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Göttingen und Göttinger auf Instagram

Thema des Tages Göttingen und Göttinger auf Instagram

Neun Millionen Nutzer waren im Januar 2016 in Deutschland bei Instagram aktiv. Damit gehört die Fotoplattform zu einem der beliebtesten sozialen Netzwerke. Und wie präsentieren Göttinger sich dort? Ein Überblick über Göttinger Instagrammer, die zum Teil tausende Abonnenten haben - und unter anderem mit Mode- oder Fitnessfotos Geld verdienen.

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Göttingen aus der Vogelperspektive.

Quelle: Müller

„Ich habe mit Schnappschüssen angefangen“

Göttingen. Ein locker geschnittenes und doch elegant wirkendes weißes T-Shirt trägt Carlotta Polzer zur dunkelgrauen Stoffhose und schwarzen Sneakers mit dicker, weißer Plateausohle. So posiert sie gekonnt-lässig vor einer Hausfassade mit Tür. Polzer weiß sich in Szene zu setzen: Die Modebloggerin bestückt seit drei Jahren ihren Blog lottalove.net mit Fotos und Texten, seitdem postet sie auch auf Instagram als @lottalovenet ihre Bilder.

@lottalovenet

Abonnenten: etwa 26 300

Thema: Mode

„Auf Instagram habe ich mit Schnappschüssen angefangen“, erzählt die Göttingerin, die gerade nach Berlin gezogen ist. Nun gestalte sie ihr Profil professioneller, „ich benutze einheitliche Filter und probiere, die Bilder in einem ähnlichen Stil zu halten“. Die Fotos mache derzeit ihr bester Freund - der passenderweise Fotograf sei.

Lässig und entspannt ist der Modestil der 23-Jährigen, die von sich selbst sagt: „Ich trage eigentlich nie Highheels“, sie bevorzuge Sneaker und Slipper. Den Blog und ihr Instagramprofil begann sie als „Ausgleich zum sehr wissenschaftlichen und trockenen Studium“ der Sozialwissenschaften - mittlerweile ist es mehr als nur ein Hobby für sie.

Carlotta Polzer

Quelle: r

Sie sei nun fertig mit dem Studium in Göttingen und wolle sich ein paar Monate Zeit nehmen, um sich richtig auf ihren Blog und Instagram zu konzentrieren, so Polzer. Sie kooperiere mit verschiedenen vor allem fair produzierenden Modelabels wie People Tree oder Jan ‘n June, auf deren Produkte sie dann verlinke oder die passenden Hashtags setze. „Davon kann ich bisher nicht komplett leben, aber es läuft ganz gut“, sagt Polzer, nun habe sie Zeit, das zu intensivieren.

Wie die modebegeisterte Blondine es bisher überhaupt zu so vielen Abonnenten bei Instagram gebracht hat? „Ich habe mich da reingefuchst, viel auf anderen Seiten kommentiert, Hashtags gesetzt“, sagt Polzer, „und gehofft, dass es klappt.“ Mit Erfolg.

„Licht und Farbe sind bei Foodfotografie wichtig“

Backen und Kochen sind schon lange ihr Hobby. „Das habe ich schon immer mit meiner Mutter und Oma gemacht“, sagt Astrid Steding. Von denen bekommt die Göttinger Zahnmedizin-Studentin oft auch die Rezepte für ihre Leckereien - die sie dann als @redwhitedots auf Instagram präsentiert. „Ich habe einfach alles in rot-weiß-gepunktet“, erklärt Steding den Namen, von der Waage über Backformen bis zur Kleidung.

@redwhitedots

Abonnenten: etwa 100

Thema: Food

Erdbeer-Pfannkuchen mit Schokoladensoße oder eine Schwarzwälderkirschtorte sind auf ihrem Profil zu sehen, aber auch ein gesunder Blaubeersmoothie. Auf die Idee, ihre Gerichte auf der beliebten Fotoplattform zu zeigen, kam sie durch eine Freundin. „Die ist auch auf Instagram und hat mich überredet“, sagt die 28-Jährige.

