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Start in die Oldtimer-Saison

"Kleine Göttinger Oldierunde", Duderstädter Oldtimertreff & Amischlitten Start in die Oldtimer-Saison

Ein Leben ohne Opel ist für ihn kaum denkbar: Hans-Peter Brill ist 75 Jahre alt, die vergangenen  40 Jahre davon hat der Göttinger mehr oder weniger mit den Fahrzeugen aus Rüsselsheim verbracht. "1977 habe ich als Verkäufer bei Opel in Göttingen angefangen", sagt er.

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Peter Brill und Helga Diekmann präsentieren ihren Oldtimer Opel Rekord B (Olympia).

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Heute ist er immer noch bei Opel beschäftigt, als Teilzeit-Shuttle-Fahrer. Die Leidenschaft für die Fahrzeuge mit dem Blitz im Emblem pflegt er auch in seiner Freizeit. Lange fuhr er einen Opel Kapitän aus den 50er-Jahren, den hat er verkauft. "Der fährt jetzt auf den Balearen herum", sagt Brill.

Seit dem vergangenen Jahr ist der Senior mit seiner Verlobten Helga Dieckmann im Rekord unterwegs. Ein Rekord Olympia, B-Modell, Coupé, Baujahr 1966, grau, rote Innenausstattung.  "Einer der letzten seiner Art", sagt Brill. Denn Opel baute diese Reihe nur von 1965 bis 1966. Brills 1900er hat 90 PS und verbraucht "bei moderater Fahrweise nur sieben Liter". Der Motor wurde auch im Opel GT verbaut.

Hans-Petzer Brill ist seit der ersten Stunde  in der "Kleinen Göttinger Oldierunde" aktiv, ein Zusammenschluss von Oldtimerfahrern- und Liebhabern jeder Couleur. "Vom 1927er Dixi bis hin zum Ferrari von Eros Ramazotti, bei uns ist alles vertreten", sagt der Opelfahrer. 1989 gründete er gemeinsam mit Hartmut Sanen und Bernd Strömer die Runde, heute habe man mehr als 100 Mitglieder.

Jetzt, zum Start in die Saison, steht bei Brill vor allem die Wagenpflege auf dem Programm. Der Rekord ist ganzjährig angemeldet, technisch tadellos in Schuss. Schließlich wird er ganzjährig, aber nur "bei gutem Wetter" ausgefahren und hat erst 129 000 Kilometer auf dem Tacho.  Die Arbeit der Stunde beschränkt sich bei seinem rollenden Schatz auf Wäsche und Pflege. Brill säubert ausschließlich von Hand, eine Waschstraße kommt für ihn und seinen geliebten Opel nicht in Frage. Und seinen Lack poliert Brill nur mit "Autopudding" auf Frühlingsglanz.

Kontakt "Kleine Göttinger Oldierunde", Hans-Peter Brill, Telefon 0151-20581859

Von Britta Bielefeld

Termine für Oldtimerfreunde

April:

Am Ostersonnabend und Ostersonntag, 15. und 16 April , findet in Bad Harzburg auf der Pferderennbahn ein Oldtimertreffen mit Teilemarkt statt.

Mai:

Der Lanz-Bulldog-Club Imbsen stellt Fahrzeuge beim Hasenmelkerfest in Dransfeld am 14. Mai aus.

Juni:

Der Oldtimer-Stammtisch Duderstadt veranstaltet am 18. Juni seine Oldtimer-Rallye mit 70 Fahrzeugen. Start und Ziel ist  am historischen Duderstädter Rathaus.

Fahrzeuge der "Kleinen Göttinger Oldierunde" sind am 10. Juni am Seniorenheim Tilch in Dransfeld, am 20. Juni bei Mc Donald´s Grone und am 24. Juni am Schloss Friedland ausgestellt.

Vom 16.  bis 18. Juni sind die Lanz-Bulldog Freunde Imbsen beim  Treckertreffen in Moringen zu sehen.

Juli:

Die große Rallye der Veteranen-Fahrzeugfreunde im ADAC Göttingen findet am Sonnabend, 15. Juli statt. Start ist am Mercedes-Benz-Autocenter Göttingen, dann geht es über das PS-Depot-Einbeck  zum Gräflichen Landsitz Hardenberg.

August:

Das Gänselieseltreffen der Heinkelfreunde Göttingen findet am 6. August statt.

Die Kleine Göttinger Oldierunde stellt beim Rosenfest in Schlarpe aus, die Treckerfreunde  Imbsen vom 25. bis  27. August beim  Bauernfest in Imbsen.

September:

Oldtimer-Treffen in Imbsen am Grillplatz, 2. September ab 15 Uhr.

Oktober:

Die  Kleine Göttinger Oldierunde stellt am 1. Oktober am Kaufpark Grone aus.

Oldtimer-Stammtisch Duderstadt freut sich auf Saison

Der Duderstädter Oldtimertreff.

Der Duderstädter Oldtimertreff.

Quelle: Mahnkopf

Batterie aufgeladen, Beleuchtung und Reifendruck gecheckt, leicht aushärtende Benzinschläuche und Luftschläuche zum Vergaser kontrolliert, Kühler, Ölstand und Bremsflüssigkeit überprüft, geputzt und gewienert: Der Oldtimer-Stammtisch Duderstadt ist auf den Saisonstart vorbereitet.

„Vor dem Winter sollte man volltanken, um Korrosion zu vermeiden, durch erhöhten Reifendruck Standplatten vorbeugen.“ Auf derartige Tipps braucht man Oldtimerfans nicht hinzuweisen. Unter den bis zu 35 Eichsfeldern, die sich stets am letzten Freitag eines Monats um 19 Uhr zum Oldtimer-Stammtisch im Hotel Budapest treffen, sind viele routinierte Schrauber. Nicht nur beim Stammtisch trifft man sich – und hilft sich gegenseitig weiter.

