden. Lohne sich dafür der Aufwand?

Mehr Informationen erforderlich

Ohne weitere Informationen könnte sie in einer Befragung keine Entscheidung treffen, warf Anika Brüggemann (Grünen) ein. Vor allem fehle die Information, wie viel mehr das Wasser bei zusätzlicher Technik kosten werde. Eine Bürgerbefragung würde ihrem Gefühl nach zum derzeitigen Standpunkt nur eine Menge Zeit und Geld kosten. Die Ausgaben für die Befragung seien unter anderem deswegen so hoch, erläuterte Bürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD), weil dafür von der beauftragten Gesellschaft "Kommunale Dienste Göttingen" ein eigenes Wählerverzeichnis erstellt werden müsste.
Lösungsmöglichkeiten suchen
Um Kosten zu sparen und Synergieeffekte zu nutzen, hätten die Freien Wähler in ihrem Antrag vorgeschlagen, die Befragung parallel zur Bundestagswahl laufen zu lassen, so Hanelt. Am Ende einigten sich die Mitglieder des Rates aber einstimmig darauf, das Thema in den Ausschuss öffentliche Einrichtungen zu überstellen. Dessen Mitglieder haben nun die Aufgabe, Lösungsmöglichkeiten zu suchen und die Kosten festzustellen. Denn alle waren sich einig, dass das Wasser in der Gemeinde Gleichen weicher werden sollte.

Wasserversorgung Gleichen: Fünf Brunnen und ihr Leitungsnetz. Grafik: Reyer

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Freiwillige Vereinbarungen und Bodenproben

Ein weiteres Problem bildet in einigen Ortschaften der hohe Nitratgehalt im Wasser. Wie die Gemeinde auf ihrer Internetseite bekanntgibt, liegen die Werte der Brunnen in Bremke (48,3) und Gelliehausen (48,7) bei Proben vom Juni beziehungsweise August 2016 nur knapp unter dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. „Werden eigentlich Bodenproben genommen, um den Verursacher herauszufinden“, fragte Gelliehausens Ehrenortsbürgermeister Gerhard Nolte. Zu seiner Zeit sei das Problem auch aufgetreten. Bürgermeister Kuhlmann erklärte, dass der Wert im Brunnen in Gelliehausen mittlerweile wieder auf 43 Milligramm gesunken sei. „Es hat zwei Sitzungen mit Landwirten gegeben“, berichtete er von einem Auftrag an ein Ingenieurbüro, die Landwirte zu beraten und mit ihnen freiwillige Vereinbarungen zu treffen, damit diese weniger düngen. Diese hätten selbst darum gebeten, dass Bodenproben entnommen werden, um die Ursache für das Problem zu finden. „Die Intensität der Beprobung wird erhöht“, ergänzte die Ratsvorsitzende Bärbel Diebel-Geries (SPD). Nach Kuhlmanns Angaben sollen nach Möglichkeit weitere freiwillige Vereinbarungen getroffen werden. Finanziert würden diese vom Land Niedersachsen mit dem sogenannten „Wasserpfennig“, also Geld, welches das Land für die Entnahme von Grundwasser erhält.

Die Gemeinde Gleichen

Gleichen in Zahlen

  • mit 128 Quadratkilometern flächengrößte Gemeinde im Landkreis Göttingen
  • 9725 Einwohner, davon 8914 mit Erstem Wohnsitz in Gleichen (Stand März)
  • 217 gewidmete Straßen mit eigenem Namen
  • 16 Dörfern: Beienrode, Benniehausen, Bischhausen, Bremke, Diemarden, Etzenborn, Gelliehausen, Groß Lengden, Ischenrode, Kerstlingerode, Klein Lengden, Reinhausen, Rittmarshausen, Sattenhausen, Weißenborn und Wöllmarshausen. Dazu kommen mehrere kleine Siedlungen
  • vier Grundschulen, eine Freie Schule, fünf Kindertagesstätten und eine Großtagespflege
  • ab Juli ein neues Seniorenwohnheim.

us

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