Foodfotografie Astrid Steding

Quelle: r

Der Großteil ihrer Abonnenten seien Freunde und Bekannte - „aber ich freue mich, wenn andere Instagrammer meine Bilder liken oder mir folgen“, so Steding. Selbst folge sie auch anderen Food-Instagrammern. „Instagram ist ein Hobby für mich“, sagt Steding.

Die Fotos macht sie mit dem Handy oder ihrer Spiegelreflexkamera und legt anschließend unterschiedliche Filter darüber. „Licht und Farbe sind bei Foodfotografie wichtig“, sagt sie, sie würde nie Essen in schwarz-weiß fotografieren.„Mein Freund ist manchmal schon genervt, weil er erst essen darf, wenn das Foto optimal ist“, verrät Steding. Ein Blick auf die natürlich rot-weiß-gepunktete Uhr verrät: Sie muss los zur nächsten Vorlesung.

„Schärfe und Struktur sind wichtig bei Fitnessfotos“

Sein Kopf mit dem strahlenden Lächeln wirkt fast zu klein auf seinem muskulösen Oberkörper - den Nils Schlieper nur allzu gern präsentiert. Der Göttinger Fitnessjunkie postet auf Instagram Bilder von sich aus dem Fitnessstudio und macht dort Werbung für Sportmode, Proteinpulver und andere Nahrungsergänzungsmittel.

Etwa 21 600 Abonnenten hat der 21-Jährige bereits. Auf seinem Youtubekanal „Nils Schlieper“ sind es rund 17 000 Menschen, die ihm folgen. Mit beidem zusammen könne er gut seinen Lebensunterhalt finanzieren, er habe mittlerweile feste Sponsoren, bekomme ab und zu weitere Angebote. Aber er nehme auch nicht alles an, sagt Schlieper. „Letztens wurde ich gefragt, ob ich auf Instagram für Detox-Tee Werbung mache, aber sowas trinke ich wirklich nicht“, man müsse glaubwürdig bleiben.

@nils_schlieper

Abonnenten: etwa 23 300

Thema: Fitnes

„Ich hatte immer Lust auf Youtube“, erzählt Schlieper. Nach dem Abi wollte er sich ein Jahr mit seinen Fitness-Tipps auf soziale Medien konzentrieren und sehen, ob das funktioniere. „Instagram lief anfangs nebenher“, erzählt Schlieper. „Da ist das Publikum internationaler“, so seine Einschätzung, deswegen habe er dort nun mehr Follower.

Nils Schlieper

Quelle: r

Als „natural Athlet“ bezeichnet Schlieper sich - ein Sportler, der ohne Steroide trainiere. Natürlich lästern auch Leute hinter seinem Rücken über seine Selbstdarstellung, „aber man muss hinter dem stehen, was man macht“, sagt Schlieper. Früher sei Fitness ein Hobby für ihn gewesen. „Jetzt ist es schon auch anstrengend, man muss immer Fotos und Videos machen“, sagt er. Das mache er größtenteils selbst. „Schärfe und Struktur sind das wichtigste“, spricht er über die Bearbeitung - das hebe die Muskeln hervor.

„Ich peile immer eine 0 mehr an“

Die Foto-Plattform Instagram ist eigentlich wie zugeschnitten auf Joshua Depping: Schließlich ist der 21-Jährige Hobbyfotograf, würde sein Hobby gern zum Beruf machen. Aber er ist realistisch: „Es ist schwer, vom Fotografieren zu leben.“ Deshalb bewirbt der Göttinger sich für eine Ausbildung zum Mediengestalter und versucht gleichzeitig, auf Instagram seine Fotos zu verbreiten.

@joshuadepping_foto

Abonnenten: etwa 120

Thema: Fotografie

Seit einem Dreivierteljahr nutzt er Instagram gezielt, um seine Fotografien - darunter viele eher düstere Portraits, aber auch Aufnahmen von der Göttinger Landschaft - zu zeigen. „Es ist geil, wenn den Leuten die Fotos gefallen“, sagt Depping. Um auf Instagram bekannt zu werden, brauche man eine große Reichweite. „Ich setze Standardhashtags wie #picoftheday“, erklärt er, so werden seine Bilder bei einer Suche nach diesem Hashtag angezeigt.