Für die Oldtimer-Freunde in der Region startet die Saison.

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Wie bei den meisten seiner Seelenverwandten ist es für Christian Spicka nicht bei einem Historienfahrzeug geblieben. Der 42-jährige Duderstädter, der schon mit 21 Jahren Käfer gefahren ist, wollte wieder einen Käfer haben. Dann kam ein NSU Ro 80 hinzu – und noch ein Käfer. Julian Kurth aus Bernshausen bringt es auf mehrere Traktoren und Autos: „Wenn man erst mal damit angefangen hat, will man mehr.“ Die meisten Liebhaber des mobilen Kulturerbes haben ihre Fahrzeuge ganzjährig angemeldet. Neuerdings sind auch bei den mit einem H für Historienfahrzeug markierten Nummernschildern Saisonkennzeichen möglich. Und einige setzen auf Sammler-Kennzeichen. Diese Oldtimer-Wechselkennzeichen können zwischen mehreren Fahrzeugen getauscht werden.

In der Eichsfelder Oldtimer-Runde sind überwiegend deutsche und einige europäische Fabrikate vertreten, aber keine Ami-Schlitten. Roberto Hackethal aus Rüdershausen ist eigentlich Volkswagen-Fan, hat sich zur Hochzeit aber einen Mercedes 220 SEB, Baujahr 1964, zugelegt. Auf kleine Autos steht Daniela Lorscheider aus Gieboldehausen, die einen 1971er Fiat 770 S fährt: „Der war günstig, und die Technik ist einfach.“ Der Seeburger Frank Heinemann ist mit einem Opel Olympia, Baujahr 1939, zum Foto-Shooting gekommen, zeigt sich aber einem Kurswechsel gegenüber aufgeschlossen: „Ich mag auch Elektroautos – aber bitte keine selbstfahrenden.“

Von Kuno Mahnkopf

Tipps vom TÜV

Gute Nachrichten für Oldtimer-Fans: Künftig können H- und Saisonkennzeichen kombiniert werden. Dies hat der Bundesrat im Februar beschlossen. Die neue Regelung erlaubt es Besitzern von Oldtimern mit H-Kennzeichen, ihr Fahrzeug auch für einen bestimmten Zeitraum zwischen zwei und elf Monaten anzumelden. „So fällt die ohnehin geminderte Kfz-Steuer nur für die Zeit an, in der der Wagen tatsächlich genutzt wird“, erläutert Marcus Brechler, Leiter der Tüv-Station Göttingen am Kauf-Park.

Mit einem H-Kennzeichen werden laut Tüv in Deutschland seit 1997 Pkw, Motorräder und andere Fahrzeuge als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ ausgezeichnet. Für solche gilt oftmals eine geringere Kfz-Steuer. Um ein H-Kennzeichen beantragen zu können, braucht man ein Oldtimergutachten. Für dieses muss das Fahrzeug einige Voraussetzungen erfüllen: „Die Erstzulassung muss mindestens 30 Jahre zurückliegen. Des Weiteren wird ein gepflegter, originaler oder originalgetreuer Zustand vorausgesetzt“, so Brechler. „Ist das der Fall, können wir das Fahrzeug als historisch erhaltenswert bewerten“.

Acht-Zylinder mit Augenaufschlag

Amischlitten von Lars Becker (weißer Oldsmobile Ninety Eight) und Sascha Schwierczyna (grüner Plymouth Sport Fury).

Amischlitten von Lars Becker (weißer Oldsmobile Ninety Eight) und Sascha Schwierczyna (grüner Plymouth Sport Fury).

Quelle: Richter

Die Frage: "Und, die haben acht Zylinder?" wird mit einem müden Lächeln beantwortet. Selbstverständlich haben diese Autos V8-er-Maschinen. Um die mehr als 5,60 Meter langen chromblitzenden Fahrzeuge adäquat zu beschleunigen, muss das schon sein. Und dazu dieses Motorengeräusch, tiefkehlig, sonor -  Es ist das Gegenteil dieses schrillen Aufjaulens heutiger PS-starker, aber hubraumreduzierter Kleinwagen. Wenn Sascha Schwierczyna und Lars Becker ihre Amischlitten ausfahren - beide haben eine Länge von etwa 5,60 Metern -  erscheint der BMW auf der anderen Straßenseite mikrobenhaft. Auch für die beiden Männer hat die Saison begonnen - cruisen, ausfahren, den sänfteartigen Komfort und das Design der Autos genießen. 1971 kam Schwierczynas Plymouth Sport Fury erstmals auf die Straße, Beckers Oldsmobile Ninety Eight fünf Jahre früher. Was  gibt es zu tun, beim Start in die Saison? "Eigentlich nichts", sagt Schwierczyna. "Vielleicht den Reifendruck überprüfen", sagt Becker und lacht. Die Autos sind tadellos gepflegt, technisch wie optisch. Einem Verein gehören die beiden Männer nicht an, regelmäßig Treffen besuchen - nicht ihr Ding.

Ihnen genügt es, über die Straßen zu gleiten. Gerne auch mal bis an die Küste. Platz genug ist ja im Kofferraum - auch für Öl. Die Hollywood-Diven der Straßen sind natürlich nicht gerade mit Schonkost zufrieden zu stellen. Mehr als 20 Liter Benzin auf 100 Kilometer dürfen es schon sein. Und dafür klimpert Schwierczynas Plymouth dann auch mit den Augen.

Von Britta Bielefeld

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