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Göttinger Figurentheatertage

36 Aufführungen, neun Spielorte, 17 Bühnen Göttinger Figurentheatertage

An den 31. Göttinger Figurentheatertagen nehmen 17 Bühnen aus Deutschland und den Niederlanden teil, um Kindern und Erwachsenen von Sonnabend, 6., bis Sonntag, 21. Februar 2016, in 36 Aufführungen an neun Spielorten die Vielfalt dieser Theaterform zu präsentieren.

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Marc Schnittger entführt das Publikum zum Abschluss des Festivals in „Die musikalische Hölle“.

Quelle: EF

Göttingen. Das Programm bietet ein breites Spektrum an Aufführungen, teils vor allem für Kinder geeignet, teils für Erwachsene inszeniert. Organisiert wird das Festival von Christiane Mielke vom Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen.

Viermal Schnittger

Gleich mit vier Produktionen ist das Theater Marc Schnittger aus Kiel bei den 31. Göttinger Figurentheatertagen vertreten. Dreimal spielt er im Programm für Erwachsene, eine Inszenierung für Kinder.
„Hamlet“ heißt das Stück, mit dem er am Donnerstag, 11. Februar, um 19.30 Uhr im GDA-Wohnstift, Charlottenburger Straße 19, startet. Die Bühne zeigt einen Dachboden. Hierhin zieht sich Hamlet zurück, während Hamlets Mutter und sein verhasster Onkel heiraten – kurz nach dem Tod von Hamlets Vater. Unter dem Dach schafft sich der Junge seine eigene Wirklichkeit. Mit lebensechten und beinahe lebensgroßen Figuren präsentiert Hamlet seine Gedanken und Gefühle – bis die Puppen immer mehr Eigenleben entwickeln und von Hamlets Psyche Besitz ergreifen.

Am Freitag, 12. Februar, präsentiert Schnittger um 10 und um 15.30 Uhr seine „Weltreise“: Tobi und sein Freund Konrad fahren in den Ferien zu Onkel Alfred an die Küste. Tobi findet das eher langweilig, und als er auf dem Dachboden einen alten Koffer entdeckt, will er auf Weltreise gehen. Doch Konrad will nicht mit. Also macht sich Tobi alleine auf den Weg. Das Stück ist geeignet für Kinder ab vier Jahren.
In das ganz kleine Format wechselt Schnittger am Sonnabend, 13. Februar – und auch an einen ungewöhnlichen Ort. Ab 20 Uhr präsentiert er zusammen mit Arne Bustorff in der Weinkellerei Bremer, Obere Karspüle 42, das urkomische Stück „Handlungen“. Die Akteure spielen dabei mit fingergroßen Handpuppen.

Seinen vierten Auftritt hat Schnittger am Sonntag, 21. Februar, um 19.45 Uhr im Großen Haus des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11. Mit lebensgroßen Klappmaul-Figuren spielt er die Geschichte des Musikers Georg Schnittelbach, der seine Geige vor dem wichtigsten Konzert seines Lebens von einem Geigenbauer überholen lassen will. An diesem Ort der Verzweiflung trifft er Musikgestalten, die dort langsam Gefühl und Verstand verlieren. Mit der Produktion „Die musikalische Hölle“ endet dann auch das Programm der 31. Göttinger Figurentheatertage.

Preis von der Kinderjury

Zum ersten Mal werden bei den Figurentheatertagen zwei Kinderjurys jeweils eine Produktion aus dem Festival-Programm mit einem Preis auszeichnen. Die Jurys sind zusammengesetzt mit jeweils acht Kindern aus der dritten Klasse der Leinebergschule und der Jahrgangsstufen vier bis sechs der Montessori-Schule. Ein Gremium bewertet die Inszenierungen für die Altersgruppe der Zuschauer zwischen drei und fünf Jahren, das andere die Produktionen für die fünf- bis siebenjährigen Vorstellungsbesucher. In Workshops seien die Kinder auf ihre Aufgabe vorbereitet worden und hätten dabei einiges erfahren über Dramaturgie, Theatertechnik, Figurenbau und -führung, erklärt Cheforganisatorin Christiane Mielke. Die Gewinner erhalten eine geschnitzte Figur und eine Urkunde. Der Preis sei für die Kompanien des Festivals interessant, weil sie von einer Kinderjury verliehen werde, erklärt Mielke, von der Zielgruppe der Figurentheaterspieler also und damit eine Empfehlung für Veranstalter. Finanziell gefördert wird das Juryprojekt von der Klosterkammer Hannover. Hier sei entscheidend gewesen, dass die Kinder durch die Workshops kulturelle Bildung erlebten, sagt Mielke.

Ein Stück, zwei Sprachen

Zum zweiten Mal bieten die Organisatoren ein Theaterstück an, das sich auch an türkische Familien richtet. Marianne Schoppan präsentiert die zweisprachige Produktion „Die verliebte Wolke – Sevdali Bulut“. Sie spielt am Sonnabend, 13. Februar, um 15 Uhr in der Ditib-Moschee, Königsstraße 4. Erzählt wird die Geschichte des Mädchens Aysche, die glücklich in einem wunderschönen Garten lebt. Gefahr droht von dem reichen Kara Seyfi, der ihren Garten für sich haben will. Doch eine Kaninchen, eine Taube und die weiße Wolke, die sich in Aysche verliebt hat, stehen ihr bei. Die deutsche und die türkische Sprache würden so ineinander verwoben, dass Menschen beider Nationalitäten die Geschichte verstünden, erklärt Organisatorin Christiane Mielke.

Studenten und das Fleisch

Eine studentische Figurentheater-Produktion soll Einblick geben, wie die Nachwuchs-Spieler mit dem Genre umgehen. „Mein Fleisch“ heißt die Diplom-Inszenierung von Nathalie Wendt, Lena Wimmer, Nico Parisius und Casper Bankert, für die das Stück der Abschluss ihres Studiums an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin sein soll. Die Gruppe befasst sich theatralisch mit der Massentierhaltung. Ein Schweinekind, halb Mensch, halb Tier, lebt in einem Mast- und Schlachtbetrieb. Diese Welt wird dominiert einer Tierschützerin, einem Koch, einer Bäuerin, einem Tierarzt und den Gastarbeitern im Schlachthof. Als „verstörend und witzig“ charakterisiert Christiane Mielke vom Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen, die Produktion. Studentische Inszenierungen seien meistens nicht klassisch und legten viel Wert auf den bewussten Einsatz von Material. Sonnabend, 13. Februar, um 18 Uhr im Jungen Theater, Hospitalstraße 6. 

Guter Vorverkauf  

Die Nachfrage nach Eintrittskarten für die Vorstellungen bei den Göttinger Figurentheatertagen ist traditionell groß. Auch in diesem Jahr sei das Abendprogramm bereits zu rund 85 Prozent verkauft, das Kinderprogramm zu etwa 60 Prozent, sagt Organisatorin Christiane Mielke. Doch sie betont auch: „Etwa 20 Restkarten wird es immer an der Tageskasse geben.“ Reservierungen sind nur für die Mitglieder des Fördervereins möglich. Karten können bei der Tourist-Information im Alten Rathaus, Markt 9, gekauft werden. Rund 85 Prozent des Gesamtbudgets von rund 50 000 Euro erwirtschaftet das Festival über den Ticketverkauf.

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