Landschaftsportrait von Joshua Depping

Quelle: r

„In Burg Plesse in Bovenden kann man gut Sonnenuntergänge fotografieren“, erzählt Depping von seinen Göttinger Lieblingsmotiven, zu denen auch der Rosdorfer Baggersee gehöre. Gemeinsam mit Freunden organisiert er in einer Facebook-Gruppe sogenannte „Photowalks“. „Wir wollen Göttingens Fotocommunity zusammenbringen“, erzählt Depping. Außerdem ist ein eigener Youtube-Kanal in Planung. Die Hoffnung, dass er mit seinen Fotos auch über die Göttinger Community hinaus bekannt wird, bleibt. „Ich peile immer eine 0 mehr an“, spricht Depping über sein Instagram-Ziel - über 100 Abonnenten hat er, 1000 sind das nächste Ziel.

„Die Fotos geben eine Überblick über die Stadt“

Rote Dächer, ein Gewitter über Göttingens Innenstadt oder der Campus mit pinken Kirschblüten: Die Fotos von Instagrammer Mathias Müller haben eins gemeinsam. Sie zeigen Göttingen. Auf die Idee gekommen ist der 24-jährige Student, als er ähnliche Instagram-Profile aus anderen Städten entdeckte. Weil es so ein richtiges Göttingen-Instagram-Profil noch nicht gegeben habe, habe er kurzerhand selbst eins in Leben gerufen.

Göttingen von oben von Mathias Müller

Quelle: r

Seit Anfang des Jahres postet er nun regelmäßig Fotos aus Göttingen. „Aber ich schieße nicht alle Fotos selbst“, sagt Müller, wenn er schöne Göttingen-Fotos anderer Instagrammer entdecke, frage er nach, ob er diese auf seinem Profil teilen dürfe.

@bestofgoettingen

Abonnenten: etwa 1400

Thema: Göttingen

„Ich denke die Fotos geben einen guten Überblick über die Stadt“, so Müller. Er glaube, dass sich Göttingens Einwohner über schöne Bilder ihrer Heimatstadt freuen - und hofft auch Menschen außerhalb von Göttingen, zum Beispiel Studenten, die herziehen wollen, einen Einblick geben zu können.

„Ich lade gern Fotos hoch, bei denen die Leute direkt wissen, wo es geschossen wurde“, sagt Müller und setzt auf Wiedererkennungswert - so zeigt er beispielsweise häufig die Uni. „Und Sonnenuntergänge finde ich schön“, sagt Müller - gelb-rot-orange Himmel tauchen in seinem Profil immer wieder auf.

Vielgenutzte Göttingen-Hashtags

#göttingen: von Selfies über Memes bis zu Sonnenuntergängen

#gottingen: ähnlich wie #göttingen

#gänseliesel: vor allem, wie sollte es anders sein, von und mit der Gänseliesel

#göttingencity: Selfies, Essen, Göttingen-City und mehr

#göttinger: Bier, Bierkästen, Menschen mit Bier, Menschen vor Bierkästen

#göttingen05: Fußball

#göttingerwald: Wald - wahlweise mit Wildschweinen, Bikes, Kletterern oder Wanderern

#beautifulgöttingen: das „beautiful“, schöne Göttingen mit vielen Sonnenuntergängen

#göttinger7: das - meist verhüllte - Denkmal der Göttinger Sieben

#göttingennightlife: Partys, feiernde Göttinger und Alkohol

#göttingertageblatt: vor allem Zeitungsausschnitte

Göttinger Unternehmen bei Instagram

@clubsavoy: Partyfotos und Flyer

@deutschestheatergoettingen: Ein Blick hinter die Kulissen - gute Fotos mit Witz

@Sausalitosgoettingen: Fotos vom Team und Getränken

@einsb.freihafen: vor allem Flyer

@goettinger_tageblatt: Alles Wichtige rund um Göttingen

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Von Redakteur Hannah Scheiwe